„Big Data“ ist in aller Munde, die Bedeutung für das Unternehmen ist jedoch den wenigsten bewusst. Vor welcher Abteilung im Konzern die Social Media Analyse geordert wurde, ist oftmals nicht bekannt. Im Workshop wird in der ersten Stufe ausführlich erläutert, wie Social Media Analysen eingesetzt werden können. Die Bandbreite reicht dabei von der klassischen Kommunikationsforschung über SEO Unterstützung bis hin zur Redaktionsunterstützung sowie als Basis für Künstliche Intelligenz.

Big Data bedeutet nicht länger Content, es geht vielmehr um etwas viel wichtigeres: Context. Oder anders ausgedrückt: Relevanz. Wenn eine Website oder ein Online-Shop die Interessen des Users kennt, ermöglicht dies eine konkret auf diesen User zugeschnittene Navigationsstruktur. Ohne Cookies und 100 Prozent datenschutzkonform.

Die künstliche Intelligenz, die auf der stetig per Monitoring generierten Datenmenge und den im Unternehmen vorhandenen Daten arbeitet, agiert nicht nur auf Keywordbasis, sondern erkennt durch die Anwendung linguistischer Verfahren auch Fehlschreibweisen, Synonyme (gerade im Social Web durch umgangssprachliche Bezeichnungen extrem relevant) und verwandte Begriffe. Das Ergebnis ist, dass bspw. eine semantische Suche im Webshop dem Suchenden Treffer liefert, die genau in sein Interessensgebiet passen, nach denen er aber gar nicht direkt gesucht hat.

Im Backend bedeutet die Lösung für den Redakteur einer Website, dass er vom System Themen vorgeschlagen bekommt, die gerade auf immer mehr unterschiedlichen Seiten (Newsportale, Blogs, Foren, etc.) diskutiert werden und scheinbar ein Trend werden, den ein Redakteur manuell gar nicht ausmachen könnte, da er nicht 100.000 Websites permanent im Blick haben kann. Wenn er jetzt aber diese vorgeschlagenen Trend aufgreift und einen Beitrag dazu verfasst oder einfach vom Tool die Metatags für seine Seite oder seinen Shop dahingehend optimieren lässt, ist er noch bevor der Trend zum Trend wird, bei Google vorn dabei.

Semantische Themenportale

Damit bleibt lediglich noch die Herausforderung, die Geschwindigkeit des „Trend-werdens“ zu erhöhen, was aber über klassische Medien oder das Einbringen des Begriffs in laufende Kampagnen recht einfach ist. Für den User sieht es dann bei der Suche nach einem Begriff aus diesem Themenumfeld immer so aus, als wäre diese Website/dieser Shop total innovativ, weil er immer mit den neusten Trends auf der ersten Google-Seite erscheint – und nicht in den gekauften Anzeigen – diese könnte man allerdings zusätzlich mit den Trendbegriffen belegen, um das noch stärker zu pushen. Was im Detail in der Datenbank passiert und wie die künstliche Intelligenz in der Lage ist, in Bruchteilen von Sekunden solch eine „Zauberei“ zu vollbringen, wird im Workshop skizziert.

Nachdem alle bisherigen Fachveröffentlichungen zum semantischen Web oder semantischen Themenportalen nur auf theoretischen Annahmen basierten, wird der Workshop im Rahmen des UX Congress ein echtes Novum erleben.

Gezeigt werden unterschiedliche Ansätze in unterschiedlichen Umgebungen:

  • Die Vernetzung eines eher trockenen Themas wie „Immobilien“ mit Design und Lifestyle (Immobilienmagazin 3.0)
  • Der Verkauf eines Maserati im Online Shop in Verbindung mit Künstlicher Intelligenz
  • Musikmagazin: Die Verbindung von Open Innovation Elementen und Künstlicher Intelligenz in Verbindung mit einem bewusst „nebulösen“ Redaktionsplan im Rahmen der Erstellung eines Musikmagazins

Kleiner Wermutstropfen am Rande: Mit der Bahn werden wir sicherlich nicht zum ux congress 2014 (user experience congress) nach Frankfurt reisen, um den Impulsvortrag zur Eröffnung am Montag und den 90minütigen Workshop Künstliche Intelligenz und und Online Shops am Dienstag zu halten. Wegen GDL Streik mal wieder mit dem Fernbus…