Am 20.4. und 21.4 findet in Ludwigsburg das 11. Deutsche CSR-Forum statt und es ist mir eine Ehre,  einige unsere Thesen vorstellen und diskutieren zu dürfen. Von 13.50 bis 15.40 Uhr werde ich heute mit den Herren Peter Driessen, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer für München und Oberbayern sowie des Bayerischen Industrie- und Handelskammertages, Wolfgang Molitor, Stuttgarter Nachrichten, stv. Chefredakteur (Moderation) und Dr. Walter Rogg, Wirtschaftsförderung Region Stuttgart, Geschäftsführer  auf dem Podium sitzen (CSR Forum – Sektion A) und diskutieren:

Europas Regionen im Wettbewerb – Die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen sichern

Für alle, die es nicht zum CSR Forum 2015 schaffen, hier eine kurze Zusammenfassung der Thesen. Vorab kurz zum Hintergrund der Entstehung: Wir haben im letzten Jahr begonnen, WordPress Blogs mit Künstlicher Intelligenz zu verknüpfen. Dadurch können wir Trends bereits sehr früh erkennen. Wir kombinieren unsere Semantischen Themenportale mit Social Media Analysen, Monitoring und weiteren Studien (wie z.B. unsere Nomophobie Studie). Die nachfolgenden Thesen basieren auf unseren Analysen sowie auf eigenen Erfahrungen. Den Pionier erkennt man immer am Pfeil im Rücken, wir merken das aus unserer täglichen Arbeit. Die analoge Welt hat das, was wir tun noch lange nicht verstanden. Big Data, Industrie 4.0 oder Web 3.0 sind dort noch leere Worthüllen, die weit weg vom Daily Business sind.

Zukunftsfähige Unternehmen sind nicht global, sondern digital

Unsere Social Media Analysen und Studien zeigen, dass es ein Europa der Regionen, wie es die Kulturantroposophen einst sahen, im wirtschaftlichen Sinne nicht mehr gibt. Es ist zwar ein Wettbewerb zwischen bundesdeutschen und europäischen Regionen zu verzeichnen, er tritt allerdings angesichts erstarkender Märkte wie z.B. Asien, in den Hintergrund.

Ein Mitarbeiter von Apple, Google oder Amazon ist nicht primär amerikanisch, deutsch oder englisch und schon gar nicht schwäbisch, bayerisch oder norddeutsch, er ist Apple, Google oder Amazon. Er ist auch nicht Marketing, AdSales oder Automotive, er ist digital und denkt vernetzt. Wer die Zukunftsfähigkeit seines Unternehmens sichern will, muss digital denken und leben.

Zukunftsfähige Unternehmen arbeiten partnerschaftlich an einer neuen Unvernunft

Das Konstrukt, das uns seit der Aufklärung als vernünftig „verkauft“ wurde, stößt an seine Grenzen. Es wird zunehmend deutlich, dass die „Unvernünftigen“ erfolgreicher sind, als die „Vernünftigen“. Das in diesem Zusammenhang stehende Führungsdenken wandelt sich extrem. Führung ist in eine tiefe Sinnkrise geraten.

Digitale Unternehmen arbeiten nicht mit Hierarchien, sondern mit gemeinsamen Zielen. In der letzten brandeins konnten wir ausführlich lesen, wie erfolgreiche Firmen heute arbeiten. Dazu gehört es, Führung neu zu definieren. Der Chef ist mal Team-Mitglied, mal Steuermann, mal Coach, je nachdem wie die Situation es erfordert.

Zukunftsfähige Unternehmen machen durchaus auch mal Fehler und das Learning macht sie umso stärker.

Zukunftsfähige Unternehmen haben ein Marketing des Zuhörens entwickelt

Das Zeitalter unidirektionaler Kommunikation ist zu Ende. Einseitig geschaltete Werbung erreicht nicht mehr den Konsumenten. Wir leben im Zeitalter der Ich-Sender und Key Influencer und nur Marken, die den Konsumenten verstanden haben und ihn auch authentisch ansprechen, sind zukunftsfähig.

Marken, die nicht mehr einem neuen, nachhaltigen Zeitgeist entsprechen, verlieren an Bedeutung, wie das Beispiel McDonald´s zeigt. CSR Ansätze helfen nur bedingt, um schwindende Marktanteile abzufangen.

Der moderne Konsument denkt digital und social. Tools wie die Buycott-App machen ihn stark und Unternehmen außerhalb einer Corporate Citizenship schwach.

Zukunftsfähige Unternehmen erkennen und entwickeln disruptive Innovationen. 

Die Wahrscheinlichkeit, dass man wie einst Kaiser Wilhelm II. das Auto als weniger zukunftsfähig einschätzt als das Pferd, ist heute um ein Vielfaches größer, da die Komplexität deutlich zugenommen hat. Unternehmen, die disruptive Innovationen erkennen und nutzen, sind deutlich im Vorteil.