Das Muster ist immer identisch: Die Lobby hat es erfolgreich geschafft, irgendeinen (Wirk)stoff in die Nahrungskette zu bringen, und dann geht das politische Weinen los. Es werden Kommissionen gebildet, Arbeitskreise formiert und rasche Aufklärung gefordert…

Dieses Mal sind es Pferde in Fertignahrung  und Schweinefleisch im Dönerspieß (schlimmer  noch: Menschenfleisch auf Pferden, aber das soll aus Gründen der Ästhetik nicht vertieft werden…)

Dabei wäre es doch vollkommen einfach: Es gibt Marketinggelder, die für Aufklärungsarbeit in Sachen Ernährung eingesetzt werden könnten. Wie koche ich eine Lasagne selber? In diesem Zusammenhang: Kleiner Exkurs, aber großer Schock: Der Schuhbeck kocht anscheinend auch nicht mehr selber oder wo kommt denn sein Pferdefleisch her?? Wie koche ich sie vielleicht sogar eine fleischlose Lasagne selber? Wie schaut ein Fisch im Ganzen aus? Ganz neu: Es gibt Gemüsesorten, die nicht aus der Dose wachsen! Die Zigaretten Branche exerziert es vor, einen Warnhinweis auf Lebensmitteln (bzw. solchen, die vortäuschen, eines zu sein), würde Sinn machen: Der Verzehr dieses Hamburgers kann lebensgefährlich sein. Ein Glas Cola entspricht dem Konsum von 5-6 Würfeln Zucker…

Was hält die Politik ab, die Bürger zu schützen??

Oder umgekehrt Warum lässt sich der Verbraucher so gerne verarschen? Warum zeigen wir nicht der Industrie qua Kaufverhalten, dass sie uns langweilt. Warum warten wir immer auf politische Lösungen?  Andererseits: Warum sind wir nicht gleich so ehrlich und lassen die Lobbyisten Politik machen, das würde Umwege und viel Geld ersparen und Frau Aigner müsste nicht immer so schrecklich entsetzt tun.

Wenn wir aber keine Lust auf Aufstand haben, dann müssten wir halt auf Chili con Cane und andere Würgstoffe warten…