iPhone

iOS6: Ich will mein altes Google Maps zurück!

Es ist Freitag, die Sonne scheint und als Pirat und Inhaber einer Guerilla Marketing Agentur schwingt man sich natürlich standesgemäß auf das Motorrad, Da die Termine in Stuttgart und Umgebung sind, kennt man sich als Münchner natürlich nicht aus. Also: iPhone einschalten und die Adresse eingeben. Lapidare Antwort der Maschine: Keine Treffer!

iphone TomTom

iOS6 – TomTom “Navigation”

Es folgt, als zorniger Manager, ein AUFSCHREI:

ICH WILL MEIN ALTES BETRIEBSSYSTEM MIT GOOGLE MAPS WIEDER HABEN!

Mit diesem Wunsch ist man nicht der Einzige: “Verschobene Städte und leere Gegenden” berichtet Focus online und ein Blick ins Netz zeigt schnell den Weg zur Lösung wie man Google Maps wieder integrieren kann (“Mit dem iPhone auf die Seite maps.google.com surfen und bestätigen, dass Google Maps die aktuellen Ortsdaten verwenden soll. Anschließend unten auf das Sharing-Symbol klicken und „Zum Home-Bildschirm“ auswählen. Das Lesezeichen muss nun benannt werden, anschließend „Hinzufügen“ klicken“)

Nach der Installation von Google Maps dann die Ernüchterung: Die Welt ist wieder in Ordnung!

 

Google Maps

Google Maps

Nach zwei weiteren Fehlermeldungen: Mit der iPhone Version kommt man zwar auch über Zwischenschritte (Ort, dann Straße) zum Ziel, allerdings kartographisch weniger gut. Also: TomTom raus, Google Maps rein, und ab aufs Motorrad, der Sonne entgegen…

Mind Store Marketing wünscht ein schönes Wochenende!

 

Trend 5: Religiosität der Marke oder: wer nicht mit dem Wulff tanzt, kann sich köhlern

Das Thema Religiosität der Marke war bereits 2011 in den Mega-Trends und das vergangene Jahr hat gezeigt, dass es an Bedeutung gewonnen hat. Ich glaube an die Kraft von Nutella, geheiligt werde dein Name, mein täglich Nutellabrot gib mir heute (und wehe es schmiert einer Butter zwischen dich und das Brot), erlöse uns von schlechten Brotaufstrichen, und führe mich nicht zu oft in Versuchung, dein ist die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit, Amen, auch wenn du ein klitzekleinwenig geschwindelt hast und gar nicht so gesund bist, wie die Werbung das immer sagt (Politiker lügen ja auch immer)…

Der Vershofen´sche Grundnutzen wird vom Verbraucher als taken for granted vorausgesetzt, natürlich kann man mit einem iPhone auch telefonieren (meistens jedenfalls), aber viel wichtiger ist der Zusatznutzen und genau dieser hat sich zum religiösen Gut aufgeschwungen und ist weit mehr als ein softer Imagefaktor geworden, wie die entsetzten Postings von Kids zeigen, die kein iphone zu Weihnachten bekamen

Das Leben ist zu kurz für einen schlechten Wein, hieß es früher. Heute müsste es heißen, das Leben wird noch kürzer durch schlechten Wein, antibiotische Hühner, Dioxin belastete Eier, tödlichen EHEC Salat und vieles mehr. Wenn die Rest-Risiko-Brücke, wie weiter oben gezeigt werden konnte, mittlerweile schon breiter als jeder Highway ist, dann soll doch zumindest das, was ich esse kultig sein, bevor es mich umbringt.

Die omnipräsente Rest-Risiko-Brücke verdeutlicht jedoch nicht nur die Gefährlichkeit der Nahrungsaufnahme, sondern schmälert auch das Vertrauen in die Politik: Kokain ist verboten, Dioxin ist erlaubt. Nikotin ist krebserregend, aber nicht verboten, da es Steuern einbringt und eine extrem starke Lobby belegt unser Brot mit vergifteten Nahrungsmitteln…

Die Politik, so hat das Beispiel Wulff gezeigt, ist mehr damit beschäftigt, teure Scheidungen kostenneutral in den Griff zu bekommen als die Lebensqualität in diesem Land zu verbessern. Und es ist dem einzelnen Politiker dann auch nicht peinlich, wenn sich die gesamte Social Media Gemeinde über ihn lustig macht bzw. sich Witzfiguren für ihn stark machen. Auch der Vorwurf, er habe sich für das Fernsehinterview ein Hirn ausgeliehen prallt an ihm ab. Unter dem Oberbegriff #wulfffilme trugen twitterer Filmtitel zusammen wie “Das Imperium tritt zurück”, “Lebt denn der alte Wulffmichel noch?”, “take the money and Run”, “Das Schweigen der Merkel” oder „Liebling ich habe das Amt geschrumpft“ und unendlich viel mehr. Spätestens an dieser Stelle wurde jedem deutlich, das die Würde des Amtes über den Rubikon gegangen war und ohne weitere Negativ-Beispiele wie Guttenberg, Rösler und Co. bemühen zu müssen, wird klar, dass die Säule „Politik“ als Werte gebende Säule stark demoliert ist, die stärkste politische Gruppe heißt Nicht-Wähler und Wulff sei Dank diskutiert die Nation, ob das Amt des Bundespräsidenten nicht gänzlich abgeschafft  werden soll. Politik hat die von Bolz und Bossart bereits 1995 skizzierte Ebene „Enttäuschungsmanagement“ ignoriert und nun gilt es, brennende Autos und Schlimmeres zu verhindern…

Eine weitere Säule namens „Kirche“ verabschiedet sich seit langem durch unzeitgemäße Äußerungen und Ansichten, Doppelmoral, ekelhafte Missbrauchsgeschichten oder einfach nur Trunkenheit am Steuer.   Der Atomisierungsprozess der Gesellschaft schreitet weiter fort und wird punktuell nur durch einige Aktionen wie Guttenplag etc. in Socia Media Welten gebündelt, wenn alle „gefällt mir klicken“. Die Dorflinde ist der Datenautobahn gewichen…

An dieser Stelle wird deutlich: Aus Kommunikation ist Dummschwätzen geworden, Bildung, Leitbilder und Werte gebende Institutionen sind stark auf dem Rückzug, Charismatiker (die wir letztes Jahr schon gefordert hatten) sind noch nicht in Sicht, die Marke scheint die letzte Stütze als Orientierung gebende Institution zu sein.

Damit die Marke in die Rolle einer Orientierung gebenden Kraft schlüpfen kann, muss sie unbedingt über Religiosität verfügen. Die Religiosität der Marke, das haben unsere Social Media Analysen gezeigt, hat ihre Wurzeln in einem starken Markenkern, in einer starken Authentizität, Ehrlichkeit und eine starken Verankerung im Zeitgeist. Religiosität der Marke vereint Generationen und heterogene Gruppen in einer monetär-determinierten Sinn-Oberfläche deren Verbindungsglied zwischen sinnentleerter Einzelpersönlichkeit und gemeinschaftlich verpeilter Rest-Kommunikationswelt das Element Design darstellt.

Es verwundert nicht, dass in der identifizierten Design-Themenwolke das Thema „Auto“ hervorsticht. Der von Matthias Horx bereits im Jahre 1995 aufgezeigte Trend des Autos als fahrender Lebensraum (Car-Cocooning) hat mit steigendem Stau-Verhalten auf deutschen Straßen an Bedeutung gewonnen. Wie gezeigt werden konnte, führt der Mobilitätsverlust bei einer kleinen, intelligenten Bevölkerungsgruppe (wir nennen ihn Robinson Krösus) zum Verzicht auf das Statussymbol, Modelle wir Carsharing werden zunehmend attraktiver und beim Rest der Gesellschaft, also denjenigen, die es sich eigentlich ohnehin nicht leisten könnten, zur Verlagerung von Spitzengeschwindigkeitsdenken zu Design-Orientierung.

 

Untersucht wurden insgesamt über 5.400 Netzwerke im Zeitraum zwischen Januar 2011 und August 2011. Der Suchbegriff Design erzielte aufgrund seiner Vielfältigkeit eine hohe Suchtrefferanzahl. Die Top10-Netzwerke zeigten, dass am häufigsten im Umfeld der Themenbereiche Computer, Automobil, Mobilfunk, Möbel und Trends über Design diskutiert wird (siehe TagClouds). Anders als beim Thema Auto, wo das Design nicht differenziert betrachtet wurde, wurden im Bereich Mobilfunk vor allem die Designs der Smartphones besprochen und verglichen. Hauptsächlich diskutierte Marken waren/sind hierbei Samsung, Apple oder HTC. Bei Twitter stachen im Betrachtungszeitraum Tweets zum Design des iPhones klar hervor. Hier wurde u.a. über das Design vom iPhone 5 spekuliert.

Die Religiosität der Marke, so konnte bis hier hin gezeigt werden, wird in den nächsten Jahren noch verstärkt durch das gesellschaftliche wie wirtschaftliche Leben ziehen. Das Thema Religiosität der Marke wird stark an Bedeutung gewinnen. Die Kunst bzw. die neue Herausforderung für die Politik wird es sein, das Thema Religiosität der Marke durch neue Wertewelten zu ersetzen und das mittlerweile vollends inkompatible Individuum aus real existierenden Scheinwelten (i.e. die Social Media Anonymität) wieder in eine neue sozial-verantwortliche Gemeinschaft zu integrieren.

Aufbruch zu neuer sozialer Wertigkeit!

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SCHLECKER – Foll Daneben

„For You, Vor Ort“ lautet der neue Claim von Schlecker und die w&v findet ihn doch tatsächlich peinlich. Wir finden ihn eher ein wenig inkonsequent, denn eigentlich müsste es ja heißen: „For You. For Ort“… oder doch „Vor You. Vor Ort“…??

In einer Zeit in der man sich nicht mehr trifft, sondern meetet oder datet (schreibt man das jetzt mit einem englischen „d“ am Ende?), in einer Zeit, in der Medienwirksamkeit wichtiger ist, als geistige Größe und gebachelte und gebeutelte Studenten verängstigt (und meist metro-A-sexuell) mit einem Kompass (den sie Smartphone nennen) durch die Gesellschaft huschen, in dieser Zeit ist eine Claim wie For You. For Ort. absolut zeitgemäß. Das findet dann auch die Schlecker Kommunikation und verweist darauf, dass der Claim durch sein “provokant kalauerndes Denglisch” besonders gut im Gedächtnis bliebe und noch dazu kontroversen Gesprächsstoff liefere. An dieser Stelle schließt der Bundestrafficminister verzweifelt seinen Klapprechner zu und empfiehlt, die Kette in Picky Eater umzutaufen (Schlecker ist der Schwäbische Begriff für jemand, der nur ganz bestimmte Dinge isst, die er mag…).

Doch zurück zur Firma Picky Eater: In diversen Schreiben verteidigt Schlecker den Claim, denn schließlich ist er ja für das niedere bis mittlere Bildungsniveau der Kundschaft gedacht….

Damit liegt Schlecker foll im Trend, denn ein Blick ins Hartz IV Vernsehen unterstreicht die Pisa Schräglage der Gesellschaft follends. Wir halten also vest: Robinson Krösus hat das ungebildete Land ferlassen, die ferbleibende Media Elite hat sich eine eigene Sprache geschaffen, verner gilt: Geil ist Geil statt Geist ist Geil oder wie es Amir Kassei ausdrückte: Aus einem kranken Arsch kommt kein gesunder Furz…

 

Ganz unten, so zeigt die Firma Schlecker, geht immer noch ein wenig tiefer. Was die Inkonsequenz mit dem For vs. Vor anbetrifft, so stellen wir einen „Gegenvorschlag” ins Netz und wünschen ein schönes Wochenende…

Warum wir ohne Design eigentlich nicht mehr leben können

Wenn man sich die heutigen Computer ansieht, kann man es sich heute fast nicht mehr vorstellen: Der Computer ENIAC (Weiterentwicklung des, nomen est omen,  COLOSSUS) war 30 Meter lang, drei Meter hoch, einen Meter tief und wog 30 Tonnen. Er enthielt 18.000 Röhren, 70.000 Widerstände, 10.000 Kondensatoren, 6.000 Schalter und ein Gewirr von Anschlussdrähten. Genauso monströs wie der Rechner-Umfang war auch die Bedienung. Niemand erinnert sich heute noch an Lochkarten oder Magnetbänder und niemand kann sich vorstellen, wie umständlich diese 0/1-Geschöpfe „gefüttert“ werden mussten. Jede Operation musste von Spezialisten programmiert werden.

Heute erleichtern stylische Oberflächen und intuitive Benutzerführungen den Umgang mit der Maschine. Zudem haben alle vergessen, dass es eine Maschine ist. Das “schwarze Loch” vor dem der Anwender einst sitzen musste, in das er mit grüner Leuchtschrift für ihn schwer nachvollziehbare Computerbefehle auf Betriebssystemebene eingeben musste, ist in Vergessenheit geraten. Oberflächen, sei es von Apple oder Microsoft, ermöglichen eine symbolgestützte Kommunikation. Hochkomplexe interne Rechnervorgänge werden auf einfachste Ikonen reduziert. Bolz und Bosshart definieren Benutzerfreundlichkeit deshalb als funktionelle Einfachheit bei struktureller Komplexität.

Ikonendeterminierte Kommunikation reduziert jedoch auf der anderen Seite Komplexität der Sprache auf ein funktionales Mindestmaß. Das Individuum kann sich außerhalb vorgegebener Oberflächen kaum oder nur schwer bewegen. Die Gesellschaft ist zweigeteilt in Menschen, die Telefone noch nutzen, um „unten“ hineinzusprechen und „oben“ zu hören und andere die sie als mobile Design-Oberfläche der modernen Gesellschaftserkundung nutzen – dekontextuierte Interaktion statt Kommunikation.

Symbolgestützte Oberflächenkommunikation hat mehrere Wurzeln. Zum einen war und ist es sicherlich Apple, die mit dem iPhone einen Kompass der kommunikativen Art hervorbrachten, wie er seinesgleichen sucht. Man trägt ihn vor sich her, schaut minütlich auf die leutende Glasfläche, verpasst so keine Mail, keinen facebook Kommentar und keinen Tweet. Das Individuum muss sich aus dem digitalen 0/1-gefällt-mir Kommunikationsfluss nicht ausklinken, eine Rückkkehr in die analoge Gesellschaft ist nicht zwingend nötig. Apple hat eine allumfassende Oberfläche erschaffen, die einer ganzen Generation Halt und Orientierung gibt – andererseits wurde damit zwar auch die Ära der metro-A-sexuellen Frauen beschleunigt, die sich aus dem gewohnten Kommunikationsstrom verabschiedete, aber das ist eine andere Geschichte…

Eine weitere gesellschaftsprägende Oberfläche kommt von Google. Das Descartsche „cogito ergo sum“ wurde umgewandelt in: Was Google nicht findet, gibt es auch nicht. Der Weg in Online Welten startet zu einem Großteil via Google (oft auch, wenn die URL bekannt ist). Google hat es geschafft, von der rein begrifflich funktionalen  Suche in den Olymp der Sinn-Such-Oberflächen aufzusteigen. Nicht nur das Individuum, sondern auch der Entscheider legt Opfergaben auf den Altar der weltumspannenden SinnOberfläche. Im Zeitalter der medialen Parallelnutzung bedeutet SEM Verlagerung garantierte Präsenz an den Suchwegen der Multimediakarawanen.

Auf der gesellschaftlichen Seite, dort wo die Atomisierungsprozesse unaufhaltsam voranschreiten, dort also wo es richtig menschelt, sind es Oberflächen wie facebook, die dem Individuum Orientierung in einem Wertevakuum bieten.

Da facebook jedoch amerikanisch, puritanistisch geprägt ist, bietet es nur den metro-A-sexuellen Bevölkerungsgruppen und denen, die ohnehin auf keine Antwort warten, eine ausreichende Orientierungsoberfläche. Parallelitäten  zu twitter sind unübersehbar. Was bleibt sind demzufolge die klassischen Single-Portale. Aber auch hier zeigt sich die dominante Vorreiterrolle von facebook. Neben 1-3 führenden Portalen, deren Existenzberechtigung an einem seidenen Faden hängt, verspielt die Masse der bestehenden Single-Portale durch antiquierte Matching-Methoden mit ca. 100 Abfragekriterien gerade die letzten Sympathiepunkte beim User, denn nur der Typus „facebookinkompatibel“, der sich haarscharf an der Verzweiflungsgrenze entlang hangelt, ist bereit, mehr als 3 solcher grenzdebilen Fragen zu beantworten. In der heutigen, ach so cleanen Welt jedoch scheint sich keiner der Betreiber zu trauen, einen entscheidenden Neuanfang zu starten und die, von vielen Usern, verzweifelt gesuchte zielführende Oberfläche anzubieten, die zeitgemäß, timeline kompatibel und dennoch nicht metro-A-sexuell ist. Statt dessen schaut man zu, wie einstige Größen wie freenet oder single.de zu Fake-Sammlungen degenerieren oder wie das einst mit Kultfaktor ausgestattete Portal Lokalisten zum Kindergarten mutiert.

Unabhängig von der fehlenden Oberfläche, die reales Leben zielführend mit Timelines verbindet, ist Design das Bindeglied zwischen neuzeitlicher Kommunikation und der Religiosität der Marke. Design ist die Kathedrale in der die Timeline den neuen Markengöttern huldigt. Design ist der Botschafter, der Komplexität in reduzierte Sprachwelten trägt. Design ist der letzte Identifikationshort für eine ansonsten kultur- und farblos gewordene Gesellschaft.

E10 oder wie ich lernte mein altes Telefon zu lieben

Anfangs SHEEN es für CHARLIE noch gut auszusehen, aber dann haben ihn die WARNER Brüder doch gefeuert und so bleibt ihm nur, sich der Terrorszene anzuschließen und sich BIN akku LADEN zu nennen, was angesichts der neuen Smart Phone Generation das Beste zu sein scheint, denn warum das Ei hinten Phone heißt, ist nicht immer so klar, denn telefonieren kann man mit der musizierenden Landkarte mit eingebauter Wasserwaage ja eher weniger. Andererseits: wer will schon Ohrenschmalz auf dem  Computermonitor und so lässt man das Telefonieren dann doch lieber: Es lebe die manuelle Kommunikation.

Was vor Jahren mit einem gebrochenen Daumen und einer glühenden Tastatur beim klassischen Handy angefangen hatte (damals gab es noch Nokia), ist zum Paradigmawechsel in der Kommunikation geworden. Der Smartphone User moderner Prägung ist mit zehn Fingern wesentlich schneller als mit der Zunge (was jetzt nicht sexuell gemeint ist, denn wir wissen: Männer werden zunehmend schwuler und Frauen metro-A-sexuell, aber das ist noch mal eine andere Sache…).

Die antiquierte Kommunikation (Hirn an Zunge) mit den altbekannten Mechanismen Frage-Antwort-Spiel, erbauliches Gespräch oder Dialog (das ist griechisch und kommt aus einer Zeit als Herr Zwegat noch nicht dort arbeiten musste) ist in Vergessenheit geraten. Wir erinnern uns: Der Dialog wurde einst als Gestaltungsmittel von den Sophisten (Achtung: das hat jetzt nichts mit Sophies Welt zu tun…) verwendet, welche ihn zur Vermittlung von Erkenntnissen oder zur Erörterung von Problemen im Sinne der klassischen Dialektik (These und Antithese) nutzten – in diesem Zusammenhang seien die sokratischen Dialoge von Platon genannt, was jetzt nichts, liebe metro-A-sexuelle Spezies, mit platonischer Liebe zu tun hat, aber das ist dann nochmals eine andere Frage.

Wichtiger jedoch als Ohrenschmalz am Telefon: Aus der Frage, warum Vegetarier den Tieren die Nahrung wegessen ist jetzt Dank E10 die noch wichtigere Frage geworden, warum wir jetzt den Hungrigen der Welt auch noch die Lebensmittel wegnehmen, um sie als Kraftstoff zu verbrennen (die Frage, warum immer mehr Männer schwul werden und warum Minister, die dann ausnahmsweise nicht schwul sind, abdanken müssen wird an dieser Stelle nicht weiter verfolgt…)

Fazit: Es ist kompliziert und

Q. E. D.:  Wir leben in einem WIRRklichkeitsRAUM

Der König ist tot – es lebe der König

„Angst vor Spionage“ betitelte Spiegel Online seinen Artikel und wies darauf hin, dass immer mehr DAX-Konzerne ihren Mitarbeitern den Zugang zu facebook verwehren. Es dürfte dabei aber weniger die Angst vor Ausspähungen oder Viren sein, denn letztere können durch den Mailaccount ebenso eindringen, es ist die Angst vor Unproduktivität (cluetrain nennt man das Phänomen auch und es ist seit über zehn Jahren bekannt).

Wenn große DAX-Firmen Mitarbeitern den Facebook Zugang blocken, dann bedeutet dies für viele Kritiker das Ende einer Werbe-Ära und die Unkenrufe „wir haben es ja gleich gewusst“ werden lauter. Und wenn dann noch in der aktuellen Printausgabe der w&v einer der Geschäftsführer der größten Mediaagenturgruppen des Landes das Thema Social Media als overhyped bezeichnet, dann wird daraus schnell der Hefttitel „Social Media? Nein, Danke!“

Sätze wie „Prinzipiell ist Social Media schon geeignet, um mit den Digital Natives zu kommunizieren“ gehen dann schon mal unter und der Chefredakteur fragt, ob das Ende des Hypes um Social Media erreicht ist.  Der Untertitel der w&v „Immer mehr Unternehmen prüfen, ob Facebook, Twitter & Co. überhaupt Sinn machen“ bedeutet nicht: Social Media – Nein Danke, sondern das was Unternehmen in allen Fällen tun sollten: eine Kosten-Nutzen-Analyse. Die Frage, ob sich die gewünschte Zielgruppe bei Facebook befindet, ist durchaus nicht altmodisch.

Was den Mitarbeiter anbetrifft, so ist es ein zweischneidiges Schwert. Einerseits besteht die Angst, dass durch Surfen am Arbeitsplatz ein volkswirtschaftlicher Schaden entsteht oder dass ein Arbeitnehmer durch „unintelligentes Posten“ der Firma oder der Marke einen großen Imageschaden zufügen kann. Auch der Tagesspiegel sprang auf das Mitarbeiterthema und wies darauf hin, dass Facebook den Job kosten kann. Auch hier werden zahlreiche Firmen aufgeführt, die den Zugang zu Facebook und Co, verwehren. Es werden aber auch andere Fälle aufgeführt, wie beispielsweise die Deutsche Bank, die auf das Urteilsvermögen ihrer Mitarbeiter vertraut und die differenziert, dass Mitarbeiter durchaus auch über ihr iPhone zu Facebook gelangen können. Misstrauen war noch nie ein guter Nährboden für Produktivität.

Unabhängig von der Facebook-oder-nicht-Diskussion: Nicht erst seit der „Erfindung“ von Social Media ist bekannt, dass motivierte Mitarbeiter mehr für das Unternehmen leisten. Wir nennen es Markenaufbau von innen und wundern uns, dass Konzerne der Internalisierung von Märkten oftmals mehr Aufmerksamkeit schenken als der Kraft der menschlichen Persönlichkeit. Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.

Dauererektion – Die Omnipräsenz der Kommunikation oder: Neulich im Zug…

Früher, also ganz früher hat man 2-5 mal pro Tag seine Mails gecheckt, hat dazu den Rechner hochgefahren und wo man schon mal online war, die eine oder andere Community besucht oder sich über die spannendsten Neuigkeiten informiert.

Heute ist man dank smarter Mobiltechnologie daueronline und verpasst so keine einzige Trivialität mehr – man nennt sie allerdings heute anders: man nennt es „wichtige Information“ statt Trivialität. Das Ausmaß des Trivialitätsgrades wird einem bewusst, wenn man mit der Bahn fährt. Diskretion, Privatsphäre oder gar Respekt vor anderen Mitreisenden geraten vollends in Vergessenheit, die Verbundenheit mit der Götze Smartphone ist größer als die Scham, sich öffentlich zu entblößen. Der Verblödungsgrad wird öffentlich zur Schau gestellt. Besonders nervig ist früh morgens um 7:39 Uhr die Frau mit dem Tarzanklingelton, ihre Freundin ist grad im Club Med Urlaub und wird gleich, nachdem sie ausgiebig gefrühstückt hat (Sex hatte sie übrigens keinen letzte Nacht)  an den Pool gehen, die Sonne scheint in Spanien. Ihr Sohn hingegen kam nicht so gut aus dem Bett und findet die Marmelade nicht. Das Großraumabteil durchwandert deshalb gemeinsam mit ihr und dem Sohn den Kühlschrank und zittert, dass noch Butter im Hause ist.

Die Firma Siemens, so entscheiden alle Mitreisenden, sollte ihren Mitarbeitern dringend einen Rhetorik-Kurs spendieren, der die monotone Stimmlage von Herrn Zapf etwas ohrfreundlicher „formt“, zumindest am langgezogene „ääähh“ sollte gearbeitet werden. Andererseits ist der Belustigungsgrad sehr hoch, wenn zwei Reihen weiter hinten das „ääähh“ zu zweit nachgeäfft wird…

Herr Zapf hat anscheinend auch Probleme mit den Ohren, anders kann sich das Großraumabteil das laute Klingeln nicht erklären. Ansonsten scheint die Auftragslage der Firma Siemens sehr schlecht, Herr Zapf kämpft hart um jeden Kunden. Eine Sekretärin, die den Kunden erzählt, dass Herr Zapf auf Dienstreise ist, kann sich die Firma Siemens ebenfalls nicht mehr leisten. Herr Zapf muss also sein komplettes Business im Großraumabteil abwickeln. Die Mitreisenden bangen mit ihm. Und als er aussteigt, sind alle tiefbetrübt, dass er es dann doch nicht geschafft hat, den Kunden glücklich zu machen.

Fazit der Reise: Je weniger jemand in der eigenen Firma zu sagen hat, desto gesprächiger ist er im Zug.

Echte Un-Zeit

Nachdem die These aufgestellt wurde, dass jede Nachricht gealterte Zeit ist, die der Echtzeit eines Postings im Weg steht und von ihr absorbiert wird, soll dies anhand eines Beispiels verdeutlicht werden. Die Deduktionskette, wonach die Weiterentwicklung eines Postings oder einer Schlagzeile zu einer stringenten Geschichte/Nachricht beim Social Media Individuum als unterbrochene Echtzeit empfunden wird, gilt es zu belegen. Das Raum-Zeit-Verständnis des Individuums muss hierzu einer näheren Betrachtung unterzogen werden. Den konzeptionellen Bezugsrahmen liefert Stegers Ansatz, der die menschliche Lebenswelt als vierdimensionale, durch Raumzuschüsse elastifizierte Raum-Zeit auffasst. Die kulturellen Handlungs- und Erlebnisfelder werden als gemeinschaftliche Unternehmung mit dem Ziel der Legitimierung von Arbeit als Widerstandsleistung gegen den Gang der Natur definiert. Im Mittelpunkt der kulturellen Komplexe stehen religiös begründete Raum-ZeitVorstellungen, wobei „Raum-Zeit“ als einziger Begriff aufzufassen ist, um den herum sich die vier Horizonte Zivilisationsprozess, Gesellschaftsprozess, Kulturbewegung und kulturelle Zeitform ordnen. Anhand unterschiedlicher Kulturen (Mexiko und Europa) kommt Steger zu der Erkenntnis, dass im Raum-Zeit-Zentrum nicht das aztekische Menschenopfer, nicht das vorgegebene göttliche Heil oder ersatzweise die Heilung der Welt durch den Progress stehen, sondern in Geschwindigkeit verwandelte Zeit mit progressiver Einschrumpfung des Raumes (vgl. Steger, H.-A., Weltzivilisation & Regionalkultur – Wege zur Entschlüsselung kultureller Identitäten, München 1989). Das Resultat ist die von Steger kalssifizierte “Velocity-Elite“ (siehe hierzu auch: Geschwindigkeit zählt mehr als Argumente – vgl. Bolz/Bosshart, Kult-Marketing – die neuen Götter des Marktes, Düsseldorf 1995) als Kennzeichen der Weltzivilisation.

Waren im Verlauf der Geschichte Erfindungen als zeitgebend (Druckerpresse, Computer etc.), raumnehmend (die Überwindung großer Räume durch den Telegraphen, später Telefon und Automobil) bzw. zeitgebend und gleichzeitig raumnehmend (Automobil, Flugzeug etc.) einzustufen, so konnte im Gegensatz dazu das Fernsehen als zeitnehmend klassifiziert werden. Zeit wird dann definiert als Nicht-Fernseh-Zeit und Fernseh-Zeit, wobei letztere eine vollkommen neue Zeitform indiziert. Musste der Mensch arbeits- bzw. produktionstechnisch bedingt seine physiologische Uhr an einer sozialen Uhr ausrichten, so zwingt ihn das Fernsehen dazu, seine innere Uhr an noch unnatürlicheren “Echt-Zeiten” zu orientieren. Dies kann anhand des folgenden Beispiels nachvollzogen werden: Während einer Live-Übertragung der Internationalen Französischen Tennismeisterschaften schaltete das ZDF zu den Nachrichten in die Sendezentrale um. Dies war der Tag, an dem Rechtsradikale ein Haus in Solingen anzündeten und fünf türkische Frauen und ein Mädchen in den Flammen starben. Die ZDF-Nachricht hierüber dauerten 90 Sekunden. Die Zeit zwischen den beiden Schaltvorgängen schnitt eine Lücke zwischen Matchball und Reaktionen auf den Sieg. Generell ist festzuhalten, dass die Umschaltung zu den Nachrichten die Zeit zerschneidet, ein Schnitt der vom Zuschauer als lästige Empfindung wahrgenommen (siehe hierzu auch: Kreimeier, Lob des Fernsehens, Wien-München 1995). Postman hatte dieses Phänomen “Und jetzt … ” bereits vorher beschrieben. Mit Kreimeier kann nun hieraus abgeleitet werden, dass jede Nachricht gealterte Zeit ist, die der „Echtzeit“ der Live-Übertragung im Weg steht und von ihr absorbiert wird. Weiter kann hieraus deduziert werden, dass unterbrochene Echtzeit vom Zuschauer als verlorene, als tote Zeit, empfunden wird, eine “Un-Zeit”, die unangenehm daran erinnert, dass er beim Live-Geschehen auf dem Bildschirm aus seiner eigenen Lebenszeit heraus- und in eine andere, künstliche Zeit hineingeschlüpft ist. Die hier kurz umrissene Problematik der Nachrichtensendungen alter Prägung als Dokumentation des vermeintlich realen Geschehens soll im folgenden einer Analyse unterzogen werden, um die Realitätsdarstellungen im Fernsehen weiterhin zu verdeutlichen. Schulz bemerkt hierzu: “Ereignisse werden erst dadurch zu Nachrichten, dass sie aus der Totalität und Komplexität des Geschehens ausgewählt werden. Nur durch Unterbrechung und Reduktion der raum-zeitlichen Kontinuität und der Ganzheit des Weltgeschehens lässt sich Realität umsetzen in Nachrichten (vgl. Schulz, W., Die Konstruktion von Realität in den Nachrichtenmedien, Freiburg-München 1990). Im Vergleich hierzu stellt Steffens 1971 fest, dass der Zeitungsleser von über 99 Prozent allen Geschehens (weltweit) nichts erfährt, weil es nicht zur Kenntnis der Presse gelangt. Darüber hinaus gelangen über 99 Prozent aller Nachrichten, die schließlich doch der Presse bekannt werden, nie vor die Augen des Lesers, weil sie als zu unbedeutend, zu fragmentarisch, zu polemisch oder, nach den jeweils herrschenden Vorstellungen, zu “unsittlich” aussortiert und dem Papierkorb anvertraut werden (vgl. Steffens, M., Das Geschäft mit der Nachricht, München 1971).

Es kann an dieser Stelle festgehalten werden, dass dem einschaltquotenorientierten Katastrophen- und Hartz IV-Fernsehen mittlerweile eine Armada an Ich-Sendern gegenübersteht. Das Individuum begibt sich auch nicht mehr an einen festgelegten Opferplatz um den Mediengötzen zu huldigen, der trägt den Altar in Form eines Smartphones mit sich herum, sein Leben ist ein Datenstrom geworden und alles was seinen Posting-, SMS- oder Twitter-Fluss aus einem gleichmäßigen Fließen bringt wird zwangsläufig als Un-Zeit empfunden. Der direkte Dialog mit Augenkontakt scheint der Vergangenheit anzugehören.

Wann hast du das letze Mal dein Handy ausgeschaltet?

Open Innovation – Premium Beta 1.0

Wie bereits erwähnt läuft die facebook App “unserAller” in einer noch sehr frühen Version. Die technischen Ergebnisse sind mehr als nur zufrieden stellend (wer auf Nummer sicher gehen, nutzt die App derzeit mit Mozilla) und auch die Userzahlen machen Hoffnung. Es ist nicht die Anzahl der User gesamt, sondern die Anzahl der aktiven User, die alle so glücklich macht.

Zusätzlich zu der guten Entwicklung gibt es noch eine weitere gute Nachricht: Ohne dass es ein spezielle Anpassung gab, läuft die App auch auf den iphone ganz hervorragend. Aus diesem Grund hat sie die interne Bezeichnung “Premium Beta 1.0″

Die Teilnehmer des Chutney Projektes können somit auch unterwegs die Vorschläge und Kommentare ansehen und ihren Freunden zeigen.

http://apps.facebook.com/unseraller/


DMEXCO 2009 – 15.000 Besucher und eine positive Bilanz

Es waren zwar weniger Aussteller und laut w&v auch weniger Besucher (knapp 15.000 gegenüber 20.000 Besuchern auf der letzten OMD). Wenn man allerdings mit Messeteilnehmern sprach, war unisono jeder der Meinung, dass die Qualität der Gespräche und die zu erwartenden Ergebnisse Alles aus der Vergangenheit übertraf. Trotz Krisenstimmung war Kampfgeist und Kreativität zu spüren.

Trend eins der Dmexco war eindeutig die Nutzung von Synergien, Einsparung von Kosten bei gleichzeitiger Steigerung des Outputs. Zu beobachten war, dass auf der Personalseite eingespart wird und ein Vertriebszweig beispielsweise weitere Vermarktungspakete zusätzlich übernimmt. Statt zwei Vertriebsprofis (z.B. Online plus Radio) nur noch ein Salesprofi für zwei bis drei Pakete.

Die Kostendiskussion führt dazu, dass frühere Top Manager der Branche nun verstärkt als Interim Manager ihr Know How zur Verfügung stellen. Auffallend in diesem Zusammenhang ebenfalls: Die Zahl der Business Angel und Venture Capital Gesellschaften auf der Messe (sei es als Aussteller oder als Besucher) ist spürbar angestiegen.

Displaywerbung, so wurde gefachsimpelt, gehöre der Vergangenheit an, mangels Alternativen, wurde sie dennoch massiv angepriesen. Gefordert wurden in diesem Zusammenhang vernetzte Angebote. Advertorials sind gefragt, werden aber nicht immer verstanden.

Trend zwei: Mobile Content wurde deutlich stärker angeboten – das iphone hat hierzu sicherlich nicht unerheblich beigetragen.

Trend drei: Es war zu spüren, dass der Markt im Bewegtbildzeitalter angekommen ist.

Fazit: Trotz Krise, eine Branche im Aufbruch.

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