Bis hierhin konnte gezeigt werden, dass Social Media mehr als nur Facebook ist (auch wenn viele andere Portale zugunsten von Facebook schrumpfen). Darüber hinaus wurde deutlich, dass Facebook aufgrund seiner Reichweite entsprechend attraktiv sein kann (die Conversion von 0,05 hier außer Acht gelassen). Unter diesem Aspekt stellt die letzte  Ausgabe von werben & verkaufen die Frage nach der Erfolgsformel. Gefragt wird nach dem Wert eines Followers. Als Guttenberg in seinen letzten Zügen war, so die Zeitschrift, konnte er zwar eine halbe Million Follower generieren, von denen dann aber nicht einmal 50 zu einer realen Kundgebung erschienen (bundesweit knapp 5.000, davon ca. 3000 im Heimatort, der Rest verteilt auf Großstädte – die meisten hier waren jedoch erboste oder zynische Gegner, die die Monarchie zurückforderten oder ähnliche Boshaftigkeiten skandierten…)

An dieser Stelle sei dahingestellt, ob es sich nun bei den weiter oben zitierten 500.000 Fans um Fake Accounts handelte oder ob es die an anderer Stelle thematisierte Facebook-Oberflächlichkeit war, die zu diesem mehr als deutlichen Ergebnis führte. Festzuhalten ist: Wenn der Fan nur Fan heißt, nicht jedoch aktiv ist, dann ist er nicht viel wert. Für die Conversion ist der Einzelne zunächst unerheblich, aus viraler Sicht jedoch als Multiplikator extrem wichtig.

Natürlich könnte man jetzt auch eine weitere Guttbye-Verzweiflungs Community anführen, die derzeit zum Verkauf bei ebay steht: Für rund  43.000 Fans werden 5 Euro 50 verlangt und es bleibt abzuwarten, was ein „Produkt“ ersteigern kann, dessen Verfallsdatum abgelaufen ist…

Zurück zur Ausgangsüberlegung, was ein Fan nun wirklich Wert ist. Die w&v verdeutlicht, dass Media Agenturen ihre Rolle im Social Media Zirkus versuchen zu finden. Hierbei werden dann die, aus der Vergangenheit, bewährten Tausender-Kontakt-Preise als Maß aller Dinge angesetzt, was Media Profis, die über den Tellerrand schauen können, deutlich kritisieren. Thomas Koch kritisiert in diesem Zusammenhang zurecht, dass dieser Vergleich „mit Vollgas in die Sackgasse“ führe.

Der intermediale Vergleich ist eine Wissenschaft für sich und die Herangehensweisen sind immer nicht-linear und multipel und vor allem nicht so einfach wie es sich so manche Media Agentur vorstellt. Halten wir also an dieser Stelle fest:

Wer Social Media Karussell fahren will, benötigt in erster Linie tiefes und vernetztes Detailwissen. Ohne ein dezidiertes Social Media Monitoring ist Social Media Marketing ein gefährlicher Blindflug, der mehr Geld vernichtet, als er in die Kassen spült.

Zweitens: Social Media ist Content. Nur wer eine wirklich spannende Geschichte erzählen kann, darf auf das Karussell steigen. Wichtig in diesem Zusammenhang: Selbstverliebte Markeninhaber müssen lernen, dass nicht sie oder ihr Produkt der Nabel der Welt sind, sondern die Bedürfnisse der User. Denn: Alles was nicht Timeline kompatibel ist, wird als SPAM aus dem Zirkuszelt geworfen…

Social Media ist authentischer Dialog. Natürlich kann man externe Blogger einstellen,  die hauptberuflich das Firmenblog mit News „befüllen“, aber je mehr man den Geschichten Leben einhaucht, desto dynamischer der Prozess, desto nachhaltiger ist das Marketing und vor allem desto wertiger sind die Fans. Wir nennen das Markenaufbau von innen und deshalb unterstützen wir zwar unsere Kunden mit Blogkonzepten und erstellen auch Texte, wichtiger ist es uns jedoch, dass der Kunde direkt in Tuchfühlung zu seinem User geht.

Unternehmen brauchen Legenden! Dies ist keine neue Erkenntnis aus Social Media Zeiten, sondern eine alte Erkenntnis, die man sich unbedingt wieder ins Gedächtnis zurückrufen sollte (siehe auch deshalb auch unser Postulat „Charismatiker braucht die Wirtschaft“).

Im Social Media Zirkus ist festzustellen, dass die einst aufgrund der Komplexität von Kommunikationsprozessen richtigerweise vorgenommene Spezialisierung von Agenturen derzeit arg weich gespült wird. PR Agenturen versorgen gerne mal Facebook und twitter Accounts mit Texten (und vergessen dabei, dass PR einer anderen Systematik gehorcht als Social Media, schließlich geben sie auch nicht nebenbei eine Zeitung heraus).

Media Agenturen streuen ihre Billings von TV bis Facebook und betreuen von daher gerne auch mal Social Media Accounts (nebenbei) mit und übernehmen dann auch schon mal die Aufgaben von SEM Agenturen und auch Kreativ Agenturen sind gerne auf allen Ebenen kreativ, auch wenn sie nicht von allen Themen etwas verstehen und so kommt es dann, dass eine echte Vernetzung der Werbebotschaft nicht stattfindet oder hier und da auch schon mal eine perfekt gestylte tote Community mit „toten Accounts“ entsteht. Die klassische Kampagne mit einem kurzen Link „jetzt auch auf Facebook“ zu versehen ist noch lange nicht Social Media Kommunikation. Erst wenn 1+1=3 ergibt, erst wenn ein vernetztes Denken stattfindet, erwacht Social Media zum Leben.

Um es noch ein wenig deutlicher zu sagen: Wenn man das auf eine Anwaltskanzlei übertragen würde und ein Familienrechtler plötzlich sagen würde, dass er das bisschen Strafrecht schon nebenbei mitmacht, dann wäre es dem Mandaten wahrscheinlich genau so wohl zumute wie dem Zahnpatienten zu dem der Urologe sagt „machen Sie doch mal den Mund auf“…

Aus Kundensicht muss die Dasmachenwirmalebennebenbeimentalität frustrierend sein, denn egal welche Agentur anklopft, jeder macht erst einmal den Bauchladen auf. Im Zentrum steht nicht die Problematik des Kunden, sondern die eigenen Möglichkeiten erweitert um Social Media Marketing. Und weil die Agenturen aber oftmals klingende und swingende Namen haben, merkt der Kunde nicht, dass der Kaiser keine Kleider anhat, was uns zu unserem Credo führt: Was immer du tust, tu es mit Leidenschaft oder lass es…

Und wo war jetzt der Rohrreiniger in dieser Geschichte? Nicht nur in der Überschrift, für ihn ist diese Zusammenfassung gedacht. Sie enthält wenig Marketing Denglish und heisst ganz bewusst Zusammenfassung und nicht Summary.

Also:

1. Was immer du tust, tu es mit Leidenschaft oder lass es…

2. Social Media ist Content

3. Social Media ist Dialog

4. Alles was nicht authentisch ist, wird abgestraft

5. Achten Sie nicht nur auf „kostengünstig“, sondern auf die beste Lösung des Problems

6. Holen Sie sich Profis

7. Unternehmen brauchen Legenden

8. Marketing ist immer nachhaltiger als Produkt

9. Rufen Sie einfach an, den Rest erzählen wir am Telefon…