Nach einer kurzen Social Media Analyse zum Thema Carsharing und einem ersten Praxistest mit Drive Now, hier nun ein weiterer Anlauf, Carsharing im Alltagstest, jedem Bahnvielfahrer bestens bekannt: Flinkster, Carsharing der Bahn.

Der Vorteil auf den ersten Blick: Flinkster ist in allen großen Städten mit Bahnhof vertreten und für Inhaber der Bahncard entfallen die Startkosten in Höhe von 50 Euro bei der Erstanmeldung. Bei Flinkster gibt es (Aktionscodes vernachlässigt) drei Tarife:

Bundesweit (für den Bahnfahrer, der mal eben kurz ein Auto benötigt, wenn er in einer Stadt ankommt)

Lokaltarif (hier zahlt man monatlich 10 Euro, egal ob man ein Auto in Anspruch nimmt oder nicht)

Geschäftstarif

Wir entscheiden uns für den bundesweiten Tarif von Flinkster und wollen eine Geschäftsreise nach Nürnberg an eine Flinkster Buchung koppeln. In Nürnberg gibt es verhältnismäßig viele Stationen, aber nur zwei am Hauptbahnhof und diese haben am geplanten Reisetag jeweils nur ein Auto zur Verfügung: Ein Kleinwagen für 37,50 Euro (Hauptbahnhof 1) und eine Kompaktklasse für 45 Euro (Hauptbahnhof 2).

Die Buchung müsste man jeweils von 10.30 bis 18.00 Uhr durchführen, weil man das Auto immer dort zurückgeben muss, wo man es auch gebucht hat. Da der Geschäftstermin in Nürnberg etwas ausserhalb liegt, geht es auch nicht wie z.B. bei Drive Now für 29 Cent pro Minute zum Zielort zu fahren und dann für 9 Cent zu parken oder gar die Fahrt zu beenden und ein neues Fahrzeug zu nehmen.

Darüber hinaus: Wenn man das Flinkster Fahrzeug verkehrsbedingt nicht in der vereinbarten Zeit zurückgibt, wird ein Verspätungszuschlag in Höhe von 25 Euro fällig. Anders als beispielsweise beim Carsharing Anbieter Drive Now werden die Verbrauchskosten zusätzlich berechnet.

Weiterer Nachteil: Das Sicherheitspaket. Anders als bei anderen Anbietern ist die Eigenbeteiligung im Schadensfall außergewöhnlich hoch (1.500 Euro). Für 90 Euro pro Jahr verringert sich die Selbstbeteiligung zwar auf 300 Euro, die Versicherung verlängert sich jedoch automatisch.

Fazit: Das Carsharing Angebot von Flinkster ist näher an einer Autovermietung als am Carsharing. Genau so unsexy wie der Markenname und die Autos erscheint auch auf den ersten Blick das Angebot. Für das gleiche Geld können wir im Rahmen unseres Geschäftstermins in Nürnberg ein Taxi nehmen, da sitzt man bequemer und auch das Risiko der Selbstbeteiligung entfällt. Ergo: Abbruch des Carsharing Testes  bei Flinkster bevor er angefangen hat. Wir fahren keine Werbung für Flinkster, das Carsharing Angebot ist uns noch zu nah an der Bahn und zu weit weg vom Zeitgeist.

Auch die Alternativen, die Google uns unter dem Stichwort „Carsharing Nürnberg“ anzeigt, überzeugen wenig. carsharing-nuernberg.de, eine Kooperation mit den Verkehrstbetrieben Nünberg erhebt ebenfalls eine monatliche Gebühr. Kein Wunder also, dass die lokale Presse Carsharing als Konzept mit stotterndem Motor bezeichnet. Collaborative Consumption, Megatrend in den Städten, in der Provinz noch nicht angekommen…

Wer Interesse an der kurzen Social Media Analyse Carsharing hat, kann uns gerne schreiben. Wer schon praktische Erfahrungen mit Flinkster gemacht hat, natürlich auch….