(Lanz) Bashing ist NORM(al), das musste gestern festgestellt werden. Der PR vertraute Prominente geht (mit oder ohne professionelle Hilfe) immer gestärkt aus jedem Shitstorm heraus, zumindest nimmt er keinen oder zumindest keinen großen Schaden. Es gilt die These „Nur KEINE PR ist schlechte PR“, wahlweise leistet ein Prominenter  Schützenhilfe (die Deduktionskette CEO – Markenwert – Media wird an anderer Stelle zu  diskutieren sein).

Was aber macht der Privatmensch, wenn er in einen Shitstorm gerät? Wir unterscheiden an dieser Stelle zwei Fälle:

Aufgrund einer Äußerung oder Handlung erfolgt ein Posting, dass geteilt wird und sich somit aufschaukelt. Gutes Lehrbeispiel für diese Kategorie: Silke S., die durch eine rassistische Bemerkung in eine Hetzjagd geriet.

Dauer solcher Aktionen: Ca. 2-5 Tage, dann wird die nächste Sau durchs Dorf getrieben…

Beispiel zwei: Der Hass Blog eines Trolls – nicht immer ist Troll-Abwehr so witzig, wie in unserem  eBook skizziert: Kommunikation mit Außerirdischen

Auslöser für Beispiel zwei ist ebenfalls eine Äußerung oder Handlung, jedoch wird diesmal nicht gepostet, sondern ein Blog aufgesetzt, der in tagelanger (meist pathologischer) Programmier- und Textarbeit als SEO relevante Größe aufgesetzt wird, dann als dauerhafte Institution im Netz steht und bei entsprechender Vernetzung ein entsprechendes Ranking aufweist.

Hier bleibt in aller Regel nur das zusätzliche Einschalten eines Anwaltes, weil es sich nicht um ein 2-5tägiges Phänomen handelt, sondern um eine echte Geschäftsschädigung, denn nach Überreichen der Visitenkarten erfolgt nach jedem Business Meeting ein ritualisiertes Reputationsgoogeln und wenn dann eine Troll-Seite die Reputation zerstört, kann dies schnell zu monetären Verlusten führen.

Im Fall eines Troll Angriffes gilt: Professionelle Hilfe ist das A und O. In aller Regel benötigt man ein Team aus Anwälten und Kommunikationsprofis. Die Kommunikationsstrategie muss dann immer mit dem Anwalt abgestimmt werden, damit man nah an die Grenzen, i.e. die Schmerzgrenzen des Trolls gehen kann. Sobald er einen Fehler macht, schlägt der Anwalt zu…

Regel Nummer zwei: Begebe dich nie auf das Schlachtfeld des Trolls, sondern eröffne deine eigenen Kriegsgebiete in denen du die (Luft)Hoheit hast. Alte militärische Regel, ohne die Luftwaffe ist es schwer, den Krieg zu gewinnen. Der Privatmann schickt jedoch immer nur die leichte Infanterie in die Schlacht…

Regel Nummer drei: Übe Gelassenheit. Der Troll rechnet mit deiner Panik. In aller Regel rechnet der Troll zwar nicht wirklich, da er im Angriffswahn ist und nicht denken kann, aber unentspannte Aktionen spielen dem Troll dennoch in die Hände.

Hilfreich in diesem Zusammenhang ist ein Blick in Arno Gruen´s Der Wahnsinn der Normalität

Gruen hält fest, dass man das Phänomen Hitler nicht mit dem herkömmlichen Begriffspaar „normal“ oder „geisteskrank“ fassen kann (ähnlich stellt sich das Phänomen Troll auch dar), sondern dass man vielmehr die Gesamtsituation erfassen muss, wie es dazu kam, dass ein Mann wie Hitler an die Macht kommen konnte. Im Fall einer Troll Attacke gilt, dem Troll keine Macht zu geben (vertiefend hierzu auch Hannah Arendt – Über das Böse).

Das Thema „Troll“ werden wir in der nächsten Zeit in Workshops und Vorträgen vertiefen. Wer von einem Troll angegriffen wird, kann sich gerne melden…