Wurstgate ist seit gestern ein Begriff, der durch die Twitter Timeline geistert. Für den einen geht es (im wahrsten Sinne des Wortes) um die Wurst, für den anderen „nur“ um die Kommunikation. Wie zu erwarten, schlägt die Wurstindustrie PR technisch zurück. Der Deutsche Fleischer-Verband gibt beispielsweise gegenüber der w&v (siehe Wurstkrebs) an, dass es sich um einen rein mathematisch ermittelten Risikofaktor handle. Es gäbe keinen monokausalen Zusammenhang zwischen Verzehr und Krebs.

Übrigens: Auf der eigenen Homepage hat der Fleischer Verband noch kein Statement abgegeben, das ist den Fleischern Wurst. Kann es auch, denn wenn man zurück in die Geschichte von Shitstorms blickt, kann man feststellen, dass noch nie ein Shitstorm wirklich geschadet hat. Wir erinnern uns: Nestlé (Kitkat: kurz in der Presse und in den sozialen Medien und dann schnell wieder abgeebbt und heute total vergessen), BP (recht lange in der Presse und heute komplett aus der öffentlichen Diskussion gestrichen), #Aufschrei (selbst ein nachgeschobenes Buch schaffte es nicht, das Thema in den Timeline zu halten), Pferdefleisch (kurzes Entsetzen, aber das war es dann auch schon), #Dieselgate (noch recht frisch, jetzt aber vom Wurstgate abgelöst). Die Liste der „Skandale“ könnte beliebig fortgesetzt werden. Es darf also gerätselt werden, was den Wurstgate aus der Schusslienie nehmen wird…