Artikel-Schlagworte: „SEO“

High Noon: Das Social Media Duell im Morgengrauen. Oder: Langweilige Firmeninterna prallen gnadenlos auf sozio-virtuelle Welten. Untertitel: Vom unendlich harten Leben der Rohrreiniger (Teil 2)

Aus Rücksicht gegenüber gestressten Paste&Copy-Studenten wurde der gestrige Beitrag radikal gekürzt und in mehrere Teile zerlegt. Das wesentliche Learning aus Teil 1: Rohrreiniger haben ein schweres Leben. Weiteres Learning: Social Media ist ein WIRRklichkeitsRAUm (aber das wussten wir schon lange…) Learning am Rande: Lange und vor allem reißerische Überschriften machen neugierig, erhöhen die Besucherzahl und die Diskussion. Die Frage, ab wann eine Überschrift zu lang ist, diskutieren wir an anderer Stelle…

Es kann darüber hinaus festgehalten werden: Social Media wird leider allzu oft reduziert auf Facebook und ein wenig twitter (beides vermeintlich „kostengünstig“). Die zweitgrößte Suchmaschine der Welt wird in diesem Zusammenhang gerne vergessen. Zugeben: Wer youtube nutzen will, muss auch Filme produzieren können, was beim Rohrreiniger fies enden könnte und mit Kosten verbunden ist.

Was nun bliebe, wäre das klassische Suchmaschinen Marketing, das bringt Besucher auf die Homepage, ist als Image bildende Maßnahme allerdings nur in Zusammenhang mit einer „funktionierenden“ Homepage zu empfehlen, die bei Rohrreinigern aus Kostengründen meist so ausschaut wie die Brühe, die aus den Rohren kommt oder um es höflicher zu formulieren: einfach gestrickt (der 1&1 Baukasten ist als Aushängeschild dann doch nur bedingt geeignet). SEM wirkt zudem nur punktuell und nicht nachhaltig. Wenn der Markenaufbau vernachlässigt wird, was uns zu einem weiteren Learning führt: Der Weg vom Rohrreiniger zur Marke ist alles andere als kostengünstig, erspart dann aber werbliche Kraftakte.

Denken wir also die Deduktionskette zu Ende. Hierzu tun wir so, als ob wir Volkswirtschaftler wären. Annahme: Der Rohrreiniger investiert in SEO und SEM Maßnahmen und erhöht tatsächlich die Besucherzahl. Die kommen dann auf wenig vertrauensbildende Baukastenwebseiten und wenn der Druck im eigenen Rohr nicht wirklich hoch ist (für alle Rohrreiniger: das ist jetzt nicht zweideutig gemeint), ziehen aufgrund der Billigseite alle wieder weiter. Nur wenn die Not groß ist, kommt es zu einer Conversion (für den Rohreiniger: Umwandlung des eingesetzten Werbekapitals durch Auftragserteilung). Es würde also eine edle weiße Seite mit der Firma, Adresse und Telefonnumer reichen – SEO relevante Texte inklusive. Erläuterung für den Rohrreiniger: dafür gibt es Spezialisten, die kosten zwar Geld, bringen aber auch Kunden, denn 80 Prozent aller Konsumausgaben finden (trotz Social Media Welten) in einem Radius von 50 km statt. ABER: Nicht das Telefonbuch führt Angebot und Nachfrage zusammen, sondern eine amerikanische Firma namens Google. Zwei Drittel aller Suchen beginnen online!

Vorsichtig geschätzt gibt es pro Tag ca. 40 Mio. Suchen, die man natürlich mit SEM Maßnahmen und entsprechendem monetären Einsatz auf die eigene Homepage kanalisieren kann. Intelligente Rohrreiniger hingegen werfen einen Blick auf die Blogosphäre. Viele Blogger haben in den Jahren  erfolgreich bewiesen, dass sie nicht nur Meinungsführer sind, sondern auch, dass sie durch ihre Themenwelten und den damit verbundenen Keywords SEO relevante Texte generieren und sich auf die vorderen Plätze bei Google Suchen katapultieren.

Jetzt kann der Rohrreiniger natürlich beschließen, sein Thema von Bloggern streuen und verlinken zu lassen (Blogmarketing nennt man das), aber das würde ihn in die selbe (teure) Situation versetzen, als ob er eine PR Agentur einschalten würde (die, by the way, nichts wirklich zu zu erzählen hätte).

Warum also nicht selbst ein Blog erstellen? Die erster Frage des Rohrreinigers: Und was soll ich erzählen? So viel ist sicher, wenn man nur von verstopften Rohren erzählt, dann wird das schnell kontraproduktiv. ABER: Rohre liegen in Häusern, mitunter in schönen Häusern. Warum also nicht von schönen Häusern in der Stadt berichten? Wir erinnern uns: 80 Prozent aller Konsumausgaben finden in einem Radius von 50 km statt und 2/3 aller Suchen sind Onlinesuchen. Bequemer kann man lokale Begriffe nicht platzieren.

Auch der ein oder andere Künstler nimmt Rohre für Kunstinstallationen, viel wichtiger jedoch: Ein Abflussrohr in der Küche wird durch Lebensmittel verstopft, warum also keine Kochrezepte vorstellen, natürlich mit dem „dezenten“ Hinweis: Achtung, nicht in den Ausguss, sonst muss der „Rohrreiniger“ kommen…

Das Thema Blog als interaktives Kundenmagazin ist im Mittelstand noch nicht angekommen und birgt, wenn man es intelligent macht, sehr viel Potential. Aber auch die Konzerne haben das Thema noch nicht verinnerlicht. Oftmals hat man zwar aufwendig gestaltete Landing Pages und eine Armada an Praktikanten, die an (offline) Kundenmagazinen basteln, den Blog als SEO unterstützende Maßnahme zur Kundenbindung, zur Erhöhung der Attraktivität hat man anscheinend noch nicht entdeckt. Oftmals wir das Blog als firmeninterne Text-Müllhalde (miss)verstanden statt zur Erhöhung der Verweildauer und somit zum interaktiven Dialog (für alle Copy&Paste-Studenten: Jetzt schließt sich auch der Kreis zur Überschrift wieder)

Im Gegensatz zur Firmen- oder Produktseite wird das Blog eher nebenbei von der PR Abteilung „gefüttert“ oder es ist der Praktikant und nicht der Top Manager der bloggt. Und wieder taucht die alte Forderung auf: Die Wirtschaft braucht wesentlich mehr Charismatiker, die statt wie früher Bücher zu schreiben heute bloggen und somit die Marke personalisieren, in den Dialog treten und wesentlich zur emotionalen Aufladung der Marke beitragen.

Emotionale Aufladung der Marke, das ist das Zauberwort, das den Rohrreiniger vom Markenunternehmen unterscheidet. Und machen wir uns nichts vor, auch in großen Konzernen liegen jede Menge „dreckige Rohre“ im Keller. Es müssen nicht immer Stützstrümpfe sein, nicht jedes Auto ist so sexy, dass man eine schöne Kampagne darum stricken kann. Aber man kann mit Autos in schöne Regionen oder Hotels fahren, man kann um unspannende Produkte eine schöne Geschichte spinnen und man kann sich ein spannendes Spiel ausdenken…

Möglichkeiten gibt es genug: Man muss sich nur trauen! Für Konzerne bieten wir deshalb für solche Fälle das Paket „Hofnarr“ an und für Rohrreiniger haben wir das Paket „Behutsame Einführung in den WIRRklichkeitsRAUM“. Ausserdem sind wir spezialisiert auf intuitive Ballistik, aber das ist nochmals eine vollkommen andere Geschichte…

Starten wir erst einmal behutsam mit einem passenden Blog

SEO: Keywords – aber bitte die RICHTIGEN

Fisting statt Phishing: Ein alter Trick im Rahmen von Guerilla Marketing Aktivitäten war es früher, Suchbegriff in der Hintergrundsfarbe der Website mehrmals aufzuschreiben. Das Ganze nennt sich Cloaking und wurde und wird von google hart bestraft.

Heute schreibt man die Begrifflichkeiten nicht mehr auf die Website, sondern strahlt sie über öffentlich-rechtliche Fernsehsender aus. Auf diese Weise hat es das ZDF mit dem Begriff “Fisting” auf die Startseite von youtube gebracht.

Fazit: Erstens, die nicht-privaten Sender sind doch noch sehr nah an Gutenbergs Buchdruck und weit von Web 2.0 und zweitens, die kleinen Ferkel haben offensichtlich genug von öffentlich-rechtlichem Blümchen-Sex. Harte Sachen für Harte Journalisten…

ZDF – Zerstreut Deftiges Fisting

Hamburger Erklärung

Nein, an dieser Stelle soll jetzt nicht nochmals über die Hamburger (Bankrott) Erklärung der Verleger diskutiert werden. Viel Berufenere haben dies an anderer Stelle bereits trefflich getan. Verlink mich nicht, ist deshalb auch der treffende Kommentar von Don Dahlmann und auch Google weist im eigenen Blog zurecht darauf hin, dass niemand gezwungen wird,  zu verlinken.

Was aber veranlasst einen Verleger wie Hubert Burda zu derartigen Verzweiflungstaten? Die Frage ist doch wohl eher nicht, wie vermeintlich geklauter (teurer) Content monetarisiert werden könnte (zahlt Burda so hohe Gehälter?), vielmehr bleibt die Frage nach intelligenter Zweit- und Drittverwertung oder nach intelligenten neuen Modellen wie Content Syndication.



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