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S21 – Echtzeitkommunikation unter besonderer Berücksichtigung von medialer Parallelnutzung
Bereits vor Wochen schmunzelten die Hörer von SWR3 als die Moderatoren anlässlich einer Umfrage die Kommentare der Stuttgart21-Befürworter und -Gegner vorlasen. Unisono, egal aus welcher Ecke: Ihr seid parteiisch…
Schnell wurde deutlich, dass die Diskussionen nur noch parteipolitisch und unter dem Aspekt der kommenden Wahlen geführt werden. Es geht ums „Durchziehen“, ums hart sein, cool sein und es geht um ein vermeintlich neues Demokratieverständnis und es geht um Echtzeitkommunikation. Der Tagesspiegel stellt fest, dass es nur „dafür“ und „dagegen“ gibt, ein „dazwischen“ geht nicht.
Es sind, so der Tagesspiegel, die Stuttgart 21 Gegner, die sich über die „einseitige“ Berichterstattung beklagen. Ob das nun zu Recht oder Unrecht, sei an dieser Stelle vernachlässigt. Fakt ist: Seit vielen Jahren ist den Medienwissenschaftlern das Phänomen der medialen Parallelnutzung bekannt.
Vor dem Hintergrund der Medienkonvergenz wird das Fernsehen immer mehr zu einem Parallelmedium, wie schon zuvor das Radio – was dem eingangs zitierten SWR3 Beispiel für beiden Seiten die Brisanz nehmen würde. Die Parallelnutzung von TV und Internet gehört zur täglichen Normalität.
Während die angeblich einseitige Berichterstattung aus dem TV Gerät rieselt, zwitschert jung und alt fröhlich über #s21 – Echtzeitkommunikation: Empörung über geschmacklose T-Shirts und sofort die „Gegenattacke“: Die T-Shirts wurden untergejubelt, um die Stuttgart 21 Befürworter zu diskreditieren…
Echtzeitkommunikation, so zeigt das Web 2.0 derzeit, wägt keine Argumente ab, sondern erwartet, dass der Kommunikationsstream im Fluss bleibt. Es ist eine Art Kommunikations-Tennis – Aufschlag der einen Seite: “Sieg der Demokratie – Gegner sagen Demo (aus Einsicht) ab” - Untermalung durch entsprechende Links… Matchball der gegnerischen Seite und sofortiger Gegenschlag…
Die “demokratische” Abstimmung erfolgt über Facebook: Kein Stuttgart 21 = 91.790 Fans vs. Für Stuttgart = 114.914 Fans… im Fernsehen läuft die Diskussion über den Castor Transport… parallel twittert es neue Erkenntnisse und im Hintergrund singt Roger Waters „Comfortably Numb“…
Echtzeitkommunikation, das bedeutet Verzicht auf stringente Geschichten und wenn sie „funktioniert“, dann bedeutet das in diesem Fall 12 (in Worten zwölf) geöffnete Fenster und der finale Satz „Freut sich auf Dienstag“…
#S21
Cogito ERGO sum
Der lateinische Satz “Cogito ergo sum” bedeutet „Ich denke, also bin ich“. Der Begriff ist zurückzuführen auf René Descartes (für die Jüngeren unter den Lesern: das war ein Philosoph). Er ist wesentlicher Bestandteil seines Werkes “Meditationes de prima philosophia”. Auf heutige Verhältnisse zugeschnitten würde die freie Übersetzung lauten: “Ich war im Kino, ERGO schaut mein Werbeclip ähnlich aus…”
Die Blogosphäre findet es bedingt witzig, dass ERGO sich einiger Elemente des Film “High Fidelity” bedient hat. “Inspiration sieht anders aus” oder “Ganz schön verunsichert was da ERGO mit seiner neuen Kampagne anstellt. Da wurde das Rad wohl nicht neu erfunden” oder “Bin gespannt, wann meine KV (Victoria) mir mal mitteilt, dass sie jetzt Ergo heißt und mich besser versteht? Heute zumindest noch nicht.”
Unser Monitoring hat gezeigt, dass insgesamt 103 Tweets am Tag der Veröffentlichung des mittlerweile “verschwundenen” Clips zu verzeichnen waren (642 innerhalb der letzten vier Wochen). Die Tweet Cloud hebt Begriffe wie “geklaut”, “plagiat” und “high fidelity” deutlich hervor.
Ob der Werbespot nun geklaut ist oder nicht, sei an dieser Stelle vernachlässigt. Nehmen wir uns vielmehr die Aussage am Ende des ERGO Spots unter die Lupe: “Könnt ihr nicht einfach mal aufhören, mich zu verunsichern und anfangen, mich zu versichern?” und werfen wir in diesem Zusammenhang einen Blick auf die ERGO Homepage:
Betrugs-Portal – die Fortsetzung
Wir haben es tatsächlich geschafft, mit dem Suchbegriff “Betrugs-Portal” (Seitensprungagentur) auf Platz zwei (nach der w&v) zu kommen. Wer aber sucht “Betrugs-Portal”? Laut Google sind es 192.000 Menschen – wir sind erstaunt.
Unsere Analyse zeigt: Bei twitter taucht dieser Begriff kein einziges Mal auf (unseren gestrigen Blog Beitrag haben wir bewusst nicht getwittert). Zum Thema Seitensprung jedoch sind im Zeitraum vom 18.7.2010 bis zum 17.8.2010 insgesamt 82 tweets zu verzeichnen. Sowohl die Tweet Cloud als auch die Landkarte zeigen einen deutlichen Seitensprung Schwerpunkt auf “München“. Einen Twitter Account namens “untreue” haben wir auch entdeckt und sind ihm spontan gefolgt, das aber nur am Rande.
Mit dem Thema Seitensprung haben wir es nicht geschafft, bei Google auf die erste Seite zu kommen und auch wenn wir heute diesen Beitrag mit dem Begriff Seitensprung vollballern würden, wäre es sehr unwahrscheinlich, bei 2,5 Mio Ergebnissen auf die Seite eins zu gelangen.
Was uns auch ein wenig wundert, dass über das größte Seitensprung Portal des Landes in der Presse kein Wort verloren wird: facebook
Abschließend zum Thema Monitoring: Die PR Agentur des “Betrugs-Portals” hat natürlich ein Monitoring System und hat sich demzufolge (siehe Kommentar) auch bei uns gemeldet…
Simone de Beauvoir
Nun ist es erwiesen: twitter und Philosophie passen NICHT zusammen.
Da die Ehe die körperliche Liebe im allgemeinen nicht mit einschließt, schiene es vernünftig, das eine unverblümt vom andern zu trennen…
(Simone de Beauvoir)
Gibt man das obige Zitat mit Quellenangabe bei twitter ein, lautet die unphilosophische Antwort: -19
(eine ähnlich wirre Angabe kennen wir aus der einzigen Trilogie, die aus 5 Büchern besteht, aber das ist eine andere Sache)
Hegel hatte Recht…
twitter: es ist auch hier kompliziert…
Die Gedanken zum Thema „es ist kompliziert“ haben derart eingeschlagen, dass der Mailaccount gut gefüllt war. Kaum Statuskommentare (Frauen sind keine Kamillenteetrinker), sondern Stand heute 102 Zuschriften zu diesem Thema. Der ursprünglich geplante Relaunch der neuen Website musste verschoben werden und so bleibt Mind Store Marketing noch ein paar Tage bei dem gewohnten schwarzen Loch…
Der Übergang von „es ist kompliziert“ zu “Single” ist oftmal fließend, meist jedoch im Zeitalter sozio-virtuelle Welten sehr “technisch”.
Ansätze, „es ist kompliziert“ oder „Single“ nachhaltig zu ändern gibt es reichhaltig, jedoch die Göttin im Sandkasten ist im Vorfeld bereits wenig euphorisch.
Der Wunsch einen Freund zu haben, ist genetisch tief verwurzelt und so kommt er immer wieder an die Oberfläche.
Die Göttin im Sandkasten hat sich jedoch mit der Situation hinreichend arrangiert, sie hat ihr Leben im Griff und twittert mit stoischer Gelassenheit.
Dass junge Männer sich besser mit Playstations auskennen als mit Frauen, nimmt die moderne Frau gelassen.
Am Ende des Tages jedoch findet noch jeder Topf respektive jede Frau den passenden Deckel und entwickelt lustige Gesellschaftsspiele…
Es ist kompliziert…
Der Facebook Statuts „es ist kompliziert“ symbolisiert das neue Balzverhalten im Zeitalter des Web 2.0 (wir sprechen in diesem Zusammenhang von sozio-virtuellen Welten). Lernt eine Frau (wir nennen sie die Göttin im Sandkasten) einen Mann kennen, stellt sie nach dem dritten Espresso ihren Beziehungsstatus bei Facebook von „Single“ auf „Beziehung“ um. Kommt es dann nach drei Tagen zum Streit, in welchen Kinofilm man geht, wird sofort auf „es ist kompliziert“ umgestellt.
Dies signalisiert dem jagenden Männchen, dass er in Aktion treten kann. Die Playstationspieler und Kamillenteetrinker kommentieren den Status sofort mit Kommentaren wie „was ist denn passiert Liebes?“ oder „Liebe ist nicht einfach, aber mit dem richtigen Partner, ist jeder stressige Tag wert darum zu kämpfen“ oder „Liebe bedeutet, unterschiedliche Meinungen zu haben“…
Richtige Männer hingegen (laut Statistik ca. 10 Prozent – wir nennen sie „Gute Schweine“) vermeiden das Status-Gesülze und schreiben eine direkte Mail: „Wann sehen wir uns….“ (was es für die Frau, trifft sie sich dann tatsächlich mit einem weiteren Mann, RICHTIG kompliziert macht, aber das ist eine andere Geschichte…)
Ähnliche Wirkung auf Männer zeigt Status „Verlobt“. Er bedeutet übersetzt: Ich habe ein Männchen gefunden, suche aber noch nach einem Mann (früher nannte man das „Festhalten und weitersuchen“). Dadurch, dass der Beziehungsstatus ständig geändert wird, ist die Kamillenteetrinkerfraktion vollends verwirrt und sieht ihr Felle davon schwimmen.
Setzt man beispielsweise ein stark kontrastiertes Schwarzweissfoto in ein Xing-Profil und schreibt bei Interessen „Erotik“ dazu, kommt das dem Status „es ist kompliziert“ sehr nahe und es entzieht den Kamillenteetrinken zudem noch das Blut aus dem Hirn.

Da Männer besser schauen als denken können, ist dies immer eine beliebte Methode im Rahmen von Guerilla Marketing Aktionen. Auf diese Weise kann man zahlreiche unbefriedigte Familienväter, blutleere Rechtsanwälte, sabbernde Geschäftsführer, aber auch vernachlässigte Ehefrauen „sammeln“.
Lust auf ein Spiel?
Gesucht:
experimentierfreudige Frauen
und Marketingleiter, die ausgetretene Pfade verlassen wollen.
JA, ich will
Glam Media führt mit Zoom.in TV-Player für Brash und Glam ein
Nur ein Jahr nach dem Start von Glam Media in Deutschland hat sich das Content-Netzwerk in Deutschland vielversprechend etabliert. „Wir haben mit Glam alle unsere Etappenziele erreicht“, sagt Ralf Hirt Geschäftsführer Glam Media Deutschland. „Glam ist die Nummer eins für Frauen und Lifestyle, Brash ist erfolgreich gestartet und nun launchen wir wie angekündigt Glam TV und Brash TV.“
Glam bündelt seine Kompetenzen mit dem internationalen Video-Nachrichtendienst Zoom.in und öffnet eine neue Tür in die Bewegtbild-Werbung: Seit wenigen Tagen binden Glam.de und das Ende Juni gestartete Pendant für Männer, Brash, den TV-Player mit Videos für die verschiedenen Channels ein. Marken- und Werbetreibende können damit auf die Stärken von Bewegtbild in interaktiven Umfeldern mit hohem Involvement zurückgreifen.
Mit dem Einsatz von Video verbindet Glam Media seine thematische Expertise und Reichweite erstmals mit der emotionalen und visuellen Kraft der Bewegtbildkommunikation. In den USA ist Glam mit knapp zehn Millionen Unique Viewers seit Mai in den US Top 20 der Video-Websites vertreten. Das Media-Unternehmen geht bereits den nächsten Schritt: Glam Media baut in den USA das Social Content-Netzwerk tinker.com aus – zur Vermarktung von Nachrichten und Events im Micro-Blogging-Dienst Twitter.
Ralf Hirt sieht in Glam und Brash TV auch die Chance, neue Qualitätsstandards zu formen: “Die Kooperation mit Zoom.in freut uns immens, weil wir Usern das attraktivste Format im Netz für unseren Content anbieten können und unsere Kunden als Werbetreibende meinungsführende Zielgruppen emotional erreichen können.” Sämtliche Publishing-Partner von Glam und Brash können das neue TV-Angebot einfach als Widget in ihre Seiten integrieren und von dem Konzept der „Distributed Media“ profitieren. Unter den ersten Partnern, die dieses Angebot nutzen, sind Glams Fashion-Hot-Spot LesMads.de sowie Baby-Welten.de. Bei Brash TV integrieren das Auto Magazin CARantaine und Bauen-und-Heimwerken.de den Player.
„Unsere Publishing-Partner haben über Glam und Brash TV die Möglichkeit, ihre Online-Angebote durch aktuellen, hochqualitativen und zielgruppenrelevanten Video-Content von Europas führendem Anbieter Zoom.in zu erweitern – das ist für alle beteiligten Parteien ein enormer Mehrwert“, so Ralf Hirt weiter.
Für Dr. Marcel Reichart, der bei Burda die Glam-Beteiligung verantwortet, zeigt die Entwicklung von Glam TV, „dass Glam Media seine Vertical Media-Plattform mit neuen Content- und Erlösformen ausbaut, von denen Publisher, Rechteinhaber, Markenunternehmen und Nutzer profitieren.“ In den USA sei Glam Media damit ein schneller Einstieg in die Topliga der Video-Networks gelungen. „Und hochwertige Videowerbung gewinnt gerade für Markenartikler zunehmend an Relevanz“, so Reichart weiter.
Vom Micro Slave zum iPhone Slave
Es war einmal eine Gesellschaft, die aufgebrochen war in ein neues Zeitalter. Sie nannte sich die “Informationsgesellschaft“. Der Terminus steht hierbei als Synonym für den Schritt vom 20. ins 21. Jahrhundert. Toffler bezeichnet diesen Übergang als “dritte Welle. Die Agrarrevolution vor 10.000 Jahren wird hierbei als erste, die industrielle Revolution, von der aus in der Mitte der fünfziger Jahre technische und soziale Veränderungen ausgingen, als zweite Welle bezeichnet. Die dritte Welle steht kennzeichnend für den Anfang einer neuen Zivilisation, die Toffler als “Nach-Schornsteinzeit” beschreibt (Toffler, A, Machtbeben: Der globale Vorstoß der Informationseliten, Düsseldorf-Wien 1993).
Ab welchem Zeitpunkt nun exakt von einer Informationsgesellschaft gesprochen werden kann, soll hier nicht weiterverfolgt werden. Die bloße Existenz von Computern reicht sicherlich nicht aus, um von einer neuen Gesellschaftsform sprechen zu können. Erst das Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien , vom Anrufbeantworter über das Glasfaserkabel bis hin zur Computertechnologie (Goodman spricht hier von unterschiedlichen Siedlerpfaden, die eine Kultur verändern), erst die Vernetzung von Computern und somit die Vernetzung des Weltwissens, erlauben von einer Informationsgesellschaft zu sprechen (Goodman, D., Mythos Information Highway – Was bringt uns die Datenautobahn wirklich?, St. Gallen – Zürich 1994).
Die Information erfährt eine Werteverlagerung. War sie vorher wichtig, um erfolgreich produzieren und vermarkten zu können, so hat sie sich nun auf die Ebene des Wirtschaftsgutes selbst emporgeschwungen.
Dachte man damals noch über die Notwenigkeit, „Elektronischer Agenten” und Navigationshilfen” nach, die als “Waffen” eingesetzt werden sollten gegen die drohende Daten- und Bilderflut, die aus einem faustischen Pakt mit der Technologie täglich größer wurde, so hat sich dank ständig größer werdender Festplattenkapazitäten diese Sorge heute erledigt.
Mit dem iPhone jagt man im Sekundentakt via twitter dekontextuierte Meldungen ins Orbit.
Ich geh dann mal kacken…
Das Pling
„Ich sitze gerade an meinem Notebook und da hat es *pling* gemacht und ich habe mich sehr über die Abwechslung gefreut“, schrieb kürzlich eine Studentin. Eine Formulierung, wie sie sehr häufig zu hören ist.
Das Pling wird ausgelöst duch Tools z.B. wie WP to Twitter - aus dem Blog direkt zu twitter, von dort direkt zu facebook und von dort wird der User per Mail und somit per Pling „informiert“.
Da sich die Notebook-Technologie (langsam) Richtung iPhone verschiebt, taucht das Pling auch in Bars und Café auf, was eine normale Unterhaltung schlichtweg unmöglch macht.
Hat man sich früher im Rahmen von Dialogen noch in die Augen gesehen, so findet der Dialog nunmehr nur noch über das iPhone statt. Wir nennen es deshalb auch Phonolog – meist gekürzt auf 140 Zeichen. Das Ende eines jeglichen wissenschaftlichen Disputes.
Das iPhone ermöglicht die Ubipräsenz im (virtuellen) Raum. Man schickt die Nachricht los, dass man jetzt mal für ein verlängertes Wochenende in die Eifel fährt und schickt zwei Minuten später die Hoffnung hinterher, dass doch bitte keine Einbrecher auf twitter und/oder facebook sind und die Statusmeldung gelesen haben könnten.
Ich geh dann mal kurz kacken…