Am Wochenende tobte ein kleiner Sturm im Wasserglas (von Shitstorm zu sprechen wäre übertrieben). Die Huffington Post veröffentlichte einen Beitrag mit potenziell verstörendem Bildmaterial (O-Ton). Titel: Unfassbar: PETA tötet heimlich Tausende von Tieren.

Der Autor, Nathan J. Winograd, ist laut Peta jemand, der Tiere in unzumutbaren Zuständen hielt/hält. Also eigentlich ein Troll…

Fakt: Wir haben zwei konträre Meinungen zum Thema Tierschutz und Tierhaltung. Wir haben die Frage, warum geldgierige Züchter fleißig „nachproduzieren“, wir haben die Peta Frage, wer darf/muss/soll Tiere kastrieren und wir haben die ethische Frage, wer entscheidet, wer oder was getötet wird…

UND: Wir haben mal wieder die alte Frage nach dem Qualitätsjournalismus. Der gestrige Sonntag zeigte, dass Tier-Tötungs-Geschichten wie die der Huffington Post polarisieren und sehr gerne verbreitet werden. Teilungskommentare hierbei: „Unfassbar“, „ich bin erschüttert“ oder „wer hätte das gedacht“…

Der letzte Kommentar zeigt, das man nur drauf gewartet hat, dass man den Zurschaustellern nackter Schauspielerinnen endlich auch mal an den Karren fahren kann und damit wären wir dann auch auf dem Level angekommen, dass die Huffington Post Gegner ohnehin prognostiziert hatten: Bildzeitungs Niveau!!!!! Journalismus mit vielen Ausrufezeichen oder wie Niggemeier es ausdrückt: Die Inflation der Aufmerksamkeit.

Im Fall Peta macht Huffington Post offensichtlich einen erklärten Gegner unreflektiert zum Schlagzeilenkönig und auch wenn die Wahrheit sicherlich in der Mitte liegt, gibt man dennoch einem Nicht-Journalisten eine starke Rufmord Waffe in die Hand.

Man könnte natürlich an dieser Stelle in den selben Schlagzeilen-Journalismus verfallen:

Huff-PO ist für den ARSCH

…aber wer will das schon.

Die Frage ist, warum man an dieser Stelle nicht gleich auf semantische Themenportale ausweicht. Die künstliche Intelligenz ist seit Jahren in der Lage, Hotwords zu lesbaren Texten zusammenzustellen. Ein Expertensystem würde zudem SEO relevant und unemotional Blogbeiträge schreiben, die eine Honorardiskussion veremeiden würde, wie sie wegen der Huffington Post geführt wird (dramatisch natürlich für die drittklassigen Schreiberlinge, Möchtegern-Blogger, die eine „Heimat“ verlören).

Semantische Themenportale also eine erstzunehmenden Konkurrenz für den „Qualitätsjournalismus“? Welche Themenwelten bieten sich für semantische Themenportale an?

Trend 2014: Formatentwicklung für semantische Themenportale!

(andere Trends und Meinungen herzlich) WILLKOMMEN)