Wenn man an einem Freitag in Frankfurt in einen ICE einsteigt und dann postet: „steigt, obwohl er in einem zug nach münchen sitzt, heldenhaft in stuttgart aus…“, dann löst man damit unzählige Likes aus, interessanterweise ist das Mischungsverhältnis 2 Münchner auf 10 Stuttgarter.

Man fragt sich an dieser Stelle natürlich, warum so vielen Stuttgartern dieses Posting so gut gefällt. Ob das damit zu tun hat, dass Stuttgart kein Kaffeehaus am Rathausplatz mehr hat (i.e. kortikale Entlastung auf Rathausebene) und seitdem alle Münchner noch mehr um die wunderschöne Stadt beneidet?

Café Scholz Stuttgart

Der Stuttgarter jedoch ist fern jeden Neides, er findet seine Stadt einfach nur  einzigartig, was jedoch aus der Perspektive des Reptilienhirns fatale Folgen hat. Häusel (Think Limbic!) beschreibt in diesem Zusammenhang die Probleme, die „solide“ Firmen im B2B-Segement haben (vgl. S. 186-198). Der Kunde solch grundsolider Traditionshäuser ist ein erfolgsgewohnter Siegertyp, der Dominanz Instruktionen und Stimulanz Instruktionen folgt. Grundsolide Unternehmen hingegen sind von Balance Instruktionen geprägt. Auch eine Stadt wie Stuttgart gerät dann schnell in die limbische Balance-Falle: Einzig und leider auch sehr artig, wird sie reihenweise von innovativen Jungunternehmer verlassen, die es beispielsweise nach Berlin treibt, weil diese Stadt „unsolide“, i.e. witzig (Stimulanz Instruktion), cool (Dominanz Instruktion) und eine echte Challenge ist (weil das dringend benötigte vernünftige Kapital für die zweite Finanzierungsrunde dann wieder im vernünftigen Stuttgart ist).

Fazit:

Es ist kompliziert