Der Verband der Deutschen Automobiltuner (VDAT) frohlockte im Jahre 2005, dass 4,6 Milliarden Euro in der Tuningbranche umgesetzt wurden. Die Bandbreite der Firmen, so verkündete man stolz, reiche vom Ein-Mann-Betrieb bis zum Unternehmen mit mehreren hundert Angestellten. Ein auf alle Fälle ernst zu nehmender Wirtschaftszweig. Seit dem hat sich extrem viel im Tuning Sektor getan, der eine oder andere Player hat den Markt verlassen, der eine oder andere kam dennoch auch neu dazu. Renommierte Marken wie D&W wurden durch die Branche groß, machten sie groß und gingen mit und durch sie in den Untergang. Aber auch D&W ist seit diesem Jahr wieder am Start…

Ebenfalls wieder „am Leben“ ist der Leonberger Porsche Tuner Gemballa. Als er wiederbelebt wurde, hätte man vor denken können, dass Gemballa DIE die Tuningmarke schlechthin ist. Ein Blick hinter die Kulissen im Rahmen eines Monitorings zeigt, dass Edeltuningmarken wie Gemballa, TechArt, Ruf oder Mansory kaum ein Gesprächsthema in den durchsuchten Netzwerken sind . Vielmehr hatte die Gemballa Pressekonferenz zur Wiederbelebung der Firma zu einem Hype in der Social Media Welt geführt, gepushed hauptsächlich durch Autobild und entsprechend viele Tweets.

Tuning ist, das hat die Studie ebenfalls gezeigt, ein oft diskutiertes Thema, das erwartungsgemäß größtenteils in Automobilnetzwerken zu finden ist. Die Diskussionen sind allerdings häufig sehr allgemein gehalten, so dass einzelne Tuningmarken nur selten vorkommen. Sind diese im Gespräch, so liegen AMG, ABT und MTM vorn, gefolgt von Brabus, Irmscher und Alpina. Auch Hartge, Ruf, Oettinger oder Carlsson tauchen im Monitoring auf, jedoch in so geringer Anzahl, dass sie nicht in der TagCloud sichtbar sind.

Die Analyse zeigte, dass ABT sportsline sehr gut in den sozialen Netzwerken Facebook, Twitter und YouTube vertreten ist. Ebenfalls gut vertreten ist MTM, jedoch kann hier das Potential noch weiter ausgeschöpft werden. AMG hat noch keine eigenen deutschsprachigen Pages und Accounts.

Generell scheint die Tuning Branche die Social Media Welt wie einen weiteren Medienkanal zu verstehen, nicht jedoch wie eine neue Kommunikationswelt, die neue Ansätze verlangt. Vielmehr überträgt man oftmals die über Jahre erlernten Muster (Event mit Sexy Carwash) und Katalogschwerpunkte á la D&W  auf soziale Netzwerke. Dies könnte ein Erklärungsansatz dafür sein, dass die Tuning Marken deutlich hintern den getunten Automarken in Erscheinung tritt.

Was die Monitoring Ergebnisse unabhängig von der Markenproblematik zeigen, eine Marke hat sich im Tuningmarkt deutlich etabliert: Die Miss Tuning. Die jährlich gekürte Botschafterin der Tuning World Bodensee ist eine Größe der Branche geworden. Auch wenn die Halbwertzeit der einzelnen Miss Tuning im homöopathischen Bereich liegt, trägt doch jede einzelne Miss Tuning zur Stärkung der gesamten Branche bei.

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