Wenn der Netzökonom am heiligen Sonntag postet, dass Slack-Bots zu einem Trend werden könnten, dann legt man schon mal die Sonntagslektüre auf die Seite und schaut, wer sich sonst noch mit dem Trend beschäftigt.

Erste Feststellung: In Deutschland sind Slack-Bots anscheinend noch kein Thema, denn deutsche Quellen bei Google sind rar. Die erste Seite bei den den Suchergebnissen ist fest in angelsächsischer Hand. Seite zwei dann, gut versteckt inmitten angelsächsischer Suchergebnisse, t3n mit einem Beitrag zum Slack-Bot Blossom, der bei der New York Times voraussagt, was bei Facebook geteilt werden wird. 380 Prozent mehr Klicks, wenn das kein Trend wird…

Der verwirrte (mittelständische) Außenstehende zuckt an dieser Stelle die Schultern. Verwirrung deshalb, weil Slack ja eigentlich eine Messenger App für Teams ist. Würde man jetzt noch schreiben, dass es eine App für Teams ist, die Robots auf den Mars bringen, wäre die Verwirrung komplett…

zunkunftstrends

Sonntag ist beschaulicher Lese- und Nachdenktag, also verlassen wir den Mars und fragen uns, wo der interessierte mittelständische Unternehmer sein Grundlagenwissen für seine unternehmerischen Entscheidungen hernehmen kann. Dr. Holger Schmidt (der Netzökonom) hat in diesem Fall Poynter gelesen, die den Trend bestätigen, Slack-Bots jetzt auch bei der englischen Ausgabe von Al Jazeera.

Dass Manager und Unternehmer eine gute Wissensbasis benötigen, ist unumstritten, man kann dies beispielsweise eindrucksvoll bei [amazon text=Clayton M. Christensen&asin=B008527PTO] nachlesen, der zeigt, wie erfolgreiche Manager scheitern, wenn der Pfad evolutionärer Technologien verlassen wird. Die Logik des Scheiterns aufgrund disruptiver Innovationen soll an dieser Stelle jedoch nicht vertieft werden, es gilt darum, sich Gedanken um eine verlässliche Wissensbasis für Unternehmer zu machen.

Natürlich könnte man jetzt eine Social Media Monitoring in Stellung bringen, aber so viel Zeit hat ein Top Manager nicht und die einfachere Google Alert Lösung könnte höchstens als Indikator dienen.

Dumm, dass Google seinen Reader eingestellt hat, hier hätte die Führungskraft zumindest eine Quellensammlung aufbauen können (ob da dann Poynter dabei gewesen wäre, darf angezweifelt werden).

Also doch ein Social Media Monitoring? Oder einfach nur ein Aggregator wie etwa rivva? Nachteil: Hier werden dann nur allgemeine Trends thematisiert. Ähnliches kann für Twitter oder Facebook gesagt werden (selektive Wahrnehmung und kognitive Dissonanzen könnten zudem das Gesamtbild verzerren, aber auch diese Punkt soll nicht vertieft werden).

Was bliebe, wäre dann noch ein steuerbarer Aggregator (wie z.B. paper.li – „es ist kompliziert“ ), bei dem man sowohl Quellen als auch Keywords eingeben könnte, aber auch hier kann nicht von einer Musterlösung gesprochen werden.

Zweifelsohne haben wir an dieser Stelle den Themenbereich Semantische Lösungsansätze erreicht, anders kann die Komplexität nicht bewältigt werden. Dennoch: Niemand wird dem Unternehmer die Entscheidung abnehmen, womit wir wieder im noch zu vertiefenden Gebiet „digitale eMotionalität“ angekommen wären.

Es ist und bleibt (Gott sei Dank) kompliziert!