Playstation

Social Media Analyse: Die Göttin im Sandkasten und die XBOX Jungs

Die Playstation bzw. der Playstationspieler wurde an anderer Stelle hinreichend thematisiert. Der „Playstationspieler“ war hierbei Platzhalter für junge Männer, die sich mit der Playstation besser auskennen als mit jungen Frauen. Um nun nicht den Wettbewerb Xbox und Wii zu vernachlässigen, haben wir uns entschlossen, eine kurze Social Media Analyse zu starten, um uns ein genaueres Bild der Playstation bzw. Xbox Szene zu verschaffen.

XBOX

Die Fragestellung: Wie wird wo über die Xbox und wii gesprochen? Durchsucht wurden die Weiten des WWW mit Schwerpunkt Xbox. Betrachtet wurde der Zeitraum vom 1.1.2012 bis 10.6.2012. Gefunden wurden 4.062 Beiträge in 277 relevanten Netzen.

Die Social Media Analyse hat gezeigt, dass viele Diskussionen Spekulationen um die Marktvorstellungen neuer Spielekonsolen der achten Generation aufgreifen. Gaming-affine Nutzer hoffen auf technische Innovationen und mitreißende Spiele. Die Präferenzen zwischen Xbox, Wii und PlayStation entsprechen den persönlichen Vorlieben der Spieler.

Xbox und PlayStation gelten dabei weniger als Gesellschaftskonsolen, sondern werden von regelmäßigen „Zockern“ bevorzugt (was die These von der Göttin im Sandkasten und den nicht-frauen-kompatiblen Playstationspieler nochmals unterstreicht). Nutzerbeiträge zur Xbox existieren vorwiegend in PC- und Games-Netzwerken. Unternehmensneuigkeiten und Informationen von Spielemessen und –veranstaltungen werden ebenso auf Facebook und Twitter verbreitet.

Erstaunlich: Xbox-Kritiker verweisen immer noch auf die massiven Probleme der Anfangsjahre, wie Überhitzung und das Zerkratzen von Datenträgern. Das Vertrauen in die zukünftige achte Konsolengeneration von Xbox ist bei manchen Nutzern noch nicht wiederhergestellt. Für interessierte Leser des Guerilla Marketing Blogs verschicken wir gerne die komplette Xbox Social Media Analyse .

Weitere Erkenntnisse aus der Social Media Analyse fließen am 10.7. in einen Vortrag ein: „ Die Flucht der Göttin im Sandkasten aus dem automobilen WIRRklichkeitsRAUM oder: wie gelangt die Marke in die Lebens-Fernbedienung und begeistert den multioptionalen Ich-Sender?“ (Beginn 19.00 Uhr, Ort: Gesellschaftsraum, Augustenstr. 7 in München)

Robinson Krösus Flucht aus Grünwald oder: Warum Erik Ode doch Recht hatte und es für die Medien immer schwieriger wird, den Konsumenten zu erreichen

„Robinson Krösus Flucht aus Grünwald oder: Warum Erik Ode doch Recht hatte und es für die Medien immer schwieriger wird, den Konsumenten zu erreichen“, das ist der Titel des Vortrages, den ich am 15. November im Medienforum Mittweida halten werde.

Was aber, so war die Frage der Studenten, wollen Sie uns damit sagen? Zugegeben der Titel ist schon etwas verwirrend, aber wir leben und arbeiten nun mal im WIRRklichkeitsRAUM und da darf man keine langweiligen Titel verwenden – die würden sonst nicht zu den Trendtagen passen, die wir veranstalten und wären auch nicht timeline kompatibel, aber das ist nochmals eine ganz andere Geschichte…

Zurück zur Überschrift und somit zur Aussage zwei: Mind Store Marketing vertritt die These, dass die klassischen Zielgruppen der Vergangenheit angehören. Deshalb arbeiten wir mit Typologisierungen. Die erste Typlogisierung war die Göttin im Sandkasten, die auf einer Aussage einer Freundin,  einer blonden Studentin resultierten: „ich bin blond und intelligent und wenn ich jetzt noch promoviere, bekomme ich überhaupt keinen Mann mehr ab, die haben nämlich jetzt schon Angst vor mir“. Die Göttin im Sandkasten ist aber nicht nur für die verängstigte  Männerwelt schwer zu erreichen, sondern auch für die Marketingabteilungen. Zur Göttin im Sandkasten würde, und damit schließt sich der Kreis zur Überschrift, Robinson Krösus gut passen, wenn er nicht das Land verlassen hätte, um auf einer Schweizer Insel zu leben und somit weder für Frauen noch für Marketeers zu erreichen ist. An dieser Stelle ein kurzer Warnhinweis für alle Studenten am 15.11.: Den Teil mit den Playstationspielern werde ich natürlich NICHT auslassen und freue mich vielmehr auf eine heftige Diskussion…

Warum aber dann Flucht aus Grünwald? An dieser Stelle sei kurz angedeutet, dass dies etwas mit Christian Louboutin zu tun hat und mit unseren Trendtagen für die Immobilienbranche, aber dass natürlich vorab nicht ALLES verraten werden kann…

Und warum wird es für die Medien immer schwerer? Auch das wird vorab natürlich NICHT verraten. Aus Gründen der Fairness so viel schon jetzt: Es hat etwas mit Parallelnutzung von Medien zu tun, mit Echtzeitkommunikation und mit dem Thema sozial-kognitive Dissonanz (Frage an de Hochschule: ist das Bestandteil eines modernen Lehrplans?)

So, und jetzt wird es nochmals spannend. Frage an die Jugend: Wer war eigentlich Erik Ode? So viel vorab: Als er im Fernsehen lief, war es noch schwarzweiss (und, Achtung jetzt kommt´s: Es gab nur drei Programme!), Raider hieß noch Raider und nicht twix, es gab noch jede Menge Plattenspieler (nein, die Rede ist nicht von DJs) und die Parkuhren haben noch 10 Pfennig gekostet…

An dieser Stelle wird eingeräumt, dass sich der eine oder andere Leser jetzt RICHTIG alt fühlt, aber genau DAS gehört zum Vortrag in Mittweida: Er reicht die Hand über Generationen und bietet das, was wir am besten können:

Provozierendes Infotainment.


Robinson Krösus oder: Wie man lernt in Zeiten dekontextuierter Kommunikation mit verbaler Cholera umzugehen

Er ist zwischen 34,3 und 53,7 Jahre alt, hatte früher eine Führungsposition in einem globalen Konzern inne oder war Vordenker eines Internet Startups und konnte seine Anteile erfolgreich versilbern. Neudeutsche Berufsbezeichnung: Entrepreneur. Er ist als interessierter Zuhörer anzutreffen auf diversen VC Veranstaltungen, als Keynote Speaker auf diversen Media Kongressen und ansonsten pendelt er zwischen verschiedenen Wohnsitzen in Hamburg München, Mallorca oder Dubai. Wir nennen ihn Robinson Krösus und stellen fest, dass er jede Göttin im Sandkasten zum Weinen bringt, denn er ist für diese Bevölkerungsgruppe unwiederbringlich verloren (es sei denn, sie gehört bereits als „Königin Mutter“, i.e. die Mutter seiner Kinder, zu seinem Hoftross oder leitet als Managing Director eine seiner Beteiligungen, was dann nicht bedeutet, dass sie metro-A-sexuell ist, sondern seine Ex).

Während sich Robinson Krösus auf der Schweizer Insel einen Sonnenbrand holt, bekommt der Mittelstandsbürger oder was von der schwindenden Bevölkerungsgruppe noch nicht abgerutscht ist in Berlin einen Autobrand. Die Hartz IV Meute fackelt Autos ab – zumindest der sozial-akademisch vorgebildete Teil dieses Bevölkerungssegmentes (der Rest ist unpolitisch und setzt die Stütze in Alk und Zigaretten um und hat für derartige Spielchen keine Zeit) – 190 brennende Autos sollten es vor kurzem laut Welt Online mittlerweile gewesen sein und wen wundert, dass Google Adword „Kreuzfahrten in sichere Gefilde“ und Sixt „0% Selbstbeteiligung und 100% Vollkaskoschutz“ einblendet und wer hätte gedacht, dass die Politik der jeweils nicht betroffenen Länder / Couleur eine härtere Gangart fordert. Früher war halt doch alles viel besser (da sind die Russen mit Panzern einmarschiert und es gab noch Bahnsteigkarten – das waren die Karten, die man kaufen musste, wenn man jemanden zum Zug bringen wollte und von denen Lenin sagte, dass die Deutschen erst dann eine Revolution anfangen würden, wenn sie vorher eine Bahnsteigkarte gekauft hätten)

Bellende Hunde aber beißen nicht: Die Politik scheint auf dem Rückzug. Oliver Lepsius (der Guttenberg Jäger) spricht von einer Entpolitisierung. Schillernde Persönlichkeiten auf der einen Seite und sich selbst verwaltende Bürokraten auf der anderen Seite. Das Volk schreit nach Brot und Spielen und ein vermeintlicher Volksheld mit Adelstitel verspricht ein neues bunteres Leben – wir, die wir nicht wie Robinson Krösus das Land verlassen können, sind wieder wer…

Diese neue Anti-Politik hat in Lepsius Augen einen paradoxen Effekt: Guttenbergs Mischung aus Glamour und medialer Volksnähe hat viele unpolitische Menschen für Politik interessiert, aber dieses Interesse zugleich auf unpolitische Themen gerichtet. Eine politische Lösung bleibt aus. Robinson Krösus verlässt das Land nun endgültig – Gutti zwar auch, aber das ist eine andere Sache, denn er tut das ja nicht wirklich freiwillig, denn er will geläutert als Robinson Gutti zu Krösus und geschlechtsumgewandelt als neue Kanzlerkandidatin zurückkehren…

Halten wir an dieser Stelle für die Marketing Abteilungen dieses Landes fest:  Der Politikapparat wird immer größer aber nicht unbedingt wirkungsvoller. Die Politik verwaltet sich erfolgreich selbst und ist nur in Wahljahren einigermaßen präsent. Der internationalen Finanzwelt (und hierzu zählt sich auch Robinson Krösus) ist es relativ egal, wer unter ihr regiert (die geplante Börsensteuer zeigt exemplarisch, dass sich die Märkte ihre Absatzwege abseits der politischen Lösungen suchen). Wenn der zahlungskräftige Robinson Krösus das Land verlässt, werden nationale Marketing Kampagnen obsolet, Hartz IV Fernsehen spricht keine zahlungskräftige Klientel an, lausiger Journalismus vergrault die verbleibende Bildungselite und steigende Parallelnutzung treibt die Marketingkosten ins Unermessliche.

Wer aber bleibt als lohnendes Ziel für die Marketingabteilungen dieses Landes? Die klassische Zielgruppe , dies wurde bereits an anderer Stelle festgehalten, gehört definitiv der Vergangenheit an. Der Mittelstand, wie ihn dereinst Loriot so trefflich skizzierte, schrumpft kontinuierlich, Robinson Krösus wandert auf die Schweizer Insel ab, der Rohstoff Intelligenz wächst zwar zaghaft nach,  wird von einem kontinuierlich schlechter werdenden Bildungssystem schwer gebachelt und gebeutelt, so dass eine kaufkräftige neue Elite nicht nachwachsen kann. Wen wundert, dass eine schwindende politische Minderheit kurz vor dem Absinken unter die 5%-Hürde (Sorry wg. Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern und jetzt noch Berlin…) nochmals den Aufstand probt und die Insolvenz Griechenlands fordert. Robinson Krösus, der sich gerne liberal, weltoffen und tolerant gibt, war früher ein überzeugter Stamm-Wähler der vietnamesisch liberalen Unternehmerpartei, muss aber jetzt seine Yacht woanders parken…

Wir halten an dieser Stelle fest:

  1. Robinson Krösus als treibende Kraft des Landes amüsiert sich an geistig wärmeren Orten.
  2. Parallelnutzung von Medien zündet gnadenlos zahlreiche Marketingbudgets an (vernetzt denkende Marketingleiter bringen ihre Marken zwar nachhaltig in die richtige Pole Position, nicht jedoch ihre eigene Karriere, denn die Gaußsche Normalverteilung verhindert, dass der vom Aufsichtsrat gejagte Vorgesetzte den Weitblick beurteilen kann – was unsere These, dass wir mehr Charismatiker brauchen, drastisch unterstreicht, aber das ist nochmals ein anderes Thema…)
  3. Die Kommunikation (oder was von ihr übrig geblieben ist) wird zunehmend dekontextuierter und ist fast schon fraktal geworden, i.e. die Verkettung vieler 140-Zeichen Postings ergibt eine neue Botschaft

Wir kommen dann zu folgender Lösung: Robinson Krösus muss qua Werbekunstfigur als verloren gegangener Opinion Leader simuliert werden und Marken-Kommunikation muss auf neue Füße gestellt werden. Neben der bereits bekannten intuitiven Ballistik gilt es vor allem skalierbare Tools zu entwickeln, die situationsgerecht und budgetkonform in Stellung gebracht werden können.

 

 

Sozialautisten im Sommerloch

Sommer 2011: An DEM Tag haben wir Picknick gemacht. Gegen Ende wird der Sommer dann doch noch Mal heiß. Im Mittelpunkt steht der kühle Norden. Die CDU verliert einen Spitzenkandidaten, und das ausgerechnet dann, wenn die Partei es ein Mal geschafft hat, bei der Jugend gut anzukommen….

Und dann reitet auch noch der oberste Datenschützer (im Grunde genommen auch er ein Sozialautist) eine Attacke gegen facebook – aus Feigheitsgründen natürlich nur indirekt. Aus südlichem Sommerblickwinkel alles in allem nichts wirklich Dramatisches, denn bei fortschreitender Klimakatastrophe steht Schleswig-Holstein ohnehin bald unter Wasser…

Ebenfalls aus dem Norden kam DIE Nachricht der letzten Woche: Der Melitta Mann lebt. Für den Liebhaber schlabbriger schwarzer Brühe wurde er wieder zum Leben erweckt bzw. wird es am 24. August qua TV Ausstrahlung. Der Foltertüten Hersteller aus Minden (Freud´scher Versprecher) setzt somit voll auf die Masse der männlichen Gesellschaft, die Playstation Spieler. Der weichgespülte Barista wird gegen George Clooney und herabfallende Klaviere ins Rennen geschickt und es bleibt zu befürchten, dass die Masche Erfolg haben wird, die metro-A-sexuelle Frau wird den Typ „Koffeinfreier Mann“ sicher auch lieben.

Kaffee bzw. #kaffee scheint bei twitter gleich nach #duschen gefühlt auf Platz zwei zu rangieren.  Man braucht die Brühe einerseits, um morgens in Gang zu kommen, andererseits lernt man viel über das Sexualverhalten von Twitter-Frauen. War früher der Kaffee der Startschuss für einen vielversprechenden Abend (JA, ich komme GERNE auf eine Kaffe mit hoch…), so ist #kaffee heute Ausdruck einer neuen Sexualität

Am Ende des Wochenrückblicks kann festgehalten werden: Der Leser dieses Beitrages hat erstens, mindestens zehn Fenster geöffnet und zweitens, die metro-A-sexuelle Frau ist nicht unbedingt nur sozialautistisch oder verpeilt, sie ist ganz einfach nur verhaltensoriginell und das Leben als solches ist einfach kompliziert….

Was aber ist wirklich neu in diesem Sommer? Ganz einfach: Mind Store Marketing hat einen neuen Bürohund aus dem Tierheim geholt, er ist Casting Spezialist, wir lernen viele blonde Frauen kennen, er nimmt zum Schmusen immer Anlauf, er bestimmt, wer auf das Grundstück kommt und vor allem, wer wieder gehen darf. Er ist ein Do Khyi UND: der Briefträger ist jetzt DEUTLICH schneller geworden…

Exkurs: Facebookinkompatible Exemplare

In Chatrooms, speziell in Single-Portalen alter Prägung war und ist er ein gern gesehener Gast (zumindest aus Sicht der Portalbetreiber). Er gehört zum übergeordneten Cluster „Playstationspieler“, differenziert sich jedoch durch sein Aussehen nochmals deutlich. Kennzeichen: Nudelbremser im Gesicht und Pullunder – kurz: Ein Langweiler. Sein Nickname: Bubibärli.

Im Internet (lange bevor es Web 2.0 hieß) fiel der Typus „Bubibärli“ in den letzten 10 Jahren besonders auf durch die Antizipierung des vermeintlich Erwarteten. Frauen schrieben, damals als sie noch wirklich Lust auf Sex hatten, also bevor der Typus metro-A-sexuelle Frau auf die Bühne der gesellschaftlichen Evolutionsgeschichte trat, viele Jahre lang in klassischen Single Communities auf ihr Profil: „Keine ONS“ – was übersetzt bedeutete „ich will Spaß“, denn keine wirklich intelligente Frau wollte und will die Katze im Sack kaufen (Diese Formulierung wurde heutzutage von der moderneren Form „es ist kompliziert“ abgelöst).

Die Übersetzung von „ich will Spaß“ wird jedoch vom Typus „Bubibärli“ gänzlich ignoriert und so lautet seine stereotype Begrüßungsformel: „Ich mag ja ONS auch nicht“, „ich mag ja auch nur kuscheln“, oder unverfänglicher: „ich bin ein ganz Lieber“ (ohne aber zu registrieren dass im Kleingedruckten von allen Frauenprofilen deutlich steht: „wer will schon nett“…)

Aufgrund seines schnauzbärtigen Profilfotos bekommt Bubibärli in 70 Prozent aller Fälle keine Antwort (welche Frau steht schon auf Pornobalken), was den zartbesaiteten Typ Mann natürlich sehr trifft, denn er will ja nur lieb sein. Und so reiht er sich ein in die Karawane der unbefriedigten Menschen und postet gar lustige Geschichten, die aber niemanden interessieren…

Soziale Netzwerke gäben Bubibärli zumindest theoretisch das Gefühl, Teil des Spiels zu sein, denn hier wird eine Antwort ohnehin nicht erwartet. Ein Post wie „8.00 Uhr und ich bin hellwach“ hätte in klassischen Chatrooms alter Prägung eine Antwort ausgelöst wie „wo gehen wir frühstücken?“, die dann in 80 Prozent aller Fälle „zielführend“ gewesen wäre (vorausgesetzt, sie wäre nicht von einem Bubibärli mit Oberlippenspoiler gekommen).

Bei Facebook und Twitter ist Bubibärli zwar zahlenmäßig reichlich vertreten, schließlich haben die Bitte-keine-ONS-Frauen die Mal-eben-Hallo-Sag-Plattformen mittlerweile verlassen und vergnügen sich bei Facebook – ich geh dann mal eben laufen…

Und so folgt auch der Bubibärli-Tross, allerdings sind seine „Hallo-erstmal-Postings“ timeline-irrelevant  und werden demzufolge aus den News Flüssen geXt.

Ein Held, so kann an dieser Stelle festgehalten werden, ist Bubibärli also definitiv nicht und ein Meinungsführer oder Trendsetter schon gar nicht. Aus Markensicht ist er derjenige, der ein Produkt bei einem Meinungsführer sehen muss und es dann kauft. Für das Marketing gilt es also Bubibärli über klassische Medien zu erreichen (Bubibärli liest noch die Tageszeitung aus Papier!) und den Kaufauslöser über einen Trendsetter zu erreichen. Helden, so musste die Marketingabteilungen am Jahresende 2010 lesen, werden immer rarer: Nur vier Prozent aller Onliner bestimmen die Markenbildung im Internet. Das Hauptproblem für die Marke ist es also, die entscheidenden Keyplayer zu identifizieren und dann Teil ihrer Timeline zu werden.

Nur wenn eine Marke über die notwenige Religiosität verfügt, die angesagtesten Themen und Strömungen kennt und in der Lage ist, die relevanten Quellen zu identifizieren, nur dann kann sie erfolgreich kommunizieren. Nur diejenige Marke sticht aus der sozio-virtuellen Informationsflut hervor, die auch timeline kompatibel ist. Bubibärlis mit Rotzbremse und Pullunder (und sei er noch so modisch) sind dabei wenig hilfreich…

Die Entmystifizierung des Motorrades

Es ist nun schon eine ganze Weile her, dass Dennis Hopper und Peter Fonda im Film Easy Rider durch die Staaten fuhren und wenn man es sich so recht überlegt, sind coole Jungs wie James Dean, die einfach lässig auf den Bikes saßen, ebenfalls verschwunden.

Aber nicht nur die coolen Jungs, auch die coolen Bikes scheinen verschwunden zu sein. Motorradfahren definiert sich heute anscheinend nicht mehr über Coolness und Emotionen, sondern durch ausgefeilte Technik. Unser Monitoring zeigt, dass Fahrgefühl fast nur noch über Technik definiert wird und deshalb wird auch fast nur in technisch angehauchten Plattformen im Internet diskutiert und gepostet. Dass man mit Motorrädern auch schöne Regionen erleben kann, dass man dadurch Erlebnisse zu zweit oder in der Gruppe haben kann, geht in derartigen Diskussionen unter. Man kommt perfekt von A nach B, dass man Motorrad fährt, um von A auf geile Art und Weise über B nach C und D kommt und liebend gerne über E zurück fährt, das scheint in Vergessenheit geraten zu sein.

Und wo ist er geblieben, der coole Herzensbrecher aus den guten alten Schwarzweiss Filmen? Sollte es keine würdigen Nachfolger von James Dean geben? Die Motorradindustrie, so könnte man den Eindruck bekommen, hat das Motorrad entmystifiziert. Selbst Harley Davidson scheint zum Transportvehikel für den Sommer mutiert zu sein, die Werkstätten haben aufgehört, ihre meist akademischen Kunden zu duzen und sind bürokratischer als so manche Mercedes- oder BMW Niederlassung – mit dem Resultat, dass der ansonsten Anzug tragende Kunde den bereits im Katalog rostenden Auspuff dann irgendwann auch nicht mehr so cool findet…

Natürlich könnte es auch sein, dass der GQ lesende metrosexuelle Mann mittlerweile nur noch auf rosaroten Rollern durch die Stadt fährt, damit er sich beim einparken in viel zu enge Parklücken keinen Fingernagel durch hektisches Einschlagen des Lenkrades abbricht. Die Göttin im Sandkasten fährt ohnehin standesgemäß ein Cabrio, eventuell noch einen schicken Roller, wenn er denn stylish zum Hosenanzug passt. Der von ihr verachtete Playstationspieler schaut ihr schmachtend nach, geht wieder an seine Playstation und fährt dort die richtig harten Maschinen, was die Frage, wo die richtig coolen Jungs sind, immer noch nicht beantwortet. Fakt ist, dass sie sich sicherlich nicht mit den Roller- und Moped fahrenden Kindern auf eine Stufe stellen (lassen) wollen und somit wohl dem Motorrad-Markt den Rücken kehren und sich andere Männerspielzeuge suchen…

Das Marketing so manchen Herstellers reduziert budgetbezogen den universitär erlernten Marketing Mix auf zwei (bezahlbare) Größen: Event (manchmal Rennstrecke, meist aber See) und Flyer (maximal vielleicht noch eine Anzeige in einem führenden Printmagazin, damit der Journalist dort den mitgelieferten Pressetext dann auch abdruckt), eine auf unterschiedliche Alters- oder sonstige Zielgruppen differenzierte Kommunikation ist nicht zu bemerken, punktgenaue Clusterung ebenfalls, was in Summe den Anzug tragenden Ex-Biker dann erfolgreich in die Klapphelmfraktion oder aber in die Oldtimer Szene treibt, denn nur um eine Stripperin zu sehen, muss man ja nicht tausende Kilometer fahren, so etwas gibt es in der Großstadt schon lange.

Weicheier & Co.

Die gestern veröffentlichte Statistik, wonach Männer eindeutig in der Minderheit und eindeutig zu passiv sind, hat eine große Welle ausgelöst (die Rede ist jetzt nicht von dennoch recht zahlreichen Postings in der “es ist kompliziert” Gruppe, sondern von den zahlreichen Zuschriften).

Die aufgestellte These, wonach 70 Prozent aller Männer Langweiler sind, 20 Prozent dilettantische Schweine und nur 10 Prozent gute Schweine, wurde von Frauen eindeutig als zu positiv bezeichnet. Die Kamillenteetrinker- und Playstationspieler-Fraktion scheint, sehr zum Leidwesen aller Frauen, auf dem Vormarsch zu sein.

Die Frage ist nun, warum es keine echten Männer mehr gibt und vor allem: welchen Anteil an der männlichen Verweichlichung haben die Frauen??

Die Diskussion bleibt also spannend…

(In der Zwischenzeit schicken wir die Männer in den Sandkasten zum spielen)

Es ist kompliziert – heute: Toyota

Und wieder einmal muss Toyota einen Rückruf starten. Diesmal ist der Toyota Landcruiser betroffen. Was aber hat das mit “es ist kompliziert” zu tun? Ganz einfach:  In den vergangen Überlegungen konnte gezeigt werden, dass es die moderne Frau (hier wird sie die Göttin im Sandkasten genannt) nicht leicht hat, ein richtigen Mann zu finden (wen wundert es, das es eine facebook Gruppe “draussen nur männchen” gibt).

Es wurde gezeigt, dass sich die neue Göttin in Ermangelung von Männern, die eine Frau auch schon mal beim Küssen gegen die Wand drücken (auch dies der Name einer facebook Gruppe) eine Notlösung sucht, die sie dann Waldi, Fuzzi oder Duscher nennen und es wird Schluss gemacht, in dem man eine größere Wohnung nimmt (die Auswirkungen für die Immobilienbranche werden zu einem späteren Zeitpunkt untersucht).

Was aber hat das alles mit Toyota zu tun? Nun, Toyota “bietet” die neue Alternative, Schluss zu machen, denn mittlerweile kursieren Witze wie “es wird wie ein Unfall aussehen – ich hab ihm einen Toyota geschenkt…”

Die Göttin im Sandkasten (Überlegungen aus Marketingsicht)

Der Unterschied, sagte einst ein namhafter Marketingprofessor zwischen einem Mann, der zu einem Frisör geht und einer Frau ist einfach. ER sagt: “Wie immer”, SIE sagt: “bloß nicht wie immer”. Sollte der Frisör dann zu nah an “wie schon mal” sein, wir er umgehend ausgewechselt.

Ähnlich funktioniert es in einer Beziehung. Die Göttin im Sandkasten sagt: “bloß nicht wie immer”, der Playstationspieler sagt (wie jeden Tag) “lass mich in Ruhe”. Dies hat aber dann nicht etwa zur Folge, dass er dann verlassen wird. SIE ist dann eben sauer, was ER aber mit der Playstation ohnehin nicht mitbekommt.

Nach mehrfacher Aufforderung, ER könne ja mal wieder mit IHR spielen, lädt er dann Freunde zu einem Playstationspieleabend ein. Was SIE nicht wirklich witzig findet…

Für das Marketing bedeutet die Zielgruppe “Neue Göttin”: Alles, nur nicht “wie immer”. Da aber eines der wesentlicnen Kennzeichen einer Marke die konstante Qualität/Leistung ist, wirft dies ein massives Problem auf.

Eine Lösung hierfür bietet Luciano de Crescenzo: Dynamische Immobilität. Also ein wenig bewegen, aber halt nicht so heftig. Für die italienischen Momente im Leben…

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