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Semiotisches Marketing

Einzelexplorationen am Rande großer Konferenzen oder Kongresse unterstreichen die landläufige Expertenmeinung, dass in Deutschland gerade mal 40 Prozent der Entscheider das Prinzip „Industrie 4.0“ verstanden haben. Die Überforderung wäre noch größer, wenn man Industrie 4.0 in Relation zu „Ubiquitous Computing“ oder „Pervasive Computing“ stellen würde oder sogar nach einer Abgrenzung Internet der Dinge fragen würde. Angekommen scheint die „Botschaft“, dass Industrie 4.0 und das Internet der Dinge in enger Relation zur Automation von Produktionsprozessen steht, was einen weiteren (ominösen) Begriff in Stellung bringt: Big Data.

An dieser Stelle wird das Feld der allgemeinen Mutmaßungen verlassen und es wird vereinfachend festgehalten, dass sich die Gesellschaft in einem Prozess der digitalen Transformation befindet, dass das Leben zunehmend digitaler und vernetzter wird, dass der Computer als Gerät in den Hintergrund tritt (Internet der Dinge) und das sich im Zuge der Digitalisierung die Datenmengen ständig erhöhen.

Das Phänomen Big Data erfordert die Notwendigkeit, nach Wegen zu suchen, von Daten zu operationalisierbarem Erkenntnisnutzen zu gelangen. Hierzu wurden in der Vergangenheit unterschiedlichste Lösungen entwickelt, exemplarisch aufgeführt werden hier Semantischen Technologien oder Data Mining Ansätze, aber auch die klassische Semiotik bietet Lösungen.

Semiotik kurz und knapp erklärt:

Die Semiotik gilt als die Wissenschaft zur Entstehung, des Wesens und des Gebrauchs von Zeichen. Sie ist unter anderem ein Teilgebiet der Erkenntnistheorie oder Sprachphilosophie. Die Semiotik lässt sich aus linguistischer Sicht in drei Teilgebiete untergliedern: die Pragmatik, Syntax und Semantik.

Bezieht man die Semiotik nun auf die Erkenntnistheorie, so lässt sich das semiotische Dreieck folgendermaßen darstellen: das semiotische Dreieck besteht hier nicht mehr aus Pragmatik, Syntax und Semantik, sondern aus dem Symbol, dem Begriff und dem Ding. Das Symbol erweckt einen Begriff in den Gedanken des Betrachters und steht ebenfalls für das vom Verfasser gemeinte Ding. An dieser Stelle zeigt sich die Wichtigkeit von semiotischen Analysen in der Unternehmenskommunikation, denn zwischen Begriff und Ding kann es zu einem Konflikt kommen. Steht der Begriff nicht für das gleiche wie das Ding, so ist die Kommunikation fehlgeschlagen.
Einfacher lässt sich dieses Problem an dem semiotischen Dreieck nach Peirce verdeutlichen. Hier spricht man vom Zeichen, die mentalen Bild und dem Gemeinten. Führt man Gedanken von Peirce zum semiotischen drei nun weiter, so gelangt man zu einem semiotischen Dreieck, welches aus dem gesagten oder geschriebenen Wort, einem mentalen Bild oder einer Emotion und dem Gemeinten besteht.

Semiotisches Dreieck Kommunikation


Semiotik und Marketing: Wieso eine Verknüpfung notwendig ist

Seit geraumer Zeit ist der Begriff Big Data omnipräsent in allen Medien, aber was hat Big Data mit semiotischem Marketing zu tun?

Vorab sollte nun noch einmal geklärt werden, wie sich das Phänomen Big Data auf das Marketing im Allgemeinen auswirkt. Nimmt man hierzu die Studie der IDC zur Entwicklung der Datenfluten zur Hand, so wird schnell klar, dass es zukünftig immer wichtiger sein wird, seine Botschaft als Unternehmen durch die enormen Mengen an Informationen, die dem potenziellen oder bestehenden Kunden zur Verfügung stehen, gezielt platzieren zu können.

Datenprognose Big Data
Selbst wenn es nur eine geringere Korrelation zwischen den Datenmengen, die allgemein produziert werden und denen, die dem Endverbraucher als letztendliche Information zur Verfügung stehen, gibt, so sollte man Big Data nicht unterschätzen!
Sollten beide Bereiche nur mit einem Faktor von 0,3 korrelieren, so würden im Jahr 2020 trotzdem ca. 50% mehr Informationen für den Einzelnen bereitstehen. Wer häufig im Internet oder auch nur in Facebook unterwegs ist, der kann sich nun vorstellen was das für den Einzelnen bedeutet und wie schwer es für eine Marke sein wird in dieser Flut an Informationen herauszustechen.
Aber schon heute ist es wichtig, dass die Botschaft einer Marke punktgenau ist und aus der breiten Masse heraussticht.
Denn nur, weil eine Person die Werbebotschaft sehen könnte, heißt das nicht, dass sie sie überhaupt in irgendeiner Weise wahrnimmt. Auch ohne Big Data spielen, die Selektive Wahrnehmung, die Unaufmerksamkeitsblindheit und viele andere Faktoren, eine wichtige Rolle in der Kommunikationsstrategie eines jeden Unternehmens.

Was ist Semiotisches Marketing und wie funktioniert es?

Semiotisches Marketing ist die Verknüpfung aus altbekannten, bewährten Methoden des Marketing, mit der wissenschaftlichen, semiotischen Analyse von Botschaften, beziehungsweise derer Erarbeitung. Im semiotischen Marketing wird nicht wie ursprünglich erst veröffentlicht und dann analysiert, sondern der umgekehrte Weg eingeschlagen: Die zu transportierende Botschaft wird durch Analysen und Tests so formuliert und gestaltet, dass selbst in einer interkulturellen Gesellschaft, wie sie unter anderem durch das World Wide Web entstanden ist, trotzdem die Zielgruppe, ohne mögliche Missverständnisse, erreichen kann.
Speziell in der digitalen Kommunikation spielt dies eine sehr wichtige Rolle, da wichtige Kanäle zur Übermittlung von paraverbalen und nonverbalen Informationen, die zum Verständnis oft essenziell sind, wegfallen. Mit semiotischen Analysen kann dieser Wegfall kompensiert werden.

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