Bevor der angekündigte Hacker zur Wort kommt, soll aus gegebenem Anlass das Thema Silke S. nochmals aus der rein menschlichen Perspektive betrachtet werden.

Gestern wurde die Frage gestellt, wie man als Privatperson damit umgeht? Firmen, so konnte festgestellt werden, gehen mit entsprechenden Krisenmanagern unbeschadet aus solchen Situation heraus. Dem Privatmenschen bleibt nur die Strafanzeige und das große Hoffen, dass die Pöbel-Karavane schnell weiterzieht.

Der Name Silke S. wird schnell aus den Suchtrends verschwinden, was aber in den Google-Suchen nicht aufgetaucht ist, waren die offiziellen Gegendarstellungen. Man muss intensiv suchen, um auf eine österreichische Berichterstattung zu stoßen, deutschen Magazinen war es keinen Bericht wert. Hochwasser, Hochwasser und ein wenig Drohne…

Am Ende gilt für den Privatmann die selbe Gesetzmäßigkeit wie für den Konzern: Kein Öl auf die Flammen gießen, beobachten und dokumentieren und vor allem so schnell wie möglich einen Profi einschalten. Am Ende kann festgehalten werden: Noch nie hat ein Shitstorm wirklich geschadet, er kostet Zeit und Nerven und er ist absolut überflüssig…

Der Fall Silke S. ist mittlerweile jedoch kein Fall mehr für den Krisenmanager, sondern für die gesamte Gesellschaft. Will man in einer Gemeinschaft leben, die sich jederzeit gegen jeden verschwören kann? Wie hoch ist die Lebensqualität, wenn man weiss, dass man in einem Minenfeld lebt? Will man in einer Gesellschaft leben, in der man täglich von Feinden umgeben ist?

Unabhängig davon muss sich Facebook die Frage stellen, wie sie einzelne Mitglieder vor einem pöbelnden Mob schützen will. Stellt der Klarnamenszwang unter diesen Umständen einen Schut für die Opfer dar oder überwiegt die Tatsache, dass in Hetzjagden die Nicht-Klarnamen besonder aggressiv und primitiv vorgehen. Im Fall Silke S. konnte dies zumindest ansatzweise beobachtet werden.