Trends 2011

E10 oder wie ich lernte mein altes Telefon zu lieben

Anfangs SHEEN es für CHARLIE noch gut auszusehen, aber dann haben ihn die WARNER Brüder doch gefeuert und so bleibt ihm nur, sich der Terrorszene anzuschließen und sich BIN akku LADEN zu nennen, was angesichts der neuen Smart Phone Generation das Beste zu sein scheint, denn warum das Ei hinten Phone heißt, ist nicht immer so klar, denn telefonieren kann man mit der musizierenden Landkarte mit eingebauter Wasserwaage ja eher weniger. Andererseits: wer will schon Ohrenschmalz auf dem  Computermonitor und so lässt man das Telefonieren dann doch lieber: Es lebe die manuelle Kommunikation.

Was vor Jahren mit einem gebrochenen Daumen und einer glühenden Tastatur beim klassischen Handy angefangen hatte (damals gab es noch Nokia), ist zum Paradigmawechsel in der Kommunikation geworden. Der Smartphone User moderner Prägung ist mit zehn Fingern wesentlich schneller als mit der Zunge (was jetzt nicht sexuell gemeint ist, denn wir wissen: Männer werden zunehmend schwuler und Frauen metro-A-sexuell, aber das ist noch mal eine andere Sache…).

Die antiquierte Kommunikation (Hirn an Zunge) mit den altbekannten Mechanismen Frage-Antwort-Spiel, erbauliches Gespräch oder Dialog (das ist griechisch und kommt aus einer Zeit als Herr Zwegat noch nicht dort arbeiten musste) ist in Vergessenheit geraten. Wir erinnern uns: Der Dialog wurde einst als Gestaltungsmittel von den Sophisten (Achtung: das hat jetzt nichts mit Sophies Welt zu tun…) verwendet, welche ihn zur Vermittlung von Erkenntnissen oder zur Erörterung von Problemen im Sinne der klassischen Dialektik (These und Antithese) nutzten – in diesem Zusammenhang seien die sokratischen Dialoge von Platon genannt, was jetzt nichts, liebe metro-A-sexuelle Spezies, mit platonischer Liebe zu tun hat, aber das ist dann nochmals eine andere Frage.

Wichtiger jedoch als Ohrenschmalz am Telefon: Aus der Frage, warum Vegetarier den Tieren die Nahrung wegessen ist jetzt Dank E10 die noch wichtigere Frage geworden, warum wir jetzt den Hungrigen der Welt auch noch die Lebensmittel wegnehmen, um sie als Kraftstoff zu verbrennen (die Frage, warum immer mehr Männer schwul werden und warum Minister, die dann ausnahmsweise nicht schwul sind, abdanken müssen wird an dieser Stelle nicht weiter verfolgt…)

Fazit: Es ist kompliziert und

Q. E. D.:  Wir leben in einem WIRRklichkeitsRAUM

Die Macht der Bilder

Am Wochenende gab es nochmals ein letztes Aufbäumen um die Person „Guttenberg“. Es wurde schnell deutlich, dass es einen gravierenden Unterschied zwischen 500.000 Facebook-Fans und tatsächlichen Befürwortern gibt und so trugen die verzweifelten Demonstrationsversuche eher zum Hohn als zur Ehre Guttenbergs bei.

Die Bilder des Wochenendes verdeutlichen: Die Nation sucht verzweifelt nach Charismatikern und das Thema „Guttenberg“ polarisiert extrem, eine wie auch immer geartete intersubjektive Wahrheit ist nicht zu finden. Für die einen ist es „Menschenjagd“ was mit Guttenberg passierte, für die anderen ist es „gerecht“, für die einen ist er ein Held und für die anderen ein Hochstapler. Für die einen war es die Wissenschaft, die einen “unbescholtenen” Mann zu Fall brachte, für die anderen ist es Betrug, egal ob es sich um einen Scheckbetrug oder um ein wissenschaftliches Plagiat handelt.

Wie wirklich ist die Wirklichkeit? Diese Frage beschäftigt die Wissenschaft seit ewigen Zeiten. Wie wirklich ist die Wirklichkeit, fragte z.B. Paul Watzlawick und jeder, der diesem Thema auf den Grund geht, tut gut daran, es nicht bis in die allerletzte Konsequenz zu verfolgen, denn die Gefahr einer Einlieferung in die psychiatrische Klinik wäre zu groß. Nicht erst die Wittgenstein/Moorsche Diskussion, was denn ein Baum sei, zeigt, wie unzulänglich unser „Rechenzentrum“ bzgl. einer korrekten Wiedergabe der vermeintlichen Wirklichkeit ist. Um es auf den Punkt zu bringen: Wir alle hoffen, dass wir das, was wir sehen auch wirklich sehen…

Ein eindrucksvolles Beispiel für die Macht der Bilder war der Fall Jenniger. Hier  waren die Bilder eindeutig stärker als die textlichen Inhalte. Nach Jennigers Rede am 10. November 1988 im Bundestag hatte eine jüdische Schauspielerin aus Ergriffenheit die Hände vor das Gesicht gehalten. Dieses Bild signalisierte, dass der damalige Bundestagspräsident etwas “Fürchterliches” gesagt haben musste. Aber selbst die Kommentare in den Zeitungen, die belegten, dass es in Jenningers Rede keine Spuren der Rechtfertigung oder Relativierungen der nationalsozialistischen Verbrechen gab, dass die Reaktionen der jüdischen Schauspielerin lediglich Ausdruck der  Erschöpfung und Ergriffenheit waren, dass sie sogar als einzige Jenniger nach seiner Rede die Hand gegeben hatte, dass selbst der damalige Vorsitzende des Zentralrates der Juden Ignatz Bubis ein Jahr später Teile dieser Rede wiederholte, verhinderten nicht, dass Jenniger unter dem Druck der Öffentlichkeit zurücktreten musste. Die Macht der Bilder hatte hier die argumentativen, aber “lediglich” textlich aufgeführten Beweise erdrückt.

Fernsehsendungen, das ist keine neue Erkenntnis, stellen generell im Leben der Zuschauer eine Wirklichkeit aus eigenem Recht dar, unabhängig davon, ob sie den Anspruch erheben, Realität abzubilden oder Fiktion zu präsentieren (vgl. exemplarisch Keppler, A., Wirklicher als die Wirklichkeit? Das neue Realitätsprinzip der Femsehunterhaltung, FrankfurtIM. 1994).  Zweifelte man anfänglich noch, ob es zu einer Vermischung von Realitäten kommt, musste man nach eingehender Analyse diverser Fernsehshows einräumen, dass die Inszenierungen des performativen Realitätsfernsehens Macht gewinnen, die die alltägliche Orientierungsfähigkeit unterhöhlen. Die Grenzen zwischen Vermischung der Realitäten und Unterhöhlen der Orientierungsfähigkeit scheinen allerdings so eng gezogen, dass der Verlust der Orientierung zweifelsfrei zu einer Verschiebung der Wirklichkeit führt. Die offensichtliche Inkommensurabilität der beiden Begrifflichkeiten unterstreicht daher nochmals die Frage, ob Fernsehen Realität darstellt oder Realität herstellt. Aus historischer Perspektive stellt Schmidt  hierzu hinleitend fest, dass die scheinbar intuitive Plausibilität, Bilder gäben die Realität wieder, in engem Zusammenhang damit stehe, dass der Gesichtssinn als verlässlichster aller Sinne bereits seit Aristoteles gelte (Schmidt, S.l., Die Wirklichkeit der Beobachters, in: Merten, K., Schmidt, S.l., Weischenberg, S., (Hrsg.), Die Wirklichkeit der Medien, Opladen 1994). Sehen hieß damals wie heute: glauben. “Beobachtbare Objekte und Ereignisse gelten als natürlich und real, der Bezug darauf als wahr” (Schmidt). Hieraus könnte man ableiten, dass die mit dem Objektiv (nomen est omen!) der Kamera eingefangenen Lebenswelten somit für den Betrachter als objektiv gelten. Doelker weist deshalb darauf hin, dass die Redeweise von einer dokumentarischen Abbildung durch das Fernsehen irreführend ist. “Zwar scheinen die Fernsehbilder die Authentizität der alltäglichen visuellen Wahrnehmung zu simulieren, aber nur weil der Beobachter und seine Beobachtungs- wie Transmissionsinstrumente unsichtbar gemacht werden, weil Selektion und Formgebung ausgeblendet sind und erst dem Beobachter zweiter Ordnung beobachtbar werden (vgl. Doelker, ‘Wirklichkeit’ in den Medien).

Medienrealität ist allemal eine Konstruktion unter höchst voraussetzungsreichen operativen Bedingungen und zwar eine Konstruktion, die sich immer auf Kommunikation und auf andere Medienangebote bezieht und die wahrnehmungssteuernden Möglichkeiten von Medien unsichtbar ins Spiel bringt. Um Irritationen hinsichtlich einer (Medien- )Realitätsdiskussion zu vermeiden, schlägt Schmidt deshalb vor, nicht länger von der scheinbar selbstverständlichen Differenz zwischen Medienrealität und Lebensrealität auszugehen, sondern die Systemreferenzen einerseits, die Konstruktionsprozesse und ihre empirischen Voraussetzungen andererseits genauer zu berücksichtigen. “In den Organisationen, die für die Produktion und Distribution von Medienangeboten zuständig sind, operieren Aktanten, die – kognitiv und kommunikativ – ständig mit der Konstruktion von Wirklichkeit beschäftigt sind. Sie erzeugen unter den vielfältigen soziokulturellen, ökonomischen, politischen und juristischen Bedingungen der Organisation Medienangebote, die als Kopplungsangebote für kognitive und kommunikative Systeme zur Verfügung stehen. In diese Produktion gehen ihre eigenen Wirklichkeitskonstruktionen als bestimmte Größen ein – ob sie nun dokumentarisch oder fiktional arbeiten. Schmidt hält darüber hinaus fest, dass Fernsehangebote durch die Simulation von visueller Authentizität den Zuschauern suggerieren, dass die Kopplung ihres kognitiven Systems an das jeweilige Medienangebot unter den selben Bedingungen erfolge wie in interaktiven Wahrnehmungsprozessen. Diese Suggestion wird dadurch erleichtert, dass sowohl der verbale als auch der nichtverbale Kanal aktiviert ist. Werden Fernseh-Angebote kognitiv und kommunikativ so realisiert, dass sie bruchlos an eigene Erfahrungen (d.h. an frühere kognitive und kommunikative Prozesse) angeschlossen werden können bzw. ihnen nicht widersprechen, dann wird quasi automatisch der subjektive Eindruck von Realitätswiedergabe entstehen, zumal der komplexe Produktionsprozess von Medienangeboten invisibilisiert wird und Wahrnehmungsprozesse im Beobachter erster Ordnung in aller Regel weder bewusstseinsfähig noch bewusstseinspflichtig ablaufen: Er sieht einen Vorgang, nicht ein Bild auf einem Bildschirm, und reagiert mit dem Körper wie bei interaktiver Wahrnehmung und Kommunikation (vgl. Schmidt).

Die Frage, ob Fernsehen Realität darstellt oder vielmehr herstellt, soll hier in letzter Konsequenz nicht beantwortet werden, zumal, das Verhältnis zwischen Medienrealität und lebenspraktischer Realität erheblich komplexer erscheint, als dies in mancher Publikation dargestellt wird. Dass Fernsehen aus seiner Informations- und Dokumentationsfunktion heraus zu einem Verkörperer des Realitätsprinzips geworden ist, soll an dieser Stelle nicht angezweifelt werden.

Es wurde bis hierhin deutlich, dass die mediale Darstellung von Realität gleichzeitig auch immer individuelle Interpretationsräume eröffnet. Den Grad der daraus resultierenden Realitätsherstellung bestimmt der Zuschauer aufgrund des Grades der eigenen Betroffenheit und Involviertheit letztendlich selbst. Soziale Medien weisen aufgrund eines ungleich höheren Interaktionsfaktors zwangsläufig einen wesentlich höheren Grad an Involviertheit auf.

Krisenmanagement: Das Imperium schlägt zurück.

Der gestrige Tag hat gezeigt, dass alle Beteiligten nachrüsten. Seehofer mahnte zur Einheit und verwarnte alle Abtrünnigen. Heute nun der Gegenschlag: Der Bayerische Staatssender lässt den Clip von Professor Lepsius aus dem Netz nehmen, in dem er offen von Guttenberg als Betrüger spricht.

Gleichzeitig aber nehmen die kritischen Stimmen innerhalb der C-Parteien zu. Nach Bernhard Vogel oder Norbert Lammert entzieht nun auch Kurt Biedenkopf Guttenberg das Vertrauen, weil er Schaden für die Partei, das Bildungssystem und die Demokratie befürchtet. Darüber hinaus: Die ausländische Presse fragt sich, wie lange man sich unter diesen Umständen als Minister halten kann.

Die Analyse des bisherigen Krisenmanagements zeigt: Guttenberg hat nach Gutsherrenart   auf Krisenmanagement verzichtet und durch widersprüchliche und vor allem arrogante Aussagen einen extrem hohen Beliebtheitsbonus gezielt verspielt. „Und ich wiederhole vorübergehend…“ – diese Formulierung bei gleichzeitiger Kenntnis des tatsächlichen Dissertationsstandes kann als Stein des Anstoßes gewertet werden. Weiterer kritischer kommunikativer Meilenstein: Die Differenzierung in „Privatmann“ und Politiker bei gleichzeitigem Herunterspielen des Betrugstatbestandes. Dies brachte nahezu die komplette Akademikerschaft gegen die C-Parteien auf die Barrikaden. Der Versuch, via Facebook Seite alle Kritiker als kommunistisch gesteuerte Aktivisten hinzustellen, kann als gescheitert angesehen werden. Das auffallend (!) schnelle Wachstum der Seite und der permanente Hinweis, dass es doch Wichtigeres gäbe, war nicht zielführend. Aus kommunikationswissenschaftlicher Sicht stellt sich an dieser Stelle die Frage, ob und wie lange man durch Negieren bzw. Herunterspielen eines Tatbestandes an einem Status Quo festhalten kann.

Exkurs: Weniger wissenschaftlich, aber deswegen nicht unzutreffender bringt es der Kabarettist auf den Punkt:

Und auch hier bleibt abzuwarten, wann die Staatsmacht die Urheberschere ansetzt…

Exkurs: Glauben

Lang, lang ist´s her, da gab es einen Fernsehfilm, der sich mit Herrn Fabrizi oder besser mit dem System Fabrizi beschäftigte. Herr Fabrizi wohnte in einer großen Villa (hoch leben die Klischees) in einem kleinen Dorf und hatte in seinem großen Wohnzimmer eine große Truhe, in der sich Geldscheine befanden. Wer Geld brauchte, kam zu Herrn Fabrizi, griff in die Kiste und nahm sich was er brauchte und zahlte fünf Prozent Zinsen und wurde in ein kleines Büchelchen eingetragen. Wer Geld hatte, brachte es in die Truhe und bekam zehn Prozent Zinsen.

Und so kam es wie es kommen musste: Die Kleingeister des Dorfes rechneten fleißig nach und kamen auf das Ergebnis, dass Herr Fabrizi eigentlich schon pleite sein müsste, denn er zahlt mehr Zinsen als er einnimmt und so schickten sie die Polizei in sein Haus und dann wollten alle Menschen ihr Geld zurück und dann brach das System von Herrn Fabrizi zusammen und dann war der Film aus…

Klar, dass die blanke Mathematik dieses System tötet, aber so ist das nun mal mit Märchenwelten: Wer an sie glaubt, hält sie am Leben. Die Welt des Herrn Fabrizi funktionierte, weil nicht alle auf einmal ihr Geld zurück wollten und so war immer genug Geld in der Truhe und jeder konnte sich nehmen so viel er wollte (und wenn sie nicht gestorben sind…). Diejenigen, die Geld zur Verzinsung gegeben hatten, konnten jederzeit kommen und in die Truhe greifen und nur wen alle alles zurück wollten, war nicht genug in der Truhe. Betrug sagen die einen, Umverteilung sagen die anderen, ein schönes Märchen könnte man es auch nennen und dann ist es wieder wie im richtigen Leben: Wer einen Traum hat und ihn lebt, kann seine Mitmenschen mitreißen, kann faszinieren und kann eine Vision in die graue Welt des Mittelmaßes setzen.

Und die Moral von der Geschichte? Was immer du tust, glaube daran und glaube an dich. Und was immer du tust, tu es mit Leidenschaft oder lass es…!

10 Thesen des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft

Seit heute nun ist es “amtlich”: 10 Thesen des Bundesverbandes Digitale Wirtschaft (BVDW) unterstreichen die von uns im Januar veröffentlichten Trends 2011:

Der BVDW stellt fest, dass Social Media in Unternehmensorganisationen integriert wird. Hierzu erscheint es wichtig, den “zeitnahe Prozesse” zu vermeiden, Charismatiker an die Spitze zu stellen und Markenaufbau von innen zu betreiben. Nur wenn man es schafft, Kunden, Mitarbeiter und Geschäftspartner zu motivieren und sie zum entscheidenden Multiplikator zu generieren, hat die Marke eine faire Chance im WIRRklichkeitsRAUM.

Social Media Monitoring, so stellt der Bundesverbandes Digitale Wirtschaft in seinen Thesen fest, wird zum Erfolgsfaktor für alle Branchen (wir hatten uns letztes Jahr schon sehr gewundert, warum Firmen und Marken für die klassischen Marktforschung hohe Beträge investieren, für Social Media Monitoring jedoch kein Budget hatten bzw. es schlichtweg ignorierten, ob wohl die eine oder andere Zeitbombe ganz offensichtlich im Netz zu erkennen war).

Last but not least erkennt der BVDW, dass es neben dem Ende der Kampagne (willkommen im WIRRklichkeitsRAUM) auch neue Berufsbilder geben wird.

Wir sind hocherfreut, dass unsere Visitenkarten mit den Aufdrucken Pirat, Hofnarr und Magier jetzt wieder zeitgemäß sind…

Das Wort zum Sonntag

Das Dschungelcamp hat seine Pforten erfolgreich geschlossen und ein letztes Mal muss die Politik bei den twitter Trends mit Begriffen wie #egypt oder Mubarak gegen Ratten und Hirschpenis konkurrieren. Der Dümmlichkeitskönig ist dem Dschungelkönig und dem Zugunglück in Sachsen-Anhalt gewichen, wie aber kommt man jetzt ohne Abmahnungen in die twitter Trends?

Ganz einfach: Man fordert “Enteignet Google!” Da ist dann sogar der eine oder andere Google Mitarbeiter sprachlos  und die twitter Gemeinde hat ordentlich was zum Zwitschern…

Nota bene: Der Vorschlag „Enteignet Google“ kommt nicht von einem alten Wandzeitungsagitator aus DDR Zeiten, auch nicht von der taz oder gar einem Satiremagazin, sondern von einem Journalisten der Financial Times Deutschland (zumindest gibt er sich als solcher aus). Und auch Frau Aigner scheint mehr mit Eiern und ihrem guten Ruf beschäftigt zu sein, als dass sie sich in die Diskussion einreihen könnte…

Und so setzen wir der Forderung noch einen obendrauf und fordern: Peter Zwegat muss Finanzminister werden, in Stuttgart muss aus ästhetischen Gründen nicht nur der Bahnhof, sondern auch die halbe Innenstadt unter die Erde und nicht zu vergessen: Ceterum censeo Carthaginem esse delendam – aber das verstehen die halbgebildeten Akademiker heutiger Prägung ja nicht mehr, was uns zu unserem Ausgangsproblem zurückführt…

M!nd Store Marketing wünscht einen schönen Rest-Sonntag.

Zusammenfassung für den gebachelten Studenten

Wie versprochen, nach nun sieben Trends an dieser Stelle die Zusammenfassung für den gebachelten (neudeutsch: gebätschelt = noch nicht masterhaft) und gebeutelten Studenten. Um es vorwegzunehmen: Nein, hier soll nicht aus dem sicheren Abstand der comovierten Bildungsfestung auf halbgebildete Nachwuchswissenschaftler herabgeblickt werden, die nach ihrer Ausbildung gerade mal wissen, dass es rechts zum Hörsaal und links zum Klo geht.

Vielmehr soll der Bildungsresignation entgegengewirkt werden  und die Offenheit des Geistes postuliert werden. „Geist ist geil“ muss die Maxime allen Handelns werden, „Geil ist Geil“, so haben die Zahlen gezeigt, hat sich ohnehin nicht durchgesetzt. Der Media Markt musste lernen, dass Werbung zwar bedingt den Konsumenten ködern kann, wenn er aber im Laden ist, sollten die Verkäufer sich auch um ihn kümmern und nicht vor ihm weglaufen oder ihn als störenden Faktor behandeln…

Learning zwei: Das Watzlawicksche Fenster in die Vergangenheit ist nur erlaubt, wenn es hilft, vorne neue Perspektiven und Ziele zu finden (Die Anleitung zum Unglücklichsein sei deshalb dringend ans Herz gelegt).

Die Trendidentifikation hat gezeigt, dass Wirtschaft und Politik dringend mehr Männer mit Eiern brauchen und dass eine christsoziale Ministerin und sei sie noch so fromm, sich deutlich mehr mit Eiern beschäftigen muss (auch wenn Themen wie Streetview oder der digitale Radiergummi witziger sind).

Learning drei: Trends zu identifizieren in einem WIRRklichkeitsRAUM macht Spaß, über die Trends zu diskutieren macht noch mehr Spaß, das Ziel muss es jedoch immer sein, selbst Trends zu setzen.

2011 wird das Jahr der Trendsetter!


Trend 7: Das Ende der politischen Korrektheit

Bis hierhin konnte gezeigt werden, dass die Umwelt zunehmend komplexer wird, bei gleichzeitigem Verschwinden von Leitbildern und Leitfiguren, die eine zunehmend verwirrtere Masse durch die Parallelwelten führen. Leitfiguren bewegen sich jedoch noch in alten Welten, der Zugang zu sozio-virtuellen Welten ist ihnen aufgrund ihres Arbeitspensums meist verwehrt – der “Hofnarr” wird immer dringender benötigt…

Ein weiteres, bisher noch nicht thematisiertes Kennzeichen sozio-virtueller Welten: Die Überkultivierung der politischen Korrektheit. Bolz skizziert den Weg der politischen Korrektheit anhand der Meilensteine „Kampf gegen (US-amerikanischen) Rassismus über „Kampf gegen Sexismus“ bis hin zu Themen wie Altersdiskriminierung.  Bolz weist darauf hin, dass der Sensibilität für Benachteiligungen mittlerweile keine Grenzen mehr gesetzt sind. Wer einen Behinderten nicht als „anders befähigt“ anerkennt, macht sich des Ableism schuldig und wer in der Schönheit einen Verdienst sieht, leidet an Lookism. Charismatiker, so konnte weiter oben gezeigt werden, haben gelernt, mit ihrem „Leiden“ umzugehen – so manche junge Frau vermag dies nicht und so führt die politische Korrektheit für sie geradewegs in die soziale Phobie.

Der Angriff auf die politische Korrektheit bringt Bolz auch prompt den Vorwurf der Polemik ein. Die FAZ bezeichnet ihn als Zeitgeist-Roadie – eine Ehrenbeschimpfung, die man sich redlich verdienen muss. Aber auch hier greift die unter Trend 5 subsummierte These der Autonomie: Nur der wirklich Starke vermag es gegen den von allen Seiten zwangspostulierten Gleichheitsstrom zu schwimmen.

Um den despektierlich gebrauchten Zeitgeist-Roadie nochmals aufzugreifen: Im modernen WIRRklichkeitsRAUM ist der Zeitgeist-Rowdy, der sich mit gesunder Arroganz und Ignoranz über die  allgemeine Zwangsgleichmachung hinwegsetzt, stärker gefragt als je zuvor. Hatte früher der Mann ritterlich um die Frau gekämpft, so kämpft er heute gegen sie und die moderne Frau wundert sich, warum es nur noch Männchen und keine Männer mehr gibt – was jetzt nicht heißt, dass der Rückschritt zum Macho gefordert wird und auch der gebührende Respekt gegenüber Behinderten soll nicht in Frage gestellt werden.

Respekt jedoch muss das neue Zauberwort der nächsten Jahre heißen. Die Zeit ist reif für einen neuen kosmopolitischen Respekt mit dem Recht auf Ungleichheit.  Kosmopolitismus ist der neue zentrale Begriff, der ein Zusammenleben über sozio-virtuelle und staatliche Grenzen hinweg ermöglicht, ohne dass Eigenheit und Differenz auf dem Altar der unterstellten (nationalen) Gleichheit geopfert werden (vgl. Beck/Grande).

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

Trend 2: Die Religiosität der Marke

Trend 3: Echtzeitkommunikation

Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

Trend 7: Das Ende der Politischen Korrektheit

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

Über die Sinnhaftigkeit von Zielgruppen wurde im vergangenen Jahr viel diskutiert. Auch dem Mediaunwissenden leuchtet ein, dass die Zielgruppe 14-49 alles andere als homogen ist und dass der 14jährige durchaus andere Interessen hat, als der 49jährige, muss nicht explizit betont werden.

Das letzte Jahr hat gezeigt, dass die Zielperson der treffendere Begriff wäre. Die Zielperson hat natürlich den entscheidenden „Nachteil“, dass sie nicht homogen ist und mit quantitativen Techniken somit nicht planbar ist. Die Zielperson als solche verlangt vom Marketing ein wesentlich komplexeres und vernetzteres Denken (was das krampfhafte Klammern an den bekannten Zielgruppen erklärt, denn zeitnahe Marketeers müssen sich erst einmal abstimmen).

Bereits an anderer Stelle konnte gezeigt werden, dass sich die multiple Monogamie deutlich von klassischen Haushaltsgrößen unterscheidet, was dem klassischen Marketingmenschen, der in eMail Schubladen denkt und bisher nur Haushalte beglückte, in arge Bedrängnis bringt.

Als Wunderwaffe gegen den Verlust der Zielgruppe wird dann meist der SEM-Zauberstab in Verbindung mit einem Gutschein über 50 Euro aus dem Hut gezaubert – was den kleinen Handwerker sicherlich beeindruckt, nicht jedoch den Marketingprofi. Die Suchmaschine und hier speziell google ist sicherlich ein wichtiger Baustein, aber die Summe aller Teile ist immer mehr als das Ganze.

Fakt ist, dass gesellschaftliches Leben komplexer wurde und wird. Der heutige Homo Optionalis lebt und arbeitet in einem WIRRklichkeitsRAUM, der die sozio-virtuelle Verlängerung des von Schulze beschriebenen „erweiterten Möglichkeitsraumes“ darstellt. Schulze sprach in diesem Zusammenhang von expandierenden Möglichkeitsräumen die allen offen standen, die zahlen konnten. Social Media Welten lassen den Zahlungsaspekt heute in den Hintergrund treten, die Tür in zahlreiche Parallelwelten steht nunmehr fast jedem offen.

Das zielgruppenvernichtende Zauberwort heißt hieraus resultierend „Parallelnutzung“ und ist der Feind jedes einfach strukturierten Mediaplaners sowie der Freund des vernetzt denkenden Mediaprofis (Agenturnetzwerke verordnen demzufolge Nachhilfe). Konnte schon die Fernsehforschung nie sagen, ob die Werbung auch wirklich gesehen wurde, weil der Sensor an Klo- und Kühlschranktür fehlte, so kann die Mediaforschung heute noch weniger konkret sagen, ob der Fokus des Konsumenten auf dem Fernsehbild (ohne Ton), dem davor postierten Laptop (wir nennen ihn nicht Klapprechner), der parallel gelesenen Zeitung (selten gewordenes Medium mit haptischem USP) oder der Radiostation liegt.

Auch DAS Bild DES klassischen Konsumenten ist verschwunden. Die werbetreibende Industrie tut deshalb gut daran, sich an Milieus (gleich welcher Couleur) zu orientieren (auch wenn diese vor Jahren schon tot gesagt wurden, aber tot Gesagte leben nun mal länger…). Otto Normalverbraucher und Markus Möglich haben als marktforscherische Gallionsfiguren ebenfalls ausgedient und ihren letzten Gang ins Marketing-Museum angetreten, wo sie neben Frau Tilly und Clementine einen wohl verdienten Platz gefunden haben. Frau Sommer hingegen scheint noch zu leben. Die ehemalige Sekretärin, die Traumfrau jedes Middlemanagement Managers ist heute alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, das passt besser ins Gesamtbild. Zu ihr gesellt sich die altbekannte Soccer Mom, die als Taxi-Fahrerin mit Diplom (wenigstens kein Bachelor) zwar auch kein wirkliches Familienleben, aber zumindest eine Beschäftigung hat.

Als „neu im Bunde“ werfen wir an dieser Stelle in die Zielgruppendiskussion die Göttin im Sandkasten und die metro-A-sexuelle Frau, die gegen sich selbst und die Playstationspieler kämpft und sich damit abgefunden hat, dass Männer zunehmend schwuler werden (was in der nächsten Trendbetrachtung nochmals vertiefend untersucht werden muss) – sollte die moderne Frau den beiden Typologisierungen nicht entsprechen, dann lebt sie in einer Entziehung und es ist kompliziert

Auf der männlichen Seite kristallisieren sich ganz grob fünf Cluster heraus: Der nun allseits bestens bekannte und gefürchtete Playstationspieler, der sich mit der Playstation besser auskennt als mit Frauen, der schwule City Cowboy , der aufgrund der allgemeinen gesellschaftlichen politischen Korrektheit und eines schwulen Außenministers immer gesellschaftstauglicher wird (tbd.), Robinson Krösus der das Land (offiziell) verlassen hat und auf einer schweizer Insel lebt (tbd.), der alte König, der gerne auch als (Lebens)Künstler bezeichnet wird, ein ehemaliger Top-Manager, der sich nicht wie alle anderen Business Angel, Interim Manager oder Consultant nennt – Die DAUs, NERDs und PEBKACs werden an dieser Stelle vernachlässigt…

Bis hierhin konnte gezeigt werden, dass unterschiedliche Zielpersonen in einem WIRRklichkeitsRAUM leben. Um einem Marketingverantwortlichen die WIRRkungsmechanismen zu verdeutlichen: Eine Zielperson investiert beispielsweise bei twitter Zeit, die sie eigentlich nicht hat, in Sprüche, die niemand braucht, um dann Leute zu beeindrucken, die die Zielperson zumindest nicht mal mehr kennt. Das Ganze wird dann qua Technologie in Facebook transferiert, wo man die Menschen zwar persönlich kennt, aber gerade deshalb nicht von ihnen beeindruckt ist. Die gleiche Zeit wird dann nochmals investiert, um zu verhindern, dass all diese Sprüche bei XING auftauchen, schließlich will man ja seine Online Reputation nicht ruinieren. An dieser Stelle kommt dann die Marketingabteilung ins Spiel und versucht der gestressten Zielperson auch noch etwas zu „verkaufen“. Die Werbebotschaft konkurriert dann, so konnte an anderer Stelle gezeigt werden, mit espressotrinkenden Motorrädern (sozial-kognitive Dissonanz). Übersetzt: Der Meldung „schwingt sich aufs Motorrad und geht Espresso trinken“ steht beispielsweise „Aperol Spitz, jetzt auch in grün“ gegenüber. Es mag an dieser Stelle sein, dass die Fangemeinde dieses Getränkes seit Jahren auf die Farbe grün wartet, aber die Frau, die den Soziasitz des espressotrinkenden Motorrades besteigen will, ist zu dieser Zeit nur an vier Dingen interessiert: Ist, erstens: noch ein Platz auf der Maschine frei? Zweitens: was ziehe ich an? Drittens: wird mir der Helm die Frisur ruinieren? Und viertens: wo fahren wir hin…? Die Werbebotschaft „Aperol Spitz, jetzt auch in grün“ entlockt bezogen auf die grüne Farbe lediglich ein zaghaftes „fahr nicht so schnell…“

Wie aber gelangt die Markenbotschaft zum sozio-virtuellen Kunden? Die Antwort ist einfach: Intuitive Ballistik – die Umkehrung der Kommunikation unter besonderer Berücksichtigung des Verschwindens der Zielgruppen. Authentisch, ehrlich, direkt, angstfrei und immer verspielt…

Kommunikation der neuen ART.

 

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

 

Trend 2: Die Religiosität der Marke

 

Trend 3: Echtzeitkommunikation

 

Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

 

Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

 

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

 

Trend 7: Das Ende der Politischen Korrektheit

 



Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

Das Jahr 2010 war das Jahr der Abmahnanwälte. Unternehmen, so konnte man am Beispiel Jack Wolfskin feststellen, wurden nicht mehr vom Manager geführt, sondern vom Rechtsanwalt, was kommunikativ nicht immer gut ausgehen muss, wie das Beispiel zeigte…

Im Fall Jack Wolfskin stieg der CEO erst in der dritten Runde wieder in den Ring und siehe da: Ober sticht Unter oder: Persönlichkeit ist dann doch besser als Anwalt.

Die Zeit ernennt in diesem Zusammenhang das Jahr 2010 sogar zum Jahr der Charismatiker. Obama, zu Guttenberg und Julian Assange werden hier als Paradebeispiele diskutiert.

Der strahlende Held: zu Guttenberg. Er verstand es im Gegensatz zu Obama sein Anderssein zu inszenieren. Es wird verdeutlicht, dass der US-Präsident in der Phase seines Aufstiegs als der Charismatiker schlechthin galt. Er wird dargestellt als wundervoller Redner, als schöner Mann (den Aspekt des Lookismus gilt es später unter Trend 7 zu vertiefen), als etwas ganz Besonderes. 2010 nun der rasante Fall: Als Teil des politischen Systems kann Obama seine strahlende Sonderstellung, die er im Rahmen des Wahlkampfes gehabt hatte, nicht behaupten. Es fehlt autonome Position.

Im Gegensatz zu Obama ist  Karl-Theodor zu Guttenberg mit weitaus weniger vorteilhaften Attributen ausgestattet. Das Zeit Magazin unterstreicht, dass er längst nicht so gut reden kann, aber dennoch vermochte er sein Charisma zu behaupten und auszubauen. Dem fränkischen Politiker nimmt man es ab, dass er als adeliger, reicher Mann gegenüber Politik und Gesellschaft autonom ist. Es ist ihm egal, wer unter ihm Kanzler ist.

Während in der Politik die finanzielle Unabhängigkeit im Vordergrund zu stehen scheint (ob mit oder ohne anonyme Mäzene sei dahingestellt), scheinen sich die Charismatiker in der Wirtschaft schwer zu tun. Vorbei die Zeiten, in denen charismatische Führer medienwirksam ins Licht der Öffentlichkeit traten und Mitarbeiter wie Gesellschaft mitrissen.

Ein Blick in die Rubrik „Biographien“ bei amazon verdeutlicht: Im Vordergrund Biographien mit hohem “Neidfaktor“, aber passend zur Inszenierungsstrategie natürlich auch eine Biographie von zu Guttenberg zu finden zahlreiche weitere allerdings ziemlich tote politische Persönlichkeiten wie Karl Marx oder Stalin, zu finden auch literarische, aber auch tote Größen wie Thomas Mann oder Heinrich Heine, aber auf Seite 26 immer noch keine Biographie eines noch lebenden charismatischen Wirtschaftsbosses.

Wo sind sie geblieben, die Spitzenmanager mit Charisma, die auch noch in der Lage waren, dies in Wort und Schrift zu fassen, wie beispielsweise ein Daniel Goeudevert oder Akio Morita (Sony). Die Helden der Wirtschaft schreiben heute nicht mehr, nicht mal mehr in einem eigenen Blog, obwohl das zeitgemäß und zielführend wäre.

An dieser Stelle wird unterstrichen, es wird nicht behauptet, dass es keine charismatischen Führer mehr gibt, im Gegenteil: Es gibt sie, allen voran sicherlich auch ein Mann wie Dr. Josef Ackermann. Kennzeichen: Auch er ist autonom und auch ihm war und ist es egal, wer unter ihm Kanzler ist und deshalb verkündete er lautstark, dass er sich schämen würde, wenn er staatliche Hilfe in Anspruch nehmen müsste und am Ende des Tages war er es, der als Gewinner aus dem Spiel ging und verdeutlicht, dass Gradlinigkeit, Charisma und Mut zum Fehler machen Erfolgsgaranten sind.

Autonomie ist der zentrale Begriff in Zusammenhang mit der charismatischen Persönlichkeit. Nota bene: Autonomie ist nicht immer deckungsgleich mit Reichtum. Es gibt genügend Beispiele, die zeigen, dass Charisma nicht auf finanziellem Wohlstand aufgebaut sein muss. Morton Lund, einer der Gründer von skype, verdeutlicht dem Außenstehenden, dass eine starke Persönlichkeit nicht von einem vollen Geldbeutel, sondern vom Glauben an sich und die eigene Sache abhängt. Brandeins hat den Entrepreneur treffend präsentiert: „Auf seine Visitenkarten hat Morten Lund nicht nur seinen Namen drucken lassen, sondern auch das Programm, mit dem er sich aus dem Bankrottschlamassel befreien möchte: “no strategy – no plan – no weapons – no porn – no assholes“.

Und nun, zwei Jahre nach seiner Insolvenz, steht er wieder aufrecht auf der Bühne des Lebens. Seine Botschaft: Be Focused. Geld bedeutet immer weniger, der Mensch, der dahinter steht, bedeutet alles. Mit einem entschlossenen Charismatiker und der richtigen Vision (siehe Trend 1: Gründung von Visionsabteilungen) kann ALLES ein Erfolg werden. Weitere Erfolgsfaktoren: Networking – mit Menschen, die begeistern und mit nach oben ziehen.

Persönlichkeiten wie Morton Lund führen vor Augen, dass Erfolg keine Frage des Geldes ist und schon lange keine Frage der eingeprügelten Motivation à la Anthony Robbins oder sonstiger selbsternannter Gurus, Heilsbringer oder Handaufleger, die selbst keine Ahnung haben, aber predigen, wie man sie bekommen könnte. Morton Lund steht wie kaum ein anderer für ein autonomes und rebellisches Leben. Und wenn man ihn nach Trends fragt, kann er sich eine ehrliche Meinung erlauben: I have noch fucking Clue.

Markenaufbau von innen, wird nicht von oben aufoktroyiert, SPIRIT kommt von innen und Spirit kommt aus Überzeugung, Spirit wird geprägt von einem starken Charismatiker, der an sich glaubt, der das, was er tut, aus LEIDENSCHAFT tut (oder es ansonsten sein lässt), Spirit hat etwas mit TRÄUMEN zu tun.

Charismatiker sind Menschen ohne Job und Beruf.

Charismatiker sind Manager aus Berufung.

 

Trend 1: Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

 

Trend 2: Die Religiosität der Marke

 

Trend 3: Echtzeitkommunikation

 

Trend 4: Sozial-kognitive Dissonanz

 

Trend 5: Das Zeitalter der Charismatiker

 

Trend 6: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppe

 

Trend 7: Das Ende der Politischen Korrektheit


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