Es konnte bereits an anderer Stelle gezeigt werden, dass der Vershoven´sche Grundnutzen nicht länger im Vordergrund von Verbraucherentscheidungen steht. Die Religiosität der Marke ist in den Mittelpunkt einer schwindenden Wertewelt geraten, die nur noch aus geil ist geil, statt Geist ist geil zu bestehen scheint.

Statt „ich ernähre mich gesund und schmackhaft“ gilt das Credo: Ich glaube an die Kraft von Nutella, mein täglich Nutellabrot gib mir heute und erlöse uns von schlechten Brotaufstrichen.

Und jetzt so etwas: Ein Frankfurter Gericht bescheinigt den Päpsten der Nuss-Nougat-Sekte, dass sie die Gläubigen getäuscht hat. „Ferrero muss irreführendes Nutella-Etikett ändern“ müssen wir im Spiegel lesen.

Die Nutella-Götter hatten auf dem Etikett unterschiedliche Grundmengen benutzt. Die Angaben zum täglichen Bedarf an Nährstoffen wie zum Beispiel Fett wurden in Bezug auf eine Portionsgröße von 15 Gramm berechnet, die von Vitaminen dagegen auf eine Menge von 100 Gramm. Das hatte zur Folge, dass bei Vitaminen Werte von 30 und 78 Prozent erreicht werden, bei Kohlenhydraten oder Fett dagegen nur von drei bis sieben Prozent. Gesund also, zumindest bis ketzerische Verbraucherschützer auf einen weltlichen und entmystifizierenden Kreuzzug gegen die heilige Sache zogen. Kleingeister eigentlich, das bisschen Fett…

Die Marketing-Presse bezeichnet die ganze Sache deshalb auch nicht als Irreführung der Verbraucher, sondern lediglich als ein bisschen „schwindeln“. Denn: Wenn das göttliche Nutella Manna den Verbraucher bewusst hinter das Licht führen würde, das wäre ja sonst so, als ob die katholische Kirche Minderjährige missbrauchen würde…