Jahrelang ist man an einer „Münchner Institution“ vorbeigefahren: Autohaus König an der renommierten Adresse Brienner Straße und jahrelang hat man sich an strahlenden Markennamen wie Ferrari, Bentley oder Maserati erfreut und gerne hat man einen Blick in die Schaufenster geworfen.

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Und plötzlich: Arbeiter demontieren den Firmennamen und auch die großen Markennamen verschwinden. Statt dessen ein großes Plakat im Fenster: „Zu vermieten“. Was nur, so fragt man sich, ist aus der schillernden Autowelt geworden? Wo ist der Glanz vergangener Tage geblieben? Was wird in Zukunft aus der Autoindustrie?

Die Regierung konnte den Niedergang mit Regenschirmen und Subventionen nicht verhindern. Zu tief sind die Folgen von Mißmanagement und fehlendem unternehmerischen Weitblick. Die Abwrackprämie ist ausgelaufen. Die Zahl der Insolvenzen, so eine Roland Berger Studie, wird entlang der automobilen Wertschöpfungskette deutlich steigen, so berichtet die ARD dieser Tage. Man rechnet damit, dass fast jeder zweite deutsche Autohändler akut von der Insolvenz bedroht ist. Bei 27.000 Händlern in Deutschland könnten demnach bis zu 30.000 Stellen wegfallen. Insgesamt geht die Studie davon aus, dass im Automobilsektor ca. 90.000 Stellen gefährdet sind.

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Der Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer hatte bereits gegenüber tagesschau.de prognostiziert, dass die strukturelle Krise durch die Abwrackprämie nur verdeckt worden sei. Er bezeichnete die Abwrackprämie als katastrophal, als ein konjunkturelles Strohfeuer, das die Krise nur ins nächste Jahr verschiebt. Dudenhöffers Fazit: „Mit fünf Milliarden Euro ist eine große Wahlparty finanziert worden“.

Neben den Autohändlern sind auch die großen Messen von der Wirtschaftskrise betroffen. Die Messegesellschaft in Frankfurt, so konnte man im Handelsblatt lesen, trotzt zwar der allgemeinen Krise und hofft sogar noch mit einem Gewinn abschließen zu können, aber dennoch werden schmerzhafte Umsatzeinbrüche durch weniger vermietete Ausstellungsfläche zu verzeichnen sein. Der IAA-Veranstalter rechnet zwar mit 700 Ausstellern, aber dennoch sind dies knapp zehn Prozent weniger als vor zwei Jahren. 2009 fehlen nicht nur japanische Marken wie Nissan und Daihatsu, sondern auch die General-Motors-Marken Cadillac und Chevrolet.

Der Abwärtstrend der Messen war bereits im letzten Jahr auf der Motor Show in Essen festzustellen. Leere Hallen und nur wenige Besucher. Zu Jahresbeginn setzte sich dieser Trend auf der AMI in Leipzig fort: Leere Hallen und wenige Besucher. Die Leitmesse im Tuningbereich, die Tuning World Bodensee verzeichnete hingegen im Mai zwar weniger Aussteller, das Interesse der Besucher war jedoch ungebrochen.

Aus Marketingsicht ist anzumerken, dass einige Messegesellschaften jahrelang auf den Abwärtstrend hingearbeitet haben. Wer durch hohe Eintrittspreise und überteuerte Bockwurst wie beispielsweise die Messe in Essen den Besucher ärgert, muss mit dem etwas modifizierten Zitat vom Krug und vom Brunnen leben: Der Besucher geht so lange zur Messe bis er bricht!

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