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Zeitnah
Das Land erzittert vor drohender Arbeitslosigkeit, aber Konzernmenschen bewegen sich noch immer unverdrossen in vorgefertigten Furchen. Sie bewegen sich dabei „zeitnah“.
„Zeitnah“ ist qua Definition die kleineste Einheit zwischen zwei aufgeschobenen Entscheidungen. Zwischen „zeitnah“ und „ich melde mich“ (selbstverständlich ohne Angabe von Jahreszahlen) liegen mindesten drei Meetings und ein Urlaub. Bekommt man die Nachricht „ich melde mich zeitnah“ beispielsweise im September weiss man als Nicht-Konzernmensch, dass man vor Februar des Folgejahres nicht mit einer Antwort rechnen muss, denn nach und zwischen 2-3 Meeting muss sich der gestresste Arbeitnehmer „abstimmen“, an Weihnachtsfeiern teilnehmen und in den verdienten Jahresendurlaub mit anschließendem Skifahren gehen.
Zwischen zwei Zeitnah-Punkten liegt also mindestens ein „abstimmen“ – das ist die Maßeinheit für einen Zeit-Joker. Es wird differenziert in „abstimmen“ und „kurz abstimmen“ – letzteres ist schon fast wie eine Entscheidung. Aber halt dann doch nur fast.
Ein weiterer wichtiger Baustein im Vokabular des vagen Neuzeitmenschen ist das Wort „interessant“. Mit der Formulierung „es ist interessant“ umgeht er erfolgreich ein definitives „ja“ oder „nein“. Mit der Formulierung „ich finde es interessant und melde mich zeitnah“ schaltet er erfolgreich jeden abschlussorientieren Sales Profi aus.
Dass der Gesamtzustand der deutschen Wirtschaft durch zeitnahe Manager ebenfalls als „interessant“ bezeichnet werden muss, kümmert den sich unbeirrt abstimmenden homo oeconimicus weniger. Er bewegt sich in einer klar definierten Meetingwelt und kehrt abends heim in eine private „es-ist-kompliziert“-Welt.
Worse than Westerwave
Den Marketeers wird oftmals vorgeworfen, alles in denglish auszudrücken, das krasse Gegenteil haben wir nun auf youtube gefunden: Downsizing der englischen Sprache.
Und so haben wir uns entschlossen unser Fundstück upzuloaden, damit der Marketing Slang relativiert werden kann.
Have Fun!
Der obige Beitrag wurde bei youtube über eine Million mal angesehen und in manchen Clips sogar mit Untertiteln versehen. Virales Marketing: It works!
Wer im Glashaus sitzt darf nicht mit Igeln schmeißen
Die Staatsanwaltschaft München ermittelt, so können wir in der w&v lesen, wegen Tierquälerei gegen mystocks und Jung von Matt/Elbe. Natürlich, so sagt Sascha Hanke, Jung von Matt-Geschäftsführer, werfen wir mit einer Attrappe, so dass mit einer Einstellung des Verfahrens zu rechnen ist.
Und auch wir sind sicher, dass das Verfahren wegen Tierquälerei eingestellt wird, bedauern jedoch, dass die frühere führende kreative Rolle von Jung von Matt auf diese Weise gegen die Wand gefahren bzw. in die Luft katapultiert wird, denn: auch wenn es eine Attrappe ist, Respekt vor Lebenwesen wird durch solche Vorgehensweisen nicht gezollt.
Schade, dass so viele Entscheider in diesem “Kreativ-Prozess” wohl nur Attrappe statt echtem Hirn im Kopf hatten…
Jack Wolfskin – ein erstes Fazit
Wochenenden sind immer gut, um hitzig geführte Diskussionen der Woche in Ruhe aufzuarbeiten und zu überdenken. Deshalb soll an diese Stelle das Jack Wolfskin Desaster nochmals betrachtet werden.
Der Fall zeigt in erster Linie, dass sich die klassische Pressearbeit geändert hat. Früher konnte man Markenbotschaften über das Transportvehikel Pressekonferenz mit ca. 20 Journalisten führender Tageszeitungen oder Magazine relativ gezielt und punktgenau verbreiten. Heute, so durften wir letzte Woche sehen, bekommen 10 Anwaltsbriefe Dank der Blogosphäre sehr schnell eine ungewollte Öffentlichkeit. News verbreiten sich im Web 2.0 nun mal wesentlich “unkontrollierter” und schneller.
Die aus früheren Zeiten bekannte professionelle PR Arbeit nimmt schnell eine emotionale Fahrt auf, die vom Markeninhaber kaum noch gesteuert werden kann.
Der Versuch einer Rückkehr zur Rationalität wird von einzelnen Usern sofort ins Gegenteil gekehrt:
Zitat von Manfred Hell: “An der großen Emotionalität, mit der die Debatte geführt wurde, sehen wir, wie hoch die Erwartungshaltung an uns ist. Dem wollen wir gerecht werden. Wir haben uns der Kritik gestellt, unser Vorgehen kritisch durchleuchtet und werden in Zukunft sensibler agieren.”
Übersetzung:
Wir hatten nicht damit gerechnet, daß es zu einem solchen Aufstand kommt, weil wir das schließlich seit Jahren so machen. Bisher sind wir damit noch immer durchgekommen. Ärgerlich nur, daß die Leute, die uns unser Image als ehrliche Naturburschen (und unser Zeug) bisher abgekauft haben, jetzt mitbekommen haben, daß wir den Raubtierkapitalismus neu definiert haben. Bevor das Desaster für uns jetzt noch größere Ausmaße annimmt, fressen wir etwas Kreide und hoffen, daß sich die Wogen bis zum Weihnachtsgeschäft noch glätten lassen. Wir werden versuchen, uns in Zukunft nicht wieder erwischen zu lassen. (Quelle: www.werbeblogger.de)
Twitter und Co. senden einzelne Negativ-Kommentare unreflektiert in digtale Welten, der Einzelne bekommt einen ungeahnten emotionalen Hebel, der mit klassischen kommunikativen Maßnahmen nicht mehr abzufedern ist.
Fazit: Nachdem der Jack Wolfskin Marken Suizid sich bis in die Foren der Kernverwender verbreitet hat und Sahara- und Bergsteigerforen sich massiv gegen den Kauf unethischer Produkte ausgesprochen haben, dürfte es recht schwer werden, diesen Markenschaden wieder zu beheben.
Spannend wäre es zudem, wenn ein guter Jurist die Position von Jack Wolfskin hinterfragen würde. Hier könnte sicherlich auch noch das eine oder andere Wolfsfell davon schwimmen…
Marketing Outsourcing: Roding – Roadster neu definiert!
Am 15.9. werden wir auf der IAA 2009 erstmals einem erlesenen Kreis von Experten eine automobile Neuentwicklung präsentieren: den Roding.
Mit dem Roding wollen wir eine komplette Neuinterpretation des Fahrzeugsegments Roadster schaffen. Grundlagen sind eine moderne Fahrzeugarchitektur, der Einsatz von Hightech Materialien und Technologien. Der Roding ist ein zweisitziger Mittelmotor‐Sportwagen mit Heckantrieb und Verbrennungsmotor für Sportfahrer und automobile Individualisten. Durch konsequenten Leichtbau wird ein hohes Maß an Fahrdynamik und Performance erzielt. Sein Terrain sind Rennstrecken, aber auch kurvige Landstraßen und Bergpässe.
Mit einer Länge von 3,9 m, einer Breite von 1,85 m und der geringen Fahrzeughöhe von 1,19 m bietet der Roadster ein kraftvolles Erscheinungsbild. Die Fahrgastzelle ist aus Kohlefaser gefertigt, Vorder‐ und Hinterwagen in Aluminium‐Spaceframe‐Bauweise. Der Roding entsteht auf Basis modernster Entwicklungsmethoden. Das Leichtbaukonzept in Verbindung mit einer leistungsstarken Motorisierung verschaffen dem Roadster ein Leistungsgewichtverhältnis von weniger als 3 kg/PS. Der einmalige Sportwagen ist ab Anfang 2011 in Kleinserie erhältlich. Er wird komplett in Deutschland entwickelt und in einer neuen Manufaktur gefertigt. Dabei wird jedes Fahrzeug individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten.
Als Marketingagentur, die das Projekt nun seit über einem Jahr begleitet, freuen wir uns auf gute Gespräche in Frankfurt auf der IAA in Halle 4 Stand C25.
Roding ist eines unserer Marketing Outsourcing Projekte das zeigt, dass Marketing Know How nicht unbedingt inhouse platziert sein muss. Es unterstreicht unsere These, dass sich die Arbeitswelt vom Konzern zum Netzwerk entwickelt.
Zukünftig werden wir das Outsourcing- Prinzip mit Partnern wie beispielsweise Saint Elmo´s (Kreativagentur), Adtraffic (SEO/SEM), Beratungskontor (Berater für öffentliche Fördermittel), Interim Managern, Häberlein & Mauerer (PR Agentur) sowie renommierten Anwaltskanzleien ausbauen. Unser Angebot in diesem Zusammenhang: Maßgeschneiderte (Marketing)Lösungen für Mittelstand und Konzerne.
Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang den Google Automotive Experten, die uns durch Rat und Tat bei der Erstellung eines eigenen Roding Channels unterstützt haben: www.youtube.de/roding – Virales Marketing im Praxistest.
the best is yet to come
Für ein schlankes Europa
Es fällt auf, dass Parteien immer weniger Gesichter auf die Wahlplakate setzen. Ob das etwas mit einer neuen Marketingstrategie zu tun hat?

Oder schlichtweg nur mit der Panik vor AdBustern?
EDEKA: wir lügen Lebenmittel
“Wir lieben Lebenmittel” behauptet Edeka in zahlreichen Werbespots. Dort sieht man dann Verkäufer, die alles genau wissen und die sich total gut auskennen. Und das wichtigste: sie reden sogar mit den Kunden!
Wenn man in München oder Umgebung in einen beliebigen Edeka Markt geht, findet man allerdings ein komplett anderes Bild vor (WIR lieben Mystery Shopping)
1. Verkäufer reden nur mit anderen Verkäufern! (das allerdings extrem intensiv)
2. Verkäufer räumen Regale immer dann ein, wenn sie Kunden damit auch im Weg stehen. (Damit der Edeka-Kunde auch garantiert genervt wird, nehmen sie große Wägen, die sie in die Gänge stellen. Dann kann sie der Kunde nicht stören, wenn sie sich dahinter unterhalten.)
3. Wenn man eine Frage hat, haben sie gelernt, sich schnell zu verstecken.
4. Der geplagte Edeka-Verkäufer schafft es aufgrund der oben skizzierten Situation demzufolge nicht, die Frischetheke zu kontrollieren bzw. wirklich frisch zu halten. Die Werbung wird dadurch also nochmals Lügen gestraft.
Das bis hier geschilderte Szenario trifft natürlich nicht nur auf Edeka Märkte zu. Auch Banken und Sparkassen kennen dieses Problem: Millionenschwere in der schicken Konzernzentrale geplante TV Kampagnen werden in der Filiale durch Inkompetenz, Ignoranz und Unfreundlichkeit jäh in die Tonne getreten (von Starbucks, die dem Kunden dazu dann noch schlimme Begrifflichkeiten an den Kopf werfen, soll hier nicht weiter gesprochen werden)
Bevor jetzt der an dieser Stelle sonst gerne strapazierte Begriff der Servicewüste Deutschland zitiert wird, sei gesagt: Es geht auch anders!
Im Münchner Raum gibt es beispielsweise drei Märkte, die das Edeka Logo tragen, die allerdings professionell geführt werden. In Pullach, Unterhaching und München am Einsteinring findet man Edeka Märkte die zur Simmel AG gehören.
In diesen Edeka Märkten erschrickt man als Kunde jedesmal, weil man von perfekt gekleideten Verkäufern jedes Mal gegrüßt wird (ja, richtig gelesen: der Verkäufer dreht sich NICHT um und geht in die andere Richtung und er schaut NICHT auf den Fußboden, er sagt “hallo” oder Grüß Gott” und er ist richtig freundlich dabei”).
Wenn man eine Frage hat, wird man persönlich von einem Verkäufer zum Regal begleitet, in dem sich das gesuchte Produkt befindet (ja, nochmals richtig gelesen: es rennt niemand davon wie in anderen Edeka Märkten)
An der Fleisch-, Fisch- oder Käse-Theke bilden sich keine Endlos-Schlangen. Es gibt genügend kompetente Verkäufer, die mit Spaß an ihrer Arbeit gerne beraten. Für den Kunden total verwirrend: auch diese Verkäufer sind freundlich!
Am Ende des Einkaufs wird man (Achtung jetzt kommt´s!) gefragt, ob man alles gefunden hat und ob man zufrieden ist!
Für einen derartigen Service ist man dann auch gerne bereit, 20 Kilometer zu fahren. Allerdings: nach 2-3 Einkäufen in Märkten der Simmel AG ist man für den normalen Supermarkt (egal welcher Kette) total versaut!
Ich geh dann mal simmeln…
Vom Micro Slave zum iPhone Slave
Es war einmal eine Gesellschaft, die aufgebrochen war in ein neues Zeitalter. Sie nannte sich die “Informationsgesellschaft“. Der Terminus steht hierbei als Synonym für den Schritt vom 20. ins 21. Jahrhundert. Toffler bezeichnet diesen Übergang als “dritte Welle. Die Agrarrevolution vor 10.000 Jahren wird hierbei als erste, die industrielle Revolution, von der aus in der Mitte der fünfziger Jahre technische und soziale Veränderungen ausgingen, als zweite Welle bezeichnet. Die dritte Welle steht kennzeichnend für den Anfang einer neuen Zivilisation, die Toffler als “Nach-Schornsteinzeit” beschreibt (Toffler, A, Machtbeben: Der globale Vorstoß der Informationseliten, Düsseldorf-Wien 1993).
Ab welchem Zeitpunkt nun exakt von einer Informationsgesellschaft gesprochen werden kann, soll hier nicht weiterverfolgt werden. Die bloße Existenz von Computern reicht sicherlich nicht aus, um von einer neuen Gesellschaftsform sprechen zu können. Erst das Zusammenspiel unterschiedlicher Technologien , vom Anrufbeantworter über das Glasfaserkabel bis hin zur Computertechnologie (Goodman spricht hier von unterschiedlichen Siedlerpfaden, die eine Kultur verändern), erst die Vernetzung von Computern und somit die Vernetzung des Weltwissens, erlauben von einer Informationsgesellschaft zu sprechen (Goodman, D., Mythos Information Highway – Was bringt uns die Datenautobahn wirklich?, St. Gallen – Zürich 1994).
Die Information erfährt eine Werteverlagerung. War sie vorher wichtig, um erfolgreich produzieren und vermarkten zu können, so hat sie sich nun auf die Ebene des Wirtschaftsgutes selbst emporgeschwungen.
Dachte man damals noch über die Notwenigkeit, „Elektronischer Agenten” und Navigationshilfen” nach, die als “Waffen” eingesetzt werden sollten gegen die drohende Daten- und Bilderflut, die aus einem faustischen Pakt mit der Technologie täglich größer wurde, so hat sich dank ständig größer werdender Festplattenkapazitäten diese Sorge heute erledigt.
Mit dem iPhone jagt man im Sekundentakt via twitter dekontextuierte Meldungen ins Orbit.
Ich geh dann mal kacken…
Das Pling
„Ich sitze gerade an meinem Notebook und da hat es *pling* gemacht und ich habe mich sehr über die Abwechslung gefreut“, schrieb kürzlich eine Studentin. Eine Formulierung, wie sie sehr häufig zu hören ist.
Das Pling wird ausgelöst duch Tools z.B. wie WP to Twitter - aus dem Blog direkt zu twitter, von dort direkt zu facebook und von dort wird der User per Mail und somit per Pling „informiert“.
Da sich die Notebook-Technologie (langsam) Richtung iPhone verschiebt, taucht das Pling auch in Bars und Café auf, was eine normale Unterhaltung schlichtweg unmöglch macht.
Hat man sich früher im Rahmen von Dialogen noch in die Augen gesehen, so findet der Dialog nunmehr nur noch über das iPhone statt. Wir nennen es deshalb auch Phonolog – meist gekürzt auf 140 Zeichen. Das Ende eines jeglichen wissenschaftlichen Disputes.
Das iPhone ermöglicht die Ubipräsenz im (virtuellen) Raum. Man schickt die Nachricht los, dass man jetzt mal für ein verlängertes Wochenende in die Eifel fährt und schickt zwei Minuten später die Hoffnung hinterher, dass doch bitte keine Einbrecher auf twitter und/oder facebook sind und die Statusmeldung gelesen haben könnten.
Ich geh dann mal kurz kacken…
Die Göttin im Sandkasten (Sonntagsausgabe)
Die Erwartungshaltung was die Fortsetzung der Geschichte mit der Göttin im Sandkasten anbetrifft, das ging aus allen Emails deutlich hervor, war sehr groß. Aber mal ehrlich: auch am Sonntag?
Auch Agenturmenschen müssen gelegentlich mal eine Pause einlegen. Deshalb an dieser Stelle ein Aufklärungsvideo zum Thema Unterschiede zwischen Mann und Frau.
Schönen Sonntag!