Das Jahr 2012, es war das Jahr der fünf großen „W“:

  1. Die Wulff Bande
  2. Weinende Verlage
  3. Der WIRRklichkeitsRAUM und ein
  4. Weltuntergang und schließlich noch
  5. Weihnachten

Das erste „W“ verfolgte die Nation das ganze Jahr über (Gott sei Dank mit Unterbrechungen). Erst kam Christian Wulff (damals noch Bundespräsident) in die Schlagzeilen, zunächst durch eine Kreditaffäre und dann durch „Besprechung“ des Anrufbeantworters der Bildzeitung. Im September dann kam die große Stunde für Bettina Streisand Wulff: Sie will ihr Buch pushen, verklagt Google und Jauch und landet treffsicher im Shitstorm, am Ende dann verdammt zur Bedeutungslosigkeit, abgeschoben ins Reihenrentnerhaus in Großburgwedel…

Weinende Verlage war das große zweite Thema. Jeder fragte sich, warum die Verlage nicht einfach mit „nofollow“ das Thema beenden bzw. Google mit einer deutlicheren Geste als nur einer gut gemachten Kampagne „Verteidige dein Netz“ den ewig gestrigen Verlagen das Thema Leistungsschutzrecht „erklärt“.

Das Zitat des Jahres 2012 stammt von Michael Geffken: „Für die klassischen Medienhäuser geht es momentan darum, die abnehmenden Reichweiten und die sinkenden Einnahmen sowohl im Bereich des Vertriebs als auch bei den Werbeerlösen solange auszugleichen, bis noch klarer wird, wie sich die Mediennutzung verändert.

Thomas Koch brachte es zum Jahresende nochmals auf den Punkt und forderte die Verlage auf, (wieder) eine Institution zu werden, keine langweiligen Meldungen vom Vortag einzustellen, sondern statt dessen eine Orientierungshilfe zu sein bzw. zu werden und zur Meinungsbildung beizutragen. Brandeins, so wurde an dieser Stelle bereits gezeigt, hat es ja auch hinbekommen…

Das Jahr 2012 war aber auch das Jahr des WIRRklickeitsRAUMes. Die Bandbreite reicht hierbei in Anlehnung an Sloterdijk von formreligiös bis hin zum atopischen RAUM der gegensätzliche Pole wie „uneingeschränkter Fortschrittsglauben“ und „kulturpessimistische sichtWAISEn“ in sich birgt (Vertiefung im Marketing Buch und definitiv im neuen Jahr).

Weniger spektakulär als die Familie Wulff und weinende Verlage war dann der Weltuntergang, der dann doch nicht kam.

Was aber am Ende doch untergegangen ist, war das Weihnachtsfest: Es fiel auf, dass deutlich weniger Weihnachtsbeleuchtung in den Städten bzw. den privaten Haushalten funkelte (wegen Weltuntergang ausgefallen?), weniger Kaufrausch (so konnte man zumindest den Einzelhandel weinen hören) und im Süden dann auch noch sommerliche Temperaturen…

Bleibt an dieser Stelle also nur, eine CD von Lucio Dalla einzulegen und zu sinnieren, was das neue Jahr wohl bringen wird:

L’Anno Che Verrà…