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ERGO: Stellungnahme nach Plagiatsvorwürfen
ERGO, so konnte man dem w&v Ticker entnehmen, nimmt Stellung zu den Plagiatsvorwürfen. Der kritisierte Werbespot, so ERGO, lehne sich zur bildlichen Umsetzung an den Film ‘High Fidelty’ an, ERGO spricht in diesem Zusammenhang von einer “formalen Klammer”.
Man freue sich, so kann man weiter lesen, über die Aufmerksamkeit, die man in den letzten Tagen bekommen habe. Aus Sicht der Guerilla Marketing Agentur kann festgehalten werden, dass ERGO sicherlich dadurch zusätzliche Aufmerksamkeit erlangt hat, der Talk of The Town Effekt jedoch funktioniert anders (oder wie man beim Boxsport sagt: Man muss nicht jeden Schlag mit der Nase abwehren).
An dieser Stelle kann man aus außenstehender Sicht über die ERGO Kampagne festhalten: Vermeintlicher Talk of The Town Effekt durch Plagiatsvorwürfe begleitet durch eine große Plakatkampagne in der Sommerzeit, wenn alle Großstädte leer sind….
Wir wissen nicht, warum das ERGO Marketing die Umfirmierung im Sommerloch startet, aber wenn es jemand interessiert, wie man mit einem einzigen City Light Netz, zehn Bewegungsmeldern sowie der Stimme von Nicolas Cage und Agent Scully aus dem Stand eine Awareness von 38 Prozent erreichen kann, dann kann er sich gerne melden.
mind store marketing – für die entscheidende minderheit
Cogito ERGO sum
Der lateinische Satz “Cogito ergo sum” bedeutet „Ich denke, also bin ich“. Der Begriff ist zurückzuführen auf René Descartes (für die Jüngeren unter den Lesern: das war ein Philosoph). Er ist wesentlicher Bestandteil seines Werkes “Meditationes de prima philosophia”. Auf heutige Verhältnisse zugeschnitten würde die freie Übersetzung lauten: “Ich war im Kino, ERGO schaut mein Werbeclip ähnlich aus…”
Die Blogosphäre findet es bedingt witzig, dass ERGO sich einiger Elemente des Film “High Fidelity” bedient hat. “Inspiration sieht anders aus” oder “Ganz schön verunsichert was da ERGO mit seiner neuen Kampagne anstellt. Da wurde das Rad wohl nicht neu erfunden” oder “Bin gespannt, wann meine KV (Victoria) mir mal mitteilt, dass sie jetzt Ergo heißt und mich besser versteht? Heute zumindest noch nicht.”
Unser Monitoring hat gezeigt, dass insgesamt 103 Tweets am Tag der Veröffentlichung des mittlerweile “verschwundenen” Clips zu verzeichnen waren (642 innerhalb der letzten vier Wochen). Die Tweet Cloud hebt Begriffe wie “geklaut”, “plagiat” und “high fidelity” deutlich hervor.
Ob der Werbespot nun geklaut ist oder nicht, sei an dieser Stelle vernachlässigt. Nehmen wir uns vielmehr die Aussage am Ende des ERGO Spots unter die Lupe: “Könnt ihr nicht einfach mal aufhören, mich zu verunsichern und anfangen, mich zu versichern?” und werfen wir in diesem Zusammenhang einen Blick auf die ERGO Homepage:
ERGO heißt jetzt EMI
Die letzte Woche war sehr turbulent, wenn es um das Thema ERGO ging. Die w&v veröffentlichte ein Video, das anhand eines Split Screens das Plagiat der Ergo Agentur deutlich aufzeigte. Ergo, bzw. ihre Agentur war wohl zu lange im Kino gewesen…
Sowohl ERGO als auch die Agentur waren nach diesem Schock zu keiner Stellungnahme bereit. Erst einen Tag später verkündet die Agentur: “Vom Kunden ERGO haben wir volle Rückendeckung“.
Was im Zusammenhang mit dem ERGO Film mit Split Screen ins Auge stach: Es dauerte keine zwei Tage und youtube hat ihn entfernt. Begründung: Dieses ist aufgrund der Urheberansprüche von EMI nicht mehr verfügbar. Hat ERGO sich jetzt nochmals umbenannt? Heißt ERGO jetzt EMI??
Bleibt zu hoffen, dass ERGO eine gute Mannschaft für Krisenmanagement und ein gutes Monitoring Tool hat…
(Den Werbeclip von ERGO und eine sehr auffallend ähnliche Szene gibt es in unserem Auto Magazin)
