In letzter Zeit kam das Wort zum Sonntag meist erst am Montag, heute jedoch, weil morgen die Cebit anfängt, doch schon am Sonntag. Aufhänger für die nachfolgenden Gedanken, ist ein Beitrag „Smartphone-Videotürklingel Doorbird

Sonntägliche Überlegung hierzu: Smarthome ist zwar in Deutschland (aufgrund der angelsächsischen Aussprache?) kein publizistisches Trendthema (die Immobilienbranche hat die Reichweite noch nicht mal ansatzweise verstanden)  aufgrund des Engagements von Google und Apple jedoch ein umsatzstarkes Top-Thema der Wirtschaft.

Die an dieser Stelle willkürlich herausgegriffene Smartphone-Videotürklingel DoorBird verdeutlicht die semantische Tragweite des Themas: Während Smarthome baulich und von der Marktdurchdringung her noch in den Anfängen steckt, hat das Smartphone, das hat unsere Nomophobie Studie verdeutlicht, längst alle Bereiche unserer Gesellschaft durchdrungen und jedem wird deutlich, dass wir hier von einer disruptiven Innovation im Sinne von Christensen sprechen. Das Smartphone als disruptive Technologie hat das Telefon resp. das Handy aus dem Winterschlaf gerissen und Nokia zurück in die finnischen Wälder gebombt, wo der Weltkonzern einst mit Papier und Gummistiefeln anfing.

DoorBird

Smartphone-Videotürklingel

Disruptive Parallelitäten, und vielleicht jault die Automobilbranche deshalb heute so auf bzw. gibt sich demonstrativ lässig, sind in Zusammenhang mit dem Apple Car und dem selbstfahrenden Google Automobil ersichtlich. Wer erstaunlicherweise die neue Technologie (selbstfahrende Autos sind keine Weiterentwicklung des Autos, das hat uns die schreIBMaschine gelehrt) mit großer Gelassenheit aufnimmt, ist die Taxibranche, sie kämpft noch gegen UBER und hat die Schlagkraft disruptiver Technologien noch nicht ansatzweise verstanden. Taxifahrer uns Sachbearbeiter, so der Netzökonom, werden der Digitalisierung zum Opfer fallen, wobei die Digitalisierung natürlich auch Chancen mit sich bringt, Holger Schmidt spricht von zweistelligen Produktivitätsgewinnen (auf eine sonntägliche Vertiefung des Themas Industrie 4.0 wird an dieser Stelle verzichtet –  der erhobene Zeigefinger, dass nur zehn Prozent des Mittelstandes das Thema verstanden haben, wäre zwar etwas für unser Mittelstandsmagazin, würde hier jedoch zu weit führen).

Die Liste der disruptiver Innovationen könnte an dieser Stelle noch beliebig verlängert werden, von der Digitalkamera, die ihr Ende im Smartphone nahm über die Halbleiterelektronik, die zunächst der Röhre unterlegen war, bis hin zu VoIP und plötzlich brach ein massives Telekommunikationsgeschäft ein, weil niemand mehr eine SMS schrieb…

Sonntägliche Überlegung Teil zwei: Nachdem der von den Medien vernachlässigte Begriff „disruptive Technologie“ bzw. „disruptive Innovation“ kurz angerissen wurde gilt es nun, das Thema „Predictive Analytics“ in Stellung zu bringen. Im Big Data Zeitalter überlebt nur, wer einen deutlchen Informationsschwerpunkt hat und ihn auch schnell ausbauen kann. Google und Apple haben dies in den Bereichen Smarthome, Smartphone und SmartCar mehrfach verdeutlicht. Data Mining und Machine Learning (Künstliche Intelligenz) sind zentrale Bausteine der neuen Post-Moderne (vielleicht sollten wir im Sinne von Beck besser über die Zukunft der Moderne nachdenken).

Letzte Überlegung bevor es mit einer Latte Macchiato in die Sonne geht: Nicht nur die Zukunft der Moderne ist überdenkenswert, sondern auch das Thema Zukunft führen. wie kann eine Führungskraft Visionen entwickeln ohne von disruptiven Innovationen überrollt zu werden. Hier arbeiten wir mit Prof. Dr. Wilfried Mödinger an zukunftsorientierten Führungstools und werden demnächst mit neuen Ansätzen und eine Umfrage auf unserem CEO Blog starten.

Und wenn wir jetzt alle nochmals auf die Überschrift blicken: Erstaunlich, wie man mit einem willkürlich herausgepickten Begriff wie  Smartphone-Videotürklingel DoorBird so viele Themenbereiche aufgreifen kann…