Es wurde mehrfach an anderer Stelle unterstrichen, dass politische Korrektheit die Gesellschaft nicht zwingend nach vorne bringt. Während man vor lauter Korrektheit nach Worten ringt, verliert man unnötig Lebenszeit.

Das Beispiel Katja Riemann vs. Hinnerk Baumgarten  verdeutlicht in perfektem Maße den täglichen Wahnsinn der Echtzeitkommunikation.

Auf der einen Seite eine sensible Künstlerin, die auf einen unvorbereiteten und weichgespülten Moderator ohne Fingerspitzengefühl trifft. Auf der Facebook Seite  des Magazins wetzen sich dann über 400 unautonome Angstgartenzwerge das Maul, man hat sie ja noch nie leiden können…

Das Beispiel Katja Riemann und der unsensible Moderator hätte eine verfilmte Case Study zu Watzlawicks „Anleitung zum Unglücklichsein“ sein können: Die Geschichte mit der Ober- und der Unterhälfte des Brötchens.

Katja Riemann war definitiv zu höflich und hätte nach fünf Minuten die Sendung verlassen sollen. PR wirksam wäre auch eine Ohrfeige oder ein Tritt in die Eier gewesen…

Auf der anderen Seite war der Moderator definitiv zu viel Weichei, um einen eleganten Abgang einzuläuten.

Am Ende dann viele unautonome Angstgartenzwerge und viel Rauch um nichts…