Jeder, der sich mit Semantischen Technologien auseinandersetzt, kennt Zimtsterne. Dengel (2012; S. 37) beschreibt, Semantische Netze und deren Funktionsweise anhand von Zimtgebäck, was an dieser Stelle nun herangezogen werden soll, um die den Begriff eines Marketings der Unvernunft semantisch zu durchleuchten.

Marketing der Unvernunft

Semantisches Netz – Marketing der Unvernunft

Aus der Literatur ist bekannt, dass Künstliche Intelligenz den Begriff „Marketing der Unvernunft“ unterteilt in „Marketing“ und „Unvernunft“. Vom Terminus Marketing verästelt die KI zum klassischen Marketing Mix, i.e. Preispolitik, Produktpolitik, Distributionspolitik und Kommunikationspolitik und könnte von dort weiter in die bekannten Untergrößen herunterbrechen, was aber an dieser Stelle nicht zielführend wäre.

Von „Marketing“ ließe sich ein Konnex zur nächst höheren Ebene „Wirtschaft“ herstellen. Von dieser Ebene sind Verzweigungen denkbar zu klassischen und/oder neuen makroökonomischen Modellen, zu Themen die eine moderne, digitale Wirtschaft beeinflussen wie „Industrie 4.0“ oder „Big Data“ (mit Übergängen zu Semantischen Themenportalen), Abzweigungsmöglichkeiten aber auch zu Themen wie „disruptive Innovationen“ und „Shared Economy“ (wobei man letztere durchaus auch unter disruptive Innovation kategorisieren könnte, was aber dann wieder eine Glaubensfrage wäre, die zu einem späteren Zeitpunkt zu diskutieren wäre).

Bevor wir in einen semantischen Wechsel in die Themenwelt „Unvernunft bzw. „Vernunft“ antreten, folgt zunächst eine Vertiefung des des Themas „disruptive Innovationen“ bzw. „disruptive Technologien“

Exkurs: Disruptive Innovationen und der Bogen zu Industrie 4.0 oder: Am Ende hat es wieder niemand gewusst…

Ein Blick in die Google Suche ergibt zur Suche „disruptive Innovation“ eine Trefferquote von 23,2 Mio. Ergebnissen. Auffallend: Die großen Portale des deutschen Qualitätsjournalismus sind nicht unter der ersten drei Trefferseiten (Ausnahme: heise. de, hier wird kurz auf die Frage eingegangen, was disruptive Innovationen sind). Auf Seite vier dann das manager magazin mit der Feststellung, dass sich viele Manager keine radikalen Innovationen zutrauen

Die Wirtschaftswoche ist mit einer Gegenthese der Historikerin Jill Lepore, die nicht von bahnbrechenden Innovationen, sondern von Zufällen spricht,  bei Google auf Seite sechs (ganz unten) gelandet.

Der erste Eindruck für jemanden, der mit dem Thema „disruptive Innovationen“ unvertraut ist: Es wird schwierig, sich aus der Vielzahl der Suchtreffer eine fundierte Meinung zu bilden (wikipedia  spricht nicht von disruptiver Innovation, sondern benutzt die Terminologie „disruptive Technologie“, was inhaltlich OK ist, und liegt aber ansonsten wieder mal unwissenschaftlich und hoffnungslos veraltet daneben).

Es bliebe für den bildungswilligen nun noch der Gang zu amazon, aber auch hier ist der Suchbegriff „disruptive Innovation“ wenig ergiebig. Die Ergebnisse in deutschen Büchern liefern Christensen mit „The Innovators Dilemma“ und dann kommen aber auch schon Abschweifungen in Richtung „Open Innovation“ oder „Innovationsmanagement“.  Ein Blick in die englische Buchliste hingegen schaut nochmals komplett anders aus: Die erste Seite liefert perfekte Ergebnisse zum Thema „disruptive Innovation“, was natürlich mit dem Ursprung in der Harvard Business School zusammenhängt.

Die amazon Buchauswahl und auch die Google Ergebnisse verdeutlichen jedoch schnell, dass die Thematik „disruptive Innovationen“ in Deutschland noch nicht angekommen ist. Dies würde auch die Ferne zu Themen wie Industrie 4.0 erklären.

Wir halten fest: Kaum eine Publikation stellt eine Verbindung von „disruptiven Innovation zu Themen wie linearres Fernsehen oder Radio her. Die Sheriffs von wikipedia erwähnen in diesem Zusammenhang die veralteten Beispiele Übergang Röhrenelektronik zu Halbleiterelektronik statt vom Aufbruch in neue nicht-lineare Fernsehwelten zu sprechen. Auch Streamingdienste wie Spotify oder Soundcloud finden als disruptive Technologie bei wikipedia keine Erwähnung.

An dieser Stelle fragen wir uns: Wie nur soll ein Manager an operationalisierbares Wissen gelangen um zukunftsfähig führen zu können? Wir unterbrechen unsere Überlegungen und schalten hinüber in den CEO Blog zu unserer Umfrage…