Identitätsmanagement (Identity Management), so kann man bei Wikipedia nachlesen, ist der zielgerichtete und bewusste Umgang mit Identität, Anonymität und Pseudoanonymität bezeichnet.

Die klassischen Datensammler alter Prägung hatten es noch einfach: Telefonbücher durchsuchen oder dann „Interviewer“ in Wohngebiete schicken und schon hatte man die Verknüpfung mit Namen und Doppelhaushälfte aus der man dann Max Mustermann, Musterallee in Musterstadt machen konnte (Marktforschung statt Identitätsmanagement…)

Was aber, wenn Max die Identität wechselt und sich Maximus Max nennt? Jetzt könnte man zwar aufgrund des Geburtsdatums und anderer Identitätsmerkmale zurück schliessen, dass Max und Maximus irgendwie gleich sind, einen echten Erkenntnisnutzen hat man aber noch nicht gewonnen (und das Thema Doppelmoral wäre auch nicht abschließend diskutiert). Eine Person, so stellt Wikipedia trocken fest,  kann durchaus mehrere Identitäten besitzen, während eine Identität gewöhnlich nur einer Person zuzuordnen ist. Dabei ist die Identität eine Sammlung von personenbezogenen Attributen, die die Person, die sich dieser Identität bedient, individualisiert.

Das trickreiche an der Sache: Multiple Identitäten sind in manchen Bereichen durchaus gewollt, man denke an den Fall, dass Maximus Max ein Computerspiel spielt und sich via Kreditkarte ein höheres Level kauft. Plötzlich weiss „jeder“, dass Maximus Max eigentlich Max Mustermann heisst. Identitätsmanagement macht aber nicht nur in diesem Fall Sinn. Die Liste könnte beliebig verlängert werden (da es sich an dieser Stelle jedoch zunächst nur um launische Überlegungen handelt, wird sie nicht vertieft).

Wann aber trifft Identitätsmanagement (Identity Management) auf Datenschutz? Wie viele Verknüpfungen sind gewünscht und erlaubt? Auch hier würde die Vertiefung dieses Themas die launischen Überlegungen erheblich stören, wir behalten das Thema also zunächst im Hinterkopf….

Jetzt aber wird es spannend, wir kommen zum Thema Identitätsmanagement und multiple Markenpersönlichkeit: Nehmen wir an, Max Mustermann ist im Vorstand eines internationalen Konzerns. Die Marke, die ihn mit einer Werbebotschaft erreichen will, träfe ihn also nie auf dem klassischen Fernsehweg an und auch die Direktmail würde entweder im Spamordner oder beider rechten Hand landen. Max Mustermann ist morgens anzutreffen, wenn er seinen Sohn in den Kindergarten bringt (statistisch gesehen, ist er 37.3 Jahre alt und hat 1,2 Kinder), danach trifft man ihn in der Senator Lounge einer Airline (dort holt er sich das Handelsblatt, um die Bild-Zeitung darin einzuwickeln, die er offiziell NIE lesen würde…), abends dann trifft man ihn mit seiner Ehefrau im Swingerclub oder aber alleine bei der Domina (die Frage ist jetzt natürlich, wie man das Thema Swingerclub oder Domina mit Identitätsmanagement in den Griff bekommen kann…)

Für die Marke bedeutet dies auf alle Fälle, dass Max Mustermann zwei Gesichter hat: Die Führungspersönlichkeit und die devote Seele, wenn er bei der Domina ist, was er natürlich NIE zugeben würde. Und auch die Ehefrau, würde nach dem Swingerclub-Besuch beim Kaffeekränzchen mit dem Brustton der Überzeugung sagen: Also mein Mann machst SOWAS ja Gott sei Dank nicht…

Ob sie die „echte“ Ehefrau ist, oder nur „zufällig“ mit dem selben Namen im selben Hotelzimmer eingecheckt hat, bleibt noch herauszufinden und spannend natürlich die Frage, ob ein gutes Identitätsmanagement so etwas berücksichtigen kann?

An dieser Stelle bleibt (launisch) zum Thema Identitätsmanagement (Identity Management) launisch anzumerken:

  1. Marken müssen multipler werden, um im WIRRklichkeitsRAUM überleben zu können.
  2. Wird die Ausbildung zum Psychiater bald Voraussetzung für ein Marketingstudium sein?
  3. Fakt: Identitätsmanagement (Identity Management) ist ein spannendes Thema, das es zu vertiefen gilt…
  4. Kann man mit Identitätsmanagement die Doppelmoral in der Gesellschaft in den Griff bekommen?
  5. Und wer kennst sich nun mit Identitätsmanagement wirklich aus?

Fragen über Fragen und das zum Wochenbeginn…

Es kann jedoch festgehalten werden: Auch ohne Identitätsmanagement gibt es hier keine Identitätskrise.

Mind Store Marketing wünscht einen guten Start in die neue Woche!