Das Wort des Jahres 2012 heißt nicht etwa KREATIVITÄTSOFFENSIVE oder BILDUNGSATTACKE, nein es heißt Rettungsroutine. Dieses Wort spiegelt laut der Gesellschaft für deutsche Sprache (und nur für die scheint der Begriff interessant – siehe hierzu Indiskretion Ehrensache) nicht nur das schon seit einigen Jahren dauerhaft aktuelle Thema der instabilen europäischen Wirtschaftslage wider, sondern beschreibt die Hilflosigkeit der Politik, die bisher auf dem Rücken der nächsten Generationen ausgetragen wurde. Aus Mangel an Kreativität, Mut und  Phantasie wurde die Verschuldung der Staaten munter vorangetrieben…

Sprachlich „interessant“ findet dann auch die GfdS die widersprüchliche Bedeutung der beiden Wortbestandteile: Während eine Rettung im eigentlichen Sinn eine akute, initiative, aber abgeschlossene Handlung darstellt, beinhaltet Routine als Lehnwort aus dem Französischen eine wiederkehrende, wenn nicht gar auf Dauer angelegte und auf Erfahrungen basierende Entwicklung.

Interessant? Eher erschreckend! Ebenso abschreckend wie Bildungsabwendungsprämie. Für die Gesellschaft für deutsche Sprache steht der Terminus für einen gelungenen Kampfbegriff der Gegner des Betreuungsgelds auf Platz 3 ihrer Liste. Für den Bürger steht Bildungsabwendungsprämie für einen gezielten Griff in die Brieftasche und vor allem für gelungene Polit-Mauschelei…

Interessant in diesen Zusammenhang dann auch Platz zehn, wir können seit dem 14.12. von der ziemlich besten Politik sprechen, das passt perfekt zu zeitnahen Konzernmenschen und leidenschaftslosen Managern…

Ergo: Die neuen Wortkreationen muss man erst einmal „verdauen“ (deshalb dieser Beitrag auch erst heute) UND: Die Forderung nach zornigen Managern werden wir nun erst recht im neuen Jahr bestehen lassen. Am 9.1. zum Beispiel im Mercedes Benz Museum (Vortragstitel: Die Göttin im Sandkasten und der WIRRklichkeitsRAUM oder: Warum es TOP Manager ihr Social Media Know-How von 14jährigen Töchtern beziehen) , am 24.1. in Nürnberg, am 30.1. auf Schloss Monrepos und am 31.1. in Zürich…