Der Like Button von Facebook ist illegal, so die heutige Meldung von Meedia. Das ULD (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein) fordert deshalb Webseitenbetreiber dazu auf, ihre Fanpage bei Facebook zu löschen und Plugins wie den „Gefällt mir“-Button auf ihren Internet-Auftritten zu entfernen. Die w&v vermutet zunächst eine Provinzposse, aber der dort grimmig abgelichtete ULD Chef Weichert schaut nicht aus, als ob er nur das Sommerloch stopfen wolle. 50.000 Euro Bußgeld drohen den Unternehmen im worst case.

Ein Blick auf die 100 größten Unternehmen in Schleswig-Holstein relativiert die Drohung jedoch schnell. Platz eins: Freenet, die laut Impressum ihren Firmensitz in Hamburg haben genauso wie Platz drei: Edeka, die ebenfalls in Hamburg sitzen. Platz zwei: Orlen Deutschland hat bei Facebook ohnehin nur 9 Freunde und den Hauptsitz zudem in Polen…

Von den TOP 100 Unternehmen sind zudem knapp die Hälfte verarbeitendes Gewerbe, also B2B und weitere 16 Prozent im Gesundheitssektor, also auch B2B. Nochmals 8 Prozent im Sektor Verkehr und Nachrichtenverarbeitung also nochmals B2B und der Rest mit Firmensitz in Hamburg, Polen oder Dänemark…

Erkenntnis: Schleswig-Holstein braucht neben Datenschutz deutlich mehr umsatzstarke Unternehmen mit Hauptsitz in Schleswig-Holstein und Hamburg darf NICHT annektiert werden…

Unabhängig davon: Als die Alliierten nach dem zweiten Weltkrieg das Fernsehen einführten, war allen Sendern bekannt, dass derjenige, der sendet auch empfangen werden kann. Auch der ICH-Sender moderner Prägung sollte sich im Klaren sein, dass seine Botschaften auch empfangen werden.

Fazit: Moderne Kommunikation ist und bleibt kompliziert