Die politisch korrekte Überschrift müsste natürlich anders lauten: Semantische Themenportale: Nomophobie und die Korrelation zum Autobau sowie zu Zimtsternen – sonntägliche Gedanken zur Ontologie, wohlgemerkt nicht der philosophischen -präsentiert an einem Montag. Aber das ist dann wieder so furchtbar lang, das liest dann auch kaum einer…

Die Autoindustrie hat auf dem Automobilsalon Genf immer wieder beteuert, dass sie KEINE Angst vor dem Apple Car hat. Nomophobie = JA (sagt unsere Nomophobie Studie), aber Car Phobie = NEIN (sagt der Mercedes Zetsche) und der BMW Reithofer sagt, dass man Apple sehr ernst nehmen muss und der Toyota Leroy fügt hinzu, dass es schon doof wäre, wenn sie zukünftig nur noch die leeren Hüllen an einen Nicht-Autohersteller wie Apple und Google liefern müssten…

Am Ende waren sich alle einig (obwohl der Automobilsalon noch bis zum 15.3. geht): Apple ist eine extrem starke Marke oder wie die w&v schrieb: Apple scheucht die Autoindustrie auf. Die Automobilbosse sind sich einig: Nur sie haben die komplette Wertschöpfungskette, kann also nichts passieren…

FordGenf2015_1

FORD (c) Automobilsalon Genf

 

ABER: Ein Blick auf die Apple Homepage zeigt (zumindest die Seite, auf die der Profi schaut, also der der heute NICHT auf die Smartwatch News wartet), in Q1 (!) rechnet Apple mit einem Revenue zwischen 52 und 55 Mrd Dollar. Wenn die noch ein paar Tage länger arbeiten würden, könnten sie sich den gesamten FORD Konzern  mit einem Börsenwert ca. 55 und 60 Mrd. Dollar leisten (Februar 2015 – die Quartalszahlen sind noch nicht draußen). Schnell kommen alte, böse Bilder zurück ins Gedächtnis: schreIBMaschine. Damals kam die Konkurrenz auch nicht aus der selben Branche…

Immer wieder hat es Apple geschafft, mit Produkten, die nicht zum Kerngeschäft gehören, in die Schlagzeilen zu kommen. Die Autoindustrie wiegte sich in Sicherheit, war es doch bisher die Immobilien Branche, in die Apple und Google eindrangen und beispielsweise mit einem vernetzten Rauchmelder auf den Markt kamen. Auch das Thema Smartmeter beunruhigte in der Autoindustrie niemanden. Und jetzt so was…

Die Anzeichen für einen gesellschaftlichen Wechsel in die digitale Welt waren jedoch lange zuvor schon absehbar, wie ein Blick auf die digitale Deduktionskette der letzten Monate/Jahre verdeutlicht:

1. Das Smartphone ist wichtiger als automobile Statussymbole

2. Ausstieg der Jugend aus dem Auto Hype (Jugend ohne Führerschein)

3. Einstieg in eine neue urbane Gesellschaftsform

An dieser Stelle kann man dann entspannt zur Überschrift zurückkehren und in einem Semantischen Themenportal die Arbeit respektive die Trenderkennung aus den oben aufgeführten Schlüsselbegriffen der Künstlichen Intelligenz überlassen. Zuvor jedoch soll anhand einer Grafik die Funktionsweise Semantischer Themenportale für die Praxis verdeutlicht werden. Hierzu werden aus der furchtbar langen Überschrift die Zimtsterne herausgegriffen. Dengel et al. (S. 36ff) skizziert anhand von Zimtgebäck die Eigenschaften Semantischer Netze. Wir tauschen im Folgenden die Zimtsterne gegen den Apfel und starten die Überlegungen im Guerilla Marketing Blog (Guerilla Marketing 3.0).

Semantisches Netz

Semantisches Netz ohne Zimtgebäck

Obige Darstellung zeigt in stark vereinfachter Form, wie schnell ein Semantisches Netzwerk wachsen kann. Startpunkt der Überlegungen ist der eigene Blog (Guerilla Marketing 3.0). Einfacher Einstieg: Im Rahmen eines Guerilla Marketing Blogs ist Marketing rund um das Thema Automobil ein normales Thema. Man könnte jetzt noch eine Verknüpfung zum Automagazin setzen und von dort zum Thema „Automobil“ gehen, das würde das Semantische Netz nochmals vergrößern. Von „Automobil“ könnte man in einem weiteren Schritt differenzieren in „eMobility“ und „Verbrennungsmotor“ und auch die Differenzierung „Automobil“ und „Mobilität“ wäre möglich, was inhaltlich eine größere Nähe zu Google und Apple darstellen würde. „Zetsche“ könnte dann noch in Relation zum CEO Blog gesetzt werden, was nochmals eine neue Dimension eröffnen würde, aber gut verdeutlicht, dass die Herleitung von Wissen einen aufwendigen Suchprozess auslösen kann – auf eine Verknüpfung mit ebenfalls korrelierenden Themen wie Industrie 4.0 etc. wurde bewusst verzichtet und auch eine vertiefende Beschreibung des in diesem Zusammenhang wichtigen Spreading-Activation-Mechanismus findet ausnahmsweise nicht statt sonst kommt ja keiner zu unserem Vorträgen nach Berlin (12.3.) oder Stuttgart (24.3.).

Nochmals zur Überschrift: Aus Zeitgründen (liest ja sonst keiner zu Ende) wird zum Thema Ontologie auf van Elst (S. 135) verwiesen und um nochmals Google aufzugreifen (diesmal jedoch nicht die Firma, sondern der Suchalgorithmus): Wir sind gespannt, unter welchem Suchergebnis dieser Beitrag in den Suchergebnissen auftaucht. Zetsche? Nomophobie? Semantisches Themenportal?

Ansonsten mal ganz ehrlich: Noch cooler hat noch nie jemand zu Vorträgen eingeladen, oder?? Wir sehen uns in Berlin (12.3.) oder Stuttgart (24.3.).