Es muss ein Schock für die alteingesessene Navigationsbranche gewesen sein, als Google Navigation an den Start ging. Statt Hardware kaufen zu müssen, konnte der Konsument Google Maps auf sein bestehendes Handy herunterladen. “Smartphones machen dem Navi kräftig Konkurrenz“ titelte demzufolge vor wenigen Tagen die Bildzeitung anlässlich der IFA in ihrem Online Portal.

Totgesagte leben länger, dachten wir uns und was sagt eigentlich derjenige dazu, der sich auf Navigationshilfen im Alltag verlassen muss. Und so haben wir den Pfad journalistischer Weisheiten verlassen und den Bereich Navigation zusammen mit unserer Partneragentur genauer unter die Lupe genommen. Untersucht wurde der Zeitraum Januar 2010 bis einschließlich Juli 2010. Die Anzahl der Treffer lag bei knapp 30.000.

Auffallend war, dass die Diskussionen zu Navigationsgeräten hauptsächlich in speziellen Navigationsforen und in Netzwerken mit einem technischen Schwerpunkt stattfanden. Aus Sicht einer Guerilla Marketing Agentur erscheint dies sehr verwunderlich, angesichts der immensen Bedrohung durch Google. Es wäre vielmehr zu erwarten gewesen, dass sich die Hersteller statt über technische Details über emotionale Faktoren positiv abgrenzen – Erhöhung des Sympathie Faktors durch außergewöhnliche Aktionen. Warum nur, fährt man nicht öfter durch ein Automagazin? Oder ein Fahrradmagazin??

Statt dessen scheint man es zuzulassen, dass lediglich technisch verglichen wird, immer in der Hoffnung, dass man nicht so schlecht abschneidet. Die Nutzer, so hat unser Monitoring gezeigt, vergleichen in den Netzwerken die verschiedenen Anbieter von Navigationsgeräten und diskutieren vornehmlich deren Funktionsweise und Eigenschaften. Die Geräte von TomTom sind vor allem wegen ihrer Bedienerfreundlichkeit beliebt.

Für die Nutzer sind die Foren eine wichtige Anlaufstelle bei der Suche nach Kaufempfehlungen für die Anbieter von Navigationsgeräten. Sie erhalten in den Netzwerken ehrliche und authentische Erfahrungsberichte anderer Nutzer. Auch bei technischen Problemen und Fragestellungen wenden sich die Nutzer an die Netzwerke, um dort Ratschläge zu bekommen.

Bei Twitter sorgt vor allem die Meldung, dass es die „Navis von TomTom“ mit den Stimmen von Star Wars-Figuren gibt, für erhöhten Buzz und positives Feedback von den Nutzern, was unterstreicht, dass emotionale Aufladung technischer Produkte durchaus ankommt.  Einen offiziellen deutschsprachigen Twitter Account von TomTom gibt es nicht.

Innerhalb der sozialen Netzwerke stehen die internationalen Profile von TomTom im Vordergrund. Einen offiziellen deutschsprachigen Account gibt es bisher nur bei Facebook. Auch Garmin hat einen deutlich internationalen Schwerpunkt. Deutschsprachige Accounts sind kaum vertreten. Die vorhandenen Accounts sind eher auf Veranstaltungen und Aktionen als auf die Marke und die Produkte ausgerichtet.

Alles in allem ein hart umkämpfter Markt, der eine emotionale Aufladung der vorhandenen Marken gut vertragen könnte. Wer sich für die Kurz-Studie Navigation interessiert, kann sich gerne bei uns melden. Allen anderen wünschen wir ein sonniges Wochenende mit insPIRATion statt Navigation…