Lang, lang ist´s her, da gab es einen Fernsehfilm, der sich mit Herrn Fabrizi oder besser mit dem System Fabrizi beschäftigte. Herr Fabrizi wohnte in einer großen Villa (hoch leben die Klischees) in einem kleinen Dorf und hatte in seinem großen Wohnzimmer eine große Truhe, in der sich Geldscheine befanden. Wer Geld brauchte, kam zu Herrn Fabrizi, griff in die Kiste und nahm sich was er brauchte und zahlte fünf Prozent Zinsen und wurde in ein kleines Büchelchen eingetragen. Wer Geld hatte, brachte es in die Truhe und bekam zehn Prozent Zinsen.

Und so kam es wie es kommen musste: Die Kleingeister des Dorfes rechneten fleißig nach und kamen auf das Ergebnis, dass Herr Fabrizi eigentlich schon pleite sein müsste, denn er zahlt mehr Zinsen als er einnimmt und so schickten sie die Polizei in sein Haus und dann wollten alle Menschen ihr Geld zurück und dann brach das System von Herrn Fabrizi zusammen und dann war der Film aus…

Klar, dass die blanke Mathematik dieses System tötet, aber so ist das nun mal mit Märchenwelten: Wer an sie glaubt, hält sie am Leben. Die Welt des Herrn Fabrizi funktionierte, weil nicht alle auf einmal ihr Geld zurück wollten und so war immer genug Geld in der Truhe und jeder konnte sich nehmen so viel er wollte (und wenn sie nicht gestorben sind…). Diejenigen, die Geld zur Verzinsung gegeben hatten, konnten jederzeit kommen und in die Truhe greifen und nur wen alle alles zurück wollten, war nicht genug in der Truhe. Betrug sagen die einen, Umverteilung sagen die anderen, ein schönes Märchen könnte man es auch nennen und dann ist es wieder wie im richtigen Leben: Wer einen Traum hat und ihn lebt, kann seine Mitmenschen mitreißen, kann faszinieren und kann eine Vision in die graue Welt des Mittelmaßes setzen.

Und die Moral von der Geschichte? Was immer du tust, glaube daran und glaube an dich. Und was immer du tust, tu es mit Leidenschaft oder lass es…!