In den letzten Tagen und Wochen schwappten die Meldungen zum Thema Leistungsschutzrecht hoch und jeder nahm für sich in Anspruch, es richtig verstanden zu haben. Niggemeier, so wurde an anderer Stelle gezeigt, brachte die Diskussion auf den Punkt: „Google ist nicht das Netz, und Verlage sind nicht der gute Journalismus“.

„Guter Journalismus“, so zeigt das Beispiel der beiden Moderatoren Michael Christian und Mel Greig, kann unter Umständen auch tödlich sein. Im Fall der beiden 2Day FM Moderatoren führte ein gängiger Quotenbringer zum Tod der indischen Krankenschwester Jacintha Saldanha und die beiden Australier wurde selbst zum Opfer von Morddrohungen: Oberflächlicher Journalismus führt zwangsläufig zu oberflächlichem Denken (unsere gestrige Umfrage unterstreicht dies bereits in den ersten Ansätzen)

Umso wichtiger ist es, dass guter Journalismus wieder zu differenziertem Denken einlädt. Der Text von Anne-Catherine Simon (DiePresse.com) zeigt, dass guter investigativer Journalismus sein Geld wert ist. Die Autorin zeigt eindrucksvoll, was in dem Radio Opfer vorgegangen sein muss, diskutiert den Migrationshintergrund und fordert eine Kultur, die mit Scham umgehen kann.

Ein Phänomen wie die „Schamgesellschaft“, die uns im Würgegriff hält, kann jedoch nicht mit Oberflächlichkeit und gesundem Welthalbwissen bekämpft werden. Medienmacher und Denker müssen intelligent an einem Strang ziehen und sich endlich von mittelalterlichen Strukturen befreien. Der drohende Jahreswechsel könnte ein historischer Zeitpunkt dafür sein (dass die Welt am 21.12. untergeht, wird an dieser Stelle ausgeschlossen).