Die L-Bank kennt man (zumindest in Baden-Württemberg), sie heißt eigentlich Landeskreditbank Baden-Württemberg – Förderbank und ist das Landesförderinstitut des Landes Baden-Württemberg. Was aber ist die L-Küche? Die Landes-Küche des Landes Baden-Württemberg? L-Küche wegen Linsen? Spätzle und Linsen sind ja wichtige Grundnahrungsmittel im Schwabenlande…

L-Küche

Die L-Küche, so erkennt man bei Google, ist eine wichtige Sache: 1,3 Millionen Suchergebnisse! Auf den ersten Blick könnte man denken, dass es die L-Küche in unterschiedlichen Ausfertigungen gibt. Es gibt eine L-Küche aus dem Hause Marquard-Küche (L-Küche Primo Amerikanische Walnuss) und natürlich darf auch die L-Küche aus Schweden nicht fehlen.

Auf den zweiten Blick erkennt man jedoch, dass die L-Küche von IKEA und Marquard-Küchen qua AdWords hochkatapultiert wurden und einzig wahre L-Küche aus dem Hause Küchen Quelle kommt. Platz eins bei Google: L-Küchen – clever geplant mit Küchen Quelle.

Wer dem obigen Link zur Quelle L-Küche gefolgt ist, macht folgende Feststellung:

  1. Eine L-Küche ist KEINE Landhausküche, sondern eine Küche in L-Form
  2. Auf der L-Küchen-Homepage steht aus den Zeiten des Seehofer Katalogs ganz oben immer noch „Katalog anfordern“ (sonst eigentlich nur noch ein 70er Brauch einer schwäbischen Redneragentur, die aber nicht so exzellent ist, wie ihr Name)

Wir erinnern uns: VOR der Pisa Studie ging die Marktforschung davon aus, dass etwa 4.000 oder 4.500 Marken mit einem Etat von über 1 Mio. DM warben und dass der Durchschnittswortschatz des Deutschen etwa 1.800 Wörter betrug. Heute dürfte nach Pisa bildungstechnisch der Wortschatz wesentlich geringer geworden sein und die Marke muss zudem noch gegen den Ich-Sender kämpfen.

L-Küche

L-Küche (Google Suche)

Was aber wesentlich dramatischer geworden ist: Wenn die Marke nicht auf den Plätzen eins bis drei bei Google ist, wird es für das Marketing RICHTIG teuer. Dramatisch aus Marketingsicht: Der Verbraucher sucht nie das, was das Marketing möchte, das er sucht (über ein neues Marketing der Unvernunft muss an anderer Stelle nachgedacht werden).

Das Marketing legt z.B. viel Hirnschmalz (und Geld) in die Suche nach neuen (einzigartigen) Begriffen wie etwa AVANT und dann sucht der Verbraucher in der Suchmaschine ganz profan „KOMBI“. Der Konsument schweppt dann auch nicht, sondern sucht amateurhaft einfach nur eine Limo.

Ein Blick in die Google Adwords zeigt zudem, dass die Erfindung der L-Küche eine kostspielige Sache sein kann. Das Suchvolumen ist verhältnismäßig gering, der Wettbewerb jedoch ist sehr hoch.

Ein Ausweg wäre hier sicherlich ein Semantisches Themenportal, das kurzfristig den notwendigen Social Buzz erzeugen könnte und neue Besucher anspricht und langfristig als reichweitenstarkes Kommunikationssystems Verbraucher bindet. Alles andere wäre nur nur eine unnötige Küchenschlacht