“Starbucks muss schlanker werden”, konnte man anfang des Jahres überall lesen. Knapp 7.000  Filialen sollten geschlossen werden. Der Umsatz war um fast 70 Prozent zurückgegangen. Die starken Umsatzeinbußen von Starbucks erscheinen nicht verwunderlich, gibt es doch in Deutschland einfach zu wenige Kunden, die fließend starbuck-denglish sprechen und Bestellungen aufgeben können wie: „Bitte einen iced double tall with skinny milk less ice extra whipped cream and mokka topping double mokka Macchiato“.

Wenn man sich bei derartigen Bestellungen verhaspelt, zerplatzt der Mythos wie eine Seifenblase und der Besteller steht wie ein Vollidiot in der ewig langen Schlange, die ihn mitleidsvoll anschaut, wenn er mitten im lange geübten Satz stecken bleibt: „triple grande half decaf two pumps of white mokka sirup soy milk and extra whipped cream not so hot double mokka macchiato“.

Die Schlange ist ein von Starbucks ausdrücklich gewünschtes Phänomen, man will schließlich keinen Kaffee verkaufen, sondern ein Lebensgefühl. Die Grundidee: in der Schlage kommt man sich näher (nach einem „Praxistest“ kommen wir zum Ergebnis, dass nach ca. 127 Heißgetränken nur ein einziges Folge Date zustande gekommen ist).  Die Schlange ist zudem extrem wichtig, damit der Kunde sich mit den lustigen Getränkebegriffen vertraut machen kann, um für den Fall der Bestellung nicht gänzlich bescheuert dazustehen.

Der Umsatzrückgang bei Starbucks könnte aber auch darauf zurückzuführen sein, dass immer weniger Kunden Lust haben, bei der Bestellung quasi einen Personalausweis vorzulegen bzw. ihren Namen zu nennen nur damit dieser bei der Ausgabe des Heißgetränkes LAUTHALS ins Lokal gerufen wird und das alles nur, weil das Kurzzeitgedächtnis der Starbuck Slaves nicht von der Kasse bis zur Getränkeausgabe reicht.

Angesichts des drastischen Umsatzrückgangs bleibt die Frage, wann sich auch Starbucks unter den Rettungsschirm der Regierung begibt und wann Angela Merkel mit einem Starbucks Eimer im Bundestag auftaucht und sich ans Rednerpult stellt.

Statt der geplanten Stellenkürzungen und Filialschließungen geht Starbucks jetzt jedoch in die Offensive und will bald auch Alkohol ausschenken. Nicht vorstellbar, wie man die folgende Bestellung mit einem Schuss Cognac aussprechen soll: venti not so hot with colesterol-free milk without whipped cream and extra chocolate powder premium hot chocolate.

Fazit aus Marketingsicht: Statt Solo Espresso with double Beer dann doch lieber gleich zu Mc Café, da ist das Publikum zwar nicht so stylish, aber man bricht sich wenigstens nicht die Zunge beim Bestellen ab…

Lust auf einen Espresso??