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Exkurs: Kawasaki
Natürlich könnte man das Thema Versicherung in Verbindung mit der Weiterentwicklung des Employer Branding Themas fortführen und beispielsweise die Allianz Versicherung unter die Lupe nehmen, denn auch die Allianz Gruppe muss mit der selben Thematik fertig werden: Über 500 Mitarbeiter, die unkontrolliert durchs facebook Orbit treiben. Im Gegensatz zu anderen Versicherungen allerdings verfügt die Allianz über einen Social Media Communicator, der auf seinem Profil verdeutlicht, dass er für den gesamten Konzern zuständig ist und sich über Zuschriften freut (natürlich haben wir ihn angeschrieben und sind gespannt auf die Antwort).
Eine Branche, die das Problem “ihr da oben, wir da unten” sehr deutlich spürt, ist die Auto- und Motorrad-Industrie. Der perfekteste Markenaufbau scheitert oder siegt mit dem Händler, der meist nicht zur Organisation gehört und im schlimmsten Fall noch weitere Marken unter einem Dach hat. Eine Nuance spezieller ist die Motorrad-Branche, denn Transport ist hier nicht das Thema. Motorradfahren ist Emotion (bis auf einige wenige technisch orientierten Marken). Wenn also das Motorrad nicht funktioniert oder die Werkstatt es nicht schnell genug wieder auf die Straße bringt, schlägt die Social Media Welt gnadenlos zu und in unseren Monitorings oder Analysen finden wir Aussagen wie: “Suzuki ist ja nun wirklich schon kein Qualitätsweltmeister aber wesentlich besser als Kawa mit den 2006er ER Modellen” oder “nie wieder, Kawasaki Händler, den empfehle ich niemals weiter” oder gar “eine Kawasaki kommt mir jedenfalls nie wieder ins Haus“.
Markenaufbau von innen, auch in der Motorradbranche ein wichtiges Thema der nächsten Zeit.
Arrivederci – Wir sehen uns bei facebook
Mit den Worten “Vi aspettiamo online!” beendete am 7. Juli die Redaktion des Desmoblogs (Ducati) ihre journalistische Tätigkeit, die sie im März 2006 aufgenommen hatte.
Die Schließung eines firmeneigenen Blogs ist heutzutage keine Seltenheit, zwingen doch betriebswirtschaftliche Gründe, fehlende Strukturen und fehlende Kompetenz den einen oder anderen Kommunikationskanal zu schließen. Die Frage ist dann, ob ein Social Network, das auf Interaktion ausgelegt ist, den Informationsbedarf ebenfalls abdeckt. Fraglich auch, ob eine Fanseite die SEO Relevanz eines Blogs in der selben Form abdeckt.
Bei Ducati stellt sich zudem die Frage: Wie viele ihrer deutschsprachigen Fans sprechen italienisch? Das italienischsprachige Blog einzustellen, ist sicherlich eine konsequente Entscheidung. Die “gefällt mir ” Reaktionen zeigen, dass die Ducati Fanseite nicht von 193.643 toten Accounts besiedelt wird und dass eine Mehrsprachigkeit der Marke sicherlich gut tut.
Im Gegensatz zu anderen Marken hat es Ducati geschafft, die Bündelung der Markenkraft zu erreichen. Ein Blick auf Kawasaki zeigt das Gegenteil: Über 500 Fanseiten und über 500 Gruppen – einzelne Modelle, lokale Geschäfte, Länder, Fans, Fahrer und und und…
In diesem Fall würde sich eine zentrale Seite (Blog), die von der Firmenseite auf DIE Fanseite verlinkt, als extrem wegweisend und hilfreich erweisen. Die Frage, die sich hieran anschließt: Wie viele Fanseiten verkraftet eine Marke?
Was sagt uns der Ausflug in die Motorradwelt? Ganz einfach: Facebook ist ein Universum für sich und es ist kompliziert…
