Seitenbacher

Eselsmühle: Guerilla Seeding der Schwäbischen ART

Der Stuttgarter als solcher ist ja etwas anders, als andere Kleinstädter. Durch die Nähe zur Autoindustrie hat die Stadtverwaltung dereinst alle Straßen autofreundlich ausgebaut, was das Stadtbild erheblich beschädigt hat und heute dazu führt, dass große Teile der Stadt unter die Erde gelegt werden müssen oder zumindest versucht dies ein Teil der Bevölkerung während ein anderer Teil versucht, die Autoindustrie zu verschrecken, was zu Asylangeboten aus dem benachbarten Bayern führt, aber das ist nochmals eine vollkommen andere Sache…

Ansonsten aber ist die Stadt sehr weitläufig (allein schon, damit der Stuttgarter seine Villa besser verstecken kann) und zwischen den scheußlichen Betonbunkern aus den 70ern gibt es sehr viel Platz und Auslauf mit gut ausgebauten Straßen, die einen schnell vergessen lassen, dass man sich doch noch auf Stadtgebiet befindet (zumindest so lange, bis ein helles Licht einen zurück in die die städtische Realität holt).

Und weil die einzelnen Stadtteile so weit auseinander liegen ist Stuttgart die einzige Stadt, in der sich Motorradfahrer auch innerhalb der Stadtgrenzen grüßen. Wen wundert es also, dass der Motorradfahrer in Stuttgart nicht hunderte von Kilometern fährt (der Schwabe als solcher ist ja ohnehin sehr sparsam), sondern einen Kurztrip macht, zum Beispiel ins benachbarte Siebenmühlental. Von Leinfelden-Echterdingen startet die schwäbische Motorradtour über eine motorradfreundliche, kurvenreiche Straße. Die erste Mühle im malerischen Tal lässt der geübte Biker links liegen und steuert gleich, erschöpft vom vielen Motorradfahrergrüßen, die Eselsmühle an.

Die Eselsmühle ist die einzige Mühle im Tal, in der noch heute Getreide gemahlen wird. Im eigenen Laden kann man das Endergebnis dann als leckeres Holzofenbrot in den Rucksack packen. Ansonsten lädt ein idyllischer Garten zum Verweilen ein.

Dort legt der Guerilla erfahrene Biker demonstrativ seinen Helm auf den Tisch und weist via Facebookprofil diverse Marketingleiter darauf hin, dass man DRINGEND einen neuen Helm braucht. Dieser „Hinweis“ wird in einem Motorradmagazin seines Vertrauens dann noch verstärkt.

Hier könnte IHRE Marke liegen...

Guerilla Marketing im Praxistest: Vom hier vorgestellten Guerilla Seeding profitiert die Touristikbranche, in diesem Fall die Eselsmühle und die jeweils inszenierte Marke und im Idealfall kommt man (wie im Fall Seitenbacher Müsli) bei Google auf Seite eins…

Woischt Karle, heut gange mer in d Eselsmühle und hirned über Marketing…

Nespresso Maschine oder wie es dann doch gelang bei Saturn eine Nespresso Espresso Maschine zu erwerben

Eigentlich war es das Ziel, eine Nespresso Espresso Maschine zu kaufen, also die Espresso Maschine, bei der immer ein Flügel von Himmel fällt. Flügel, das war die erste Erkenntnis, fallen nur direkt vor Nespresso Espresso Shops vom Himmel und nur wenn Gott mit George Clooney Zoff hat. Gott hatte aber am Wochenende frei und so flogen keine Klaviere vom Himmel, außerdem war es nicht ein Nespresso Espresso Laden, sondern der Laden der sich geil nennt, es aber in Wirklichkeit nicht ist, weil nur die Verkäufer geil sind, also nicht im Sinne von cool, sondern im Sinne von notgeil und so kam es, dass ihnen die Nespresso Espresso Maschinen am Arsch vorbei gingen weil sie sich überlegen mussten, was sie am Wochenende konkret machen…

Und da der Oberverkäufer die beiden jungen Verkäuferinnen noch nicht ganz klar gemacht hatte, war es sehr schwierig im geil-ist-geil Laden an eine Nespresso Espresso Maschine zu kommen. Am Ende jedoch ein Wunder: Eine ECHTE Italienerin mit umwerfendem Akzent und richtig Bock eine Nespresso Espresso Maschine zu verkaufen.

Dann aber die Ernüchterung: Es ist zwar eine kleine Probiermenge im Nespresso Espresso Maschinen Paket, aber ansonsten muss man erst zum nächsten Original vereidigten Nespresso Dealer gehen und sich dort registrieren lassen. Dort, so die freundliche Italienerin, könne man auch den 50 Euro Gutschein für Nespresso Espresso Patronen einlösen.

Ein gutes Gefühl durchfließt sofort den Kunden: Die verkaufen den Stoff nicht an jeden!

Ärgerlich jedoch, dass man sich nebst Nespresso Espresso Maschine durch den Stuttgarter Wochenend Dschungel kämpfen muss, um sich bei der staatlich vereidigten Nespresso Dealer Station den Stoff abzuholen. Wenn man dem Ziel, einem intravenösen Nespresso Espresso Shot so nahe ist, stürzt man sich gerne in die von der Landbevölkerung blockierten Stuttgarter Innenstadt…

Im Nespresso Espresso originalvereidigten Dealer Shop angekommen, stellt man sich auch gerne in die lange Schlange, um persönlich mit einem authorisierten Nespresso Espresso Consultant zu sprechen. Wenn man dann vor ihm steht, er im nächsten Zug die im nicht-so-geilen Elektro-Laden erworbene Maschine inspiziert hat, er dann noch den nicht-so-geilen Kassenzettel auf Echtheit geprüft hat, darf man ihm Name und Anschrift nennen. Und wenn man dann auch die Telefonnummer und Emailadresse sowie die Körbchengröße der zufällig neben einem stehenden Frau angegeben hat, dann hat man es geschafft: Man ist ein ordentliches Mitglied in Nespresso Espresso Verein. Man bekommt einen Schlüsselanhänger, der einem bundesweit bei jedem Nespresso Espresso Shop garantiert, dass man dort bedient wird. Und Nespresso weiss ab diesem Moment immer, wo man sich befindet…

Die einzigen Fragen, die noch offen sind: Wird der Nespresso Espresso Schlüsselanhänger unter Strom gesetzt, wenn der Besitzer in einen Segafredo Laden geht? Wann kann sich die zufällig beim Kauf anwesende junge Frau wieder anziehen? Wer kennt die Telefonnummer der italienischen Nespresso Espresso Verkäuferin aus dem nicht-so-geilen Elektro-Laden? Schafft man es mit Überlegungen über Nespresso Espresso Maschinen bei Google auf Platz eins zu kommen, ähnlich wie mit den Begriffen „Marketing für Rohrreiniger“ oder „Marketing für Seitenbacher“?

Und last but not least: Wer kommt jetzt auf einen Espresso vorbei….?

Seitenbacher Social Media Monitoring

Woischt Karle… also wenn du jetzt ein anständiges Analyse Tool gehabt hättest, dann hättest du gemerkt, dass wir uns am Montag über dich „unterhalten“ haben. So oft, wie wir „Seitenbacher“ in den letzten Text geschrieben haben, hätte dir dein Social Media Monitoring sofort zeigen müssen, dass da einer über Seitenbacher „schwäzd“.
Woischt Karle… wenn du jetzt bei Google „Marketing Seitenbacher“ eingibst, dann ist nicht mehr Seitenbacher auf Platz eins, sondern Mind Store Marketing mit so einem neumodischen Guerilla Marketing Zeugs.
Woischt Karle… wenn du jetzt nicht mit deinen Verdauungsproblemen kämpfen müsstest, dann würdest du anrufen und dann fahren wir zusammen auf den Kirschenstrich und überlegen uns bei ein paar Maultäschle, wie wir witziges Guerilla Marketing machen können.
Woischt Karle… wenn du jetzt noch bei Google „Marketing für Seitenbacher“ eingibst, dann zeigt dir Google, wen du jetzt sofort anrufen musst…
Woischt Karle… ein schönes Wochenende wünschen wir dir!
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Seitenbacher Guerilla

Wer im Schatten von Kellogs und Co. schwäbisches Müsli auf den bundesdeutschen Markt wirft, muss sich werblich schon etwas Besonderes einfallen lassen. Gut gemacht also: Der schwäbische Werbespot schärft ganz vorzüglich die Positionierung und hämmert gnadenlos die Botschaft in die Köpfe der Konsumenten. Nachteil von Hausmacherwerbung: Nicht jeder findet Seitenbacher Werbung witzig, um es höflich auszudrücken, aber ihren Zweck erfüllt sie allemal. Sie wird koschtengünschdig produziert und was wichtiger ist, sie wird gerne parodiert

Die mediale Hebelwirkung ist dem Seitenbacher sein Karle sicher (schwäbischer Genitiv). Am Wochenende hat Seitenbacher aber noch mal richtig einen oben drauf gesetzt und eine Guerilla Marketing Aktion der schwäbischen Art gestartet: Seitenbacher zeigte allen Besuchern des Schwabenlandes, die aufgrund des Radiospots fluchtartig das Land verlassen wollten, wie schön doch das Schwabenland ist. Seitenbacher organisierte hierzu eine Fremdenverkehrsführung durch die schwäbische Alb. Alle die am Wochenende gen Bayern fuhren, konnten im Radio hören, dass der Lämmerbuckeltunnel von Freitag 22.00 Uhr bis Sonntag bis 21.00 Uhr gesperrt war und weiträumig umgeleitet wurde.

Bereits bei der Raststättte Gruibingen wurde die Autobahn auf eine Spur verengt, damit sich der Reisende auf die engen Landstraßen mental vorbereiten konnte. Mit dem Motorrad konnte man die etwa sechs Kilometer lange Schlange gut studieren.  Die Kleinwagen hatten wegen der fehlenden Klimaanlage fast alle die Fenster geöffnet, 70% aller Kleinwagenfahrer sind starke Raucher, 30 % tun so, als ob sie LKW Fahrer wären und versperren Motorrädern den Weg. Das haben sie im Urlaub gelernt, weil ihr Auto so klein ist, verwechseln sie es schon mal mit den Handtüchern, die sie am Pool ausgelegt haben, aber das ist jetzt noch mal eine andere Geschichte…

Zurück zum Seitenbacherstau. Nachdem man die Schlange passiert hat, sieht man die sofort Ursache: In der Ortschaft Mühlhausen im Täle hat Seitenbacher die Ampel abstellen lassen. So müssen alle Autos, die von der Autobahn kommen, erst nach links und rechts schauen und warten, bis die Landbevölkerung vorbei gefahren ist. Dann erst geht es mit Tempo 30 durch das schöne Dorf (Seitenbacher hat extra noch zusätzliche Baustellen anlegen lassen, damit der Durchgangsverkehr Zeit hat, nach rechts und links zu fahren). Die Route führt ins 17 km entfernte malerisch gelegene Geislingen. Damit die Autobahnkarawane zusammenbleibt, hat Seitenbacher viele Fußgängerampeln installiert, die den Tross zum Verweilen einladen.

Von Geislingen dann weitere 18 km nach Merklingen, damit der Reisende Gelegenheit hat, sich die legendäre Märklin Eisenbahnshow anzusehen. Alles in allem fast vierzig Kilometer Offroad Cruising durch die schwäbische Alb, Landschaft pur und Gemeinschaftsgefühl inklusive. Seitenbacher sei dank. Eines jedoch hat das schwäbische Käpsele vergessen: Verkaufsstände am Straßenrand! Bei der kilometerlangen Schlange hätte ein Plakat einen G-Wert von mindestens 300 (für alle metro-A-sexuellen Frauen: Das ist eine Markforschungseinheit der GfK für Plakate und nichts Unanständiges). Der benachbarte Kirschenstrich zeigt, dass Generationen von Gärtnern und Landwirten mit dieser Praxis gut leben.

Also woischt Karle, das nägschde Mal au a Müsli verkaufa, net bloss schwätze…