Omnis Novitas Pericolosa

Guerilla Marketing ist immer wieder eine schöne Sache, es erlaubt „böse Dinge“ zu tun ohne dafür geächtet zu werden: Was bei Facebook bei Strafe verboten ist, HIER auf unseren Seiten dürfen wir ES und HIER haben wir ES auch getan: Wir haben im letzten Jahr zwei wunderschöne Möpse gezeigt! Und das, ohne dass sich irgendein puritanistischer Sittenwächter mit pathologischem Hang zur Doppelmoral aufregen, geschweige denn uns aus dem Portal werfen konnte…

Lediglich die eine oder andere metro-A-sexuelle Frau war „not amused“ (was allerdings nichts mit den Möpsen zu tun hatte, sondern mit der Typologisierung und der Einordnung als solche zusammenhing, aber das war nochmals eine andere Geschichte….)

Für 2011 steht somit fest: unsere Überlegungen zum Thema metro-A-sexuelle Frauen, Göttinnen im Sandkasten, Playstationspielern, schwulen City Cowboys (nein, wir meinen jetzt nicht unseren Außenminister), Robinson Krösus et. al. werden vertieft und in KommunikationsCluster überführt, denn irgendwie muss man ja dem Ende der Zielgruppen entgegenwirken…

„Blick zurück im Zorn“, sagte einst John Osborn (für die jüngeren Leser mit Bachelor Ausbildung: Nein, NICHT Ozzy Osbourne) und so sei an passender Stelle ein kurzer Rückblick zur Herausarbeitung von Trends erlaubt.

Im Wesentlichen haben wir für 2011 sieben Trends identifiziert. Wir sehen, dass sich die Grenzen zwischen realer Welt und virtueller Welt zunehmend verschieben, dass Instrumente wie Smart Phones für die Omnipräsenz der Information (wir sprechen vom Leben im WIRRklichkeitsRAUM) sorgen, die Informationen jedoch zunehmend dekontextuierter werden, was denknotwendigerweise zum Postulat „Von Daten zu Informationen“ führen muss.

Passend zum Jahresbeginn werden an dieser Stelle die Megatrends für 2011 zur Diskussion gestellt. Mit Rücksicht auf die neue Generation halbwissenschaftlicher Akademiker werden die Trends an sieben Tagen präsentiert – auf Wunsch auch mit kurzen Pausen…

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

„Wir kennen ein paar Leute aus eurem Laden. Die sind ziemlich in Ordnung, wenn wir sie im Internet treffen. Versteckt ihr davon noch mehr? Könnten sie nicht rauskommen und mit uns spielen?“, das war eine von 95 Thesen des Cluetrain Manifests (April 1999). In Social Media Welten bekommen die Cluetrain Ansätze nochmals einen neuen Aspekt, sie bekommen mehr Geschwindigkeit und auch mehr Bedeutung. Aus dem 1999 attackierten Elfenbeinturm kommen heute Fragen nach der Online Reputation statt nach der Online Motivation.

2010 haben wir Mitarbeiter von ERGO gefragt, was sie a) von den Vorwürfen des Plagiats halten und b) von der Zusammenführung mehrerer Marken unter das ERGO Dach. Dies führte erstens dazu, dass wir ein fatales Bild „diedaobenwirdaunten“ beschrieben bekamen, die Mitarbeiter erfuhren es anscheinend (wie auch die Kunden) aus der Presse und es führte zweitens zum Verlust des eigenen Facebookprofils – zumindest ist eine Korrelation zwischen Befragung und Sperrung nicht auszuschließen (an dieser Stelle: Wer von verbleibenden 900 Kontakten noch nicht wieder zurückgefunden hat, möge bitte den Guerillero anklicken…)

Fazit unserer Aktivitäten als Spezialisten für Ergotherapie: Social Media findet auch ohne Vorstandsbeschluss statt oder wie es ein „Experte“ in früheren Zeiten ausdrückte: “Ich glaube an das Pferd. Das Automobil ist nur eine vorübergehende Erscheinung“ (der hier zitierte Experte hieß übrigens Kaiser Wilhelm II).

Hieraus resultiert die Erkenntnis, dass Employer Branding angesichts fehlender Fach- und Führungskräfte ein wichtiges Instrumentarium ist, aber wichtiger als das Aufpolieren von Firmen-Images ist es, Mitarbeiter nicht zu „bespaßen“, sondern sie zu motivieren und sie vor allem zum Multiplikator zu machen. Wir nennen dies: Markenaufbau von innen und auch 2011 wird es ein wesentlicher Schwerpunkt unserer Arbeit sein.

Die Summe aller Teile ergibt immer mehr als ein Ganzes. Diese alte Weisheit scheint jedoch noch nicht in alle Unternehmen vorgedrungen. Statt dessen kocht jede Abteilung ihr eigenes Süppchen, es wird überlegt, was der Mitarbeiter in Sozialen Netzen darf und was gewünscht ist.

Auffallend ist: Je weniger Führungskräfte vernetzt denken, je weniger Entscheidungsfreude, je „zeitnaher“, desto größer der WIRRklichkeitsRAUM in dem alle schwimmen. Leitbilder wie Steve Ballmer scheinen zu eine aussterbenden Rasse zu gehören.

Fazit: Die Revisionsabteilungen haben in den letzten Jahren ganze Arbeit geleistet, die Visionsabteilungen sind noch nicht gegründet oder setzen sich als Stabsstelle noch nicht genügend durch.

 

 

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

 

Trend 2: Die Religiosität der Marke

 

Trend 3: Echtzeitkommunikation

 

Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

 

Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

 

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

 

Trend 7: Das Ende der Politischen Korrektheit




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