König Fußball lockert so langsam seinen Würgegriff, 80 Millionen Bundestrainer ziehen ihr Trikot wieder aus und suchen sich eine neue Beschäftigung, Politiker müssen sich etwas einfallen lassen, um unbequeme Entscheidungen durchs Parlament winken zu können und in der freien Wirtschaft muss wieder langsam angefangen werden, zu arbeiten (bevor die Sommerpause und die Weihnachtsferien kommen).

Bleiben wir noch kurz beim Fußball: Die einstige Männerdomäne ist mittlerweile extrem verweiblicht. Frauen sind sehr weit in die einstigen Männerwelten eingedrungen, die Männerquote steht kurz vor der Parlamentsdiskussion.

Der Aufmarsch der Künstlichen Intelligenz

ABER: Die eigentliche Bedrohung für den Mann lauert an asexueller Stelle.  Computer, so können wir auf dem Titel der ZEIT (Ausgabe Nr. 29 vom 10.7.) lesen, werden bald Ärzte, Manager und andere Akademiker überflüssig machen.

Und da war es wieder, das kulturpessimistische Gespenst der Maschine!

Wir halten uns, das kann man ja jetzt nach der Fußball WM wieder tun, ganz kurz vor Augen: Die Verlagslandschaft hat sich drastisch verändert, die Auflagenhöhe geht kontinuierlich zurück (bis auf löbliche Ausnahmen natürlich wie beispielsweise die weiter oben zitierte ZEIT oder brand eins et al.).

Die einstige Meinungsmachermacht hat sich verlagert, sie findet nun beim Ich-Sender bzw. bei einer Handvoll Key Influencern statt (wie am Beispiel Milaneo gezeigt werden konnte).

Veränderungen im Medienbereich ziehen Veränderungen in Politik, Gesellschaft und der Wirtschaft nach sich bzw. vice versa. So wie der einstige User zum Ich-Sender wurde, wird bzw. sollte der Mitarbeiter zum Markenbotschafter bzw. zum Verkäufer werden.  Verkäufer ist natürlich ein Begriff, den jeder scheut (ich arbeite was Anständiges), dennoch: Wenn Volkswagen es schaffen würde, jeden Mitarbeiter zum Verkäufer werden zu lassen, wäre nicht Toyota auf Platz eins…

Markenaufbau von innen

Markenaufbau von innen, so konnte an anderer Stelle gezeigt werden (vgl. z.B. die Ausführungen Trojanisches Marketing II), ist ein wesentliches strategisches Tool, das in Konzernen und Unternehmen zu wenig genutzt wird. Die Interne Kommunikation ist noch lange nicht im Zeitalter Semantischer Themenportale angekommen. So manches Unternehmen hat die Web einsnullige Mitarbeiterzeitschrift gegen Social Media Tools eingetauscht, aber die Führungskräfte beziehen ihr Social Media Know How noch immer von ihren 14jährigen Töchtern und geben der Marke kein Gesicht.

Momentan, so zeigen unsere Social Media Analysen, ist nicht der Blog als Tool zum Markenaufbau von innen im Fokus des Managements, sondern eher der Blog als SEO Tool. Es werden dann entweder über Textbroker Communities Schreiber für 3-5 Euro pro SEO Text eingekauft. Wahlweise Textbroker Deluxe, ein festangestellter Online Manager. Der Content Profi schreibt dann SEO relevante Texte, die beispielsweise einen Shop oder eine Dienstleistung bewerben (beispielhaft dargestellt in unserem Caravan Magazin bzw. für die intellekuelle Frau von Welt in unserem Immobilien- und Lifestyle-Magazin  ).

Zur Unterstützung der Textersteller könnte nun die Künstliche Intelligenz in Stellung gebracht werden, allerdings nicht wie oben beschrieben als Jobkiller, sondern, zur Erstellung von aktuelleren Texten (die KI erkennt Trends, bevor ein Schreiberling das kann) in größerer Anzahl. Die dann zur Verfügung stehende Quantität könnte dann von einem kleinen Team qualitativ aufgewertet und in ein Satelliten-Blogsystem gespeist werden. Wir haben das exemplarisch mit zwei Beispielen dargestellt. Gepushed wird exemplarisch der der Begriff Backpacker . Hierzu wurde in unserem Automagazin eine Umfrage zum Thema „Würden Sie einen Tramper/Backpacker mitnehmen“ generiert und in der Stauzeitung wurden parallel Studenten befragt, was die adäquate studentische Fortbewegung ist. Der Vorteil von Umfragen: Man kann die Ergebnisse zusammen mit dem Keyword Backpacker ein weiteres Mal streuen.

Von der Social Media Analyse zur Intelligenten Distribution

Der übliche Prozess auf dem Weg in Semantsiche Themenportale startet mit einer Social Media Analyse. Auf Basis der Analyse werden die thematisch relevanten Datenquellen im Social Web ergänzend zum jeweiligen Content und anderen externen Quellen in das Backend des KI-Tools eingesetzt. Aus dieser Datenmenge filtert das Tool nicht nur Keyword-basiert, sondern mit semantischen Zusammenhängen die aktuellen Trendthemen und gewichtet die Themen nach angelernten Relevanzkriterien. Diese wiederum werden dann genutzt, um dem Redakteur des Blogs im Backend Teasertexte vorzuschlagen, aus denen er komplexe Texte verfasst oder aber einfach nur für den SEO-Effekt die Teaser live schaltet.

In einem weiteren Schritt könnte man zwischen die Semantik und den Blog noch ein weiteres Redaktionstool implementieren, das für eine intelligente Distribution verantwortlich zeichnet. Dadurch postet nicht mehr die Künstliche Intelligenz in den Blog, sondern das übergreifende Redaktionstool, was neben dem Blog auch diverse Twitter- oder Facebook-Kanäle automatisch bespielt. Der Effekt bei einem Kunden mit Händlernetz ist dann, dass nicht nur auf dem einen zentralen Blog dieser für Google relevante Content erscheint, sondern das 50, 100 oder mehr Satelliten bestehend aus Facebook- oder Twitter-Kanälen bzw. weiteren Blogs ebenfalls diese Trend-Keywords besetzen, was den zentralen Blog natürlich massiv stärkt.

Wichtig jedoch: Wenn es gelingt, den Mitarbeiter zum Multiplikator zu machen, wird die Künstliche Intelligenz die mächtigste Waffe, die das Marketing abfeuern kann.