Ein Gespenst geht um: „Peak Car“ – die Dominanz des Automobils scheint sich dem Ende entgegen zu neigen. Ein tödliches Gemisch aus Missmanagement, Überkapazitäten, zu hohen Fixkosten, Eurokrise und Antriebsunsicherheiten stürzt die Branche in eine tiefe Krise.

Mobile kills Mobility

Während in vielen Bereichen das Thema „Mobile“ einen zusätzlichen Vertriebskanal darstellt, scheint die Automobilbranche eher darunter zu leiden. Natürlich hat man auch hier erkannt, dass „Mobile“ ein sehr guter Vertriebskanal ist und man nutzt ihn, wann immer man kann (vgl. exemplarisch die APP Seite von Audi oder anderen Herstellern). Man nutzt die App als Konfigurator, als Servicetool oder aber im Rahmen einer emotionalen Allianz wie sie beispielsweise Daimler mit mytaxi oder BMW (bzw. BMW i ventures) mit ParkatmyHouse lebt. Aber „Mobile“ bedeutet, zumindest für die jüngere Generation, auch Abkehr vom Automobil. Das Smartphone scheint attraktiver als das Automobil. Die Industrie muss deutlich neue Kommunikationswege beschreiten und authentisch in der Zielgruppe landen (man beachte die 20 Mio. Views des folgenden Clips).

Dilemma Autoverkauf

Eine Studie der Zeitschrift Auto Motor Sport zeigt, dass 34 Prozent aller Kaufanfragen in Autohäusern unbeantwortet bleiben. Was läge also näher, das Auto online über die Herstellerseite oder per App zu verkaufen? Genau hier liegt das Dilemma: Es ist weniger der Service wie Werkstatt etc., den das Autohaus erbringt, es ist seine Funktion als Zwischenfinanzierer. Längst haben die Hersteller große Fixkosten-Apparate aufgebaut, die so hoch sind, dass sie im Krisenfall nicht kurzfristig abgebaut werden können und so werden trotz alle Just-in-Time-Konzepte die überproduzierten Autos auf die Händlerhöfe gestellt. Dort treffen sie dann auf unmotivierte Autoverkäufer, die noch nicht verstanden haben, dass die goldenen Zeiten des Verteilens vorüber sind…

Verdrängungsparken

Wenn der Hof des Händlers voll ist, bietet sich die Straße an, auch hier kann man Autos für potentielle Kunden abstellen. Dies geschieht zeitgemäß durch Carsharing. Immer mehr Hersteller haben diesen neuen Markt erkannt und „parken“ in der Zielgruppe, wo sie diejenigen verdrängen, die sonst dort parken, nämlich die Taxis.

Die entscheidende Frage: Wird sich Carsharing als neues Mobilitätskonzept durchsetzen? Unsere Social Media Analyse hat dies zumindest angedeutet, was aber wird unsere Umfrage sagen? Am 19.3. stellen wir die Ergebnisse in Nürnberg und am 20.3. auf Schloss Monrepos vor.

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