Aus der klassischen Werbung wissen wir, dass dereinst der Bärenmarke Bär von den Gipfeln der Alpen in die Großstadt zog, um seine göttliche Milch dem Großstädter zu bringen – Dauer des TV Spots: ca. 10 Minuten. Und jeder, aber auch wirklich jeder, erinnerte sich an die Werbebotschaft. Heute hat sich, zunächst aus Kostengründen, die Spot-Dauer auf 30 – 60 Sekunden reduziert. Die Anzahl der gesendeten Spots sowie eine veränderte Kommunikationskultur lassen die Eignung von TV Spots zur Steigerung des Absatzes nochmals kritisch hinterfragen.

Es ist jedoch nicht die fehlende Awarness (beim Bäremarkebären waren es unglaubliche 98 Prozent), die den Werbungtreibenden in den Wahnisnn trieben, sondern die veränderte Sender-Empfänger Situtation. Eine Anwort / Reaktion ist vom Empfänger nicht mehr zu erwarten.

Als dekontextuierte Kommunikation wurde dieser Zustand bereits vor vielen Jahren von Neil Postman bezeichnet (wir amüsieren uns zu Tode). Als treffendes Beispiel führt er die Einführung des Telegraphen an, der den Ponyexpress ablöst und als erste wirklich wichtige Nachricht von der Westküste zur Ostküste die kontinentüberspannende wichtige Botschaft absetzt: „die Tochter des Gouverneurs hat Schnupfen“.

Übersetzt in die Neuzeit: ich geh dann mal kacken…