Artikel-Schlagworte: „Guerilla Marketing“
Das Restaurant am Ende Des Universums oder: Warum Autohäuser von einem anderen Planeten sind
Man muss nicht untergehen wenn man Dingen auf den Grund geht oder: Warum die Göttin im Sandkasten in Social Media Analysen so oft vorkommt und die Autoindustrie unbedingt umdenken sollte, das war der Titel der Keynote am letzten Donnerstag im Rahmen des Social Media Monitoring Summit. Es konnte gezeigt werden, dass sich die Automobilindustrie in einer massiven Umbruchs- bzw. Aufbruchsphase befindet. Für alle, die bis dahin die Göttin im Sandkasten noch nicht kannten, an dieser Stelle der Link zu dieser zentralen Typologisierung. Für alle, die sich mit dem Umbruch und Aufbruch auseinandersetzen wollen, hier noch einige grundsätzliche Überlegungen
Jeder, der sich ein Auto kaufen will, kennt das Bild: Autoverkäufer, die sich hinter Monitoren verstecken oder die mit Kollegen in einer heftigen Diskussion verstrickt sind. In Autohäusern lebt oftmals noch die 70er/80er Jahre Verteilungsdenke, dass es heute nicht mehr ausreicht, Fußmatten als Opfergabe zu reichen, ist in so manches Autohaus noch nicht vorgedrungen. Es herrscht die alte Festungsdenke: My Autohaus is my Castle. Dass der Verbraucher keine Lust hat, das Autohaus zu stürmen, kommt dem Mann hinter dem Computermonitor nicht in den Sinn und dass sich der Verbraucher heute mehr virtuell, denn real lebt oder sich zumindest virtuell und App-gestützt durch die Gesellschaft bewegt, noch weniger.
Wenn der Konsument nicht zum Autohaus kommt, dann muss das Autohaus zum Konsumenten kommen. Medienkonzern haben dies schon lange erkannt und veranstalten deshalb in angesagten Locations Parties oder andere Events und der Radiomoderator legt vor Ort auf, alle Stars des Senders sind zum Anfassen dort und alle, die den Sender bis dahin nicht kannten, kennen ihn ab sofort. Übertragen auf die Autobranche bedeutet dies, dass das Auto zum Kunden kommen muss und/oder der Kunde mit anderen “Leckerchen” geködert werden muss – APPetit Anregung ist gefragt!
Ein Auto kauft man ca. alle 3-5 Jahre. Das bedeutet für den Autoverkäufer: Drei Jahre hinter dem Monitor warten oder in aller Ruhe an seiner Kollegin baggern. Dumm dann, wenn die Konkurrenzmarke im entscheidenden Jahr ein begehrteres Modell auf den Markt bringt, dann hat man zwar wieder mehr Zeit zu Baggern, aber welche Vertriebsfrau steht schon auf leere Konten beim Baggerkollegen…
Im Gegensatz hierzu: Der Mensch ernährt sich nicht alle 3-5 Jahre, sondern eher alle 3-5 Stunden. Nutzt man diesen Umstand aus, dass er Bundesbürger seit 2010 wieder mehr zum Essen geht und dafür auch mehr ausgibt, dann stellt sich dir Frage, warum ein Autohaus nicht zum stylischen Restaurant mutiert. Italienisches Lifestyle bei Fiat? Savoir vivre bei Peugeot? Lounge Atmosphäre bei Mercedes? Die BMW Welt, die Autostadt oder andere markentempel machen es ansatzweise vor: Jazz, Kunst und Awards. Was jetzt fehlt ist „nur noch“ der Schritt zu alltagstauglichen Kult Location.
An Ideen und Ansätzen scheint es nicht zu fehlen, aber definitiv am Mut…
Termine und Diskussionsmöglichkeiten:
Media Lounge meets Experts in Frankfurt am 8.5. (Anmeldung: http://bit.ly/IkvHJR)
Media Lounge meets Experts in Düsseldorf am 10.5. (Anmeldung: http://bit.ly/IkvCGc)
Social Media Monitoring Summit in Hamburg am 15.5. (Anmeldung: http://bit.ly/Iyu4un)
Media Lounge meets Experts in Hamburg am 15.5. (Anmeldung: http://bit.ly/IkvypP)
HIGHEND München – da gibt´s was auf die Ohren
Nach einem gelungenen Social Media Monitoring Summit soll man sich was Schönes gönnen, das zumindest war der Grundgedanke für einen Besuch der Münchner Highend Messe (zumindest steht Highend in den Metatags der Homepage, wenn man es in Facebook postet muss man halt eine Mobil Messe besuchen, aber das soll uns jetzt nur am Rande stören)
Der erste Eindruck der Messe: Sie ist erstens beliebt, denn die Parkplätze sind alle hoffnungslos überfüllt und zweitens was rauchend vor der Tür steht, schaut nicht nach Highend aus…
In den Hallen dann das gemeine Volk, Billigboxen, Schallplatten und vieles mehr. In den oberen Stockwerken dann das gehobene Angebot in eigens dafür eingerichteten Hörbatterien (der Vergleich zur Legebatterie drängt sich manchmal dramatisch auf). Der große Nachteil dieser Glaskäfige: In die meisten Berieselungsboxen traute man sich aufgrund der angestauten Schweißansammlung nicht mehr rein bzw. eine Woge von Achselschweiß und heller Begeisterung kam einem am Eingang schon entgegen.
Einige Aussteller ließen deshalb die Käfigtüren auf und versuchten sich gegenseitig zu beschallen. Das war dann ähnlich prickelnd, wie der „Starverkäufer“, der gegen den Klang seiner eigentlich guten Anlage ankämpfte und einen potentiellen Kunden anschrie…
Fazit: Die Boxenbranche macht Werbung, aber noch kein Marketing. Was die Tuningbranche für die Autoindustrie ist die Boxenbranche für die Musikindustrie. Ähnliche Klientel, nur 15 Jahre älter und auch hier die Frauen in der Minderheit. Und was dann ein Carlsson oder ein Mansory für die Tuningbranche, ist dann eine schwäbische Lautsprecher Manufaktur für den Highend Bereich.
Die Lautsprechermanufaktur aus Schwaben hat erkannt, dass sich nur ca. 1 Promille der Messebesucher ein solches Klangerlebnis leisten können und hat deshalb einen Besucherraum zum „ordinären“ Reinhören und darüber hinaus zusätzlich für den potentiellen Kunden eine VIP Lounge mit einer individuellen Vorführung durch die Firmenleitung persönlich und DAS war das Highlight der Messe. Wenn dann Melody Gardot ins Mikrofon haucht, dann hat man das Gefühl, sie steht leibhaftig im Zimmer.
Die Frage ist dann nur: Wie wird man es danach jemals schaffen, Musik aus einer normalen Box zu hören….??
Robinson Krösus Flucht auf eine Schweizer Insel oder warum wir anfangen müssen, nicht die Bombe zu lieben, sondern von den Griechen zu lernen und die DENIC zu fürchten…
Dem geneigten Leser wird schnell klar: Wir können nun mal keine kurzen Überschriften UND: irgendwie muss das hier etwas mit der DENIC zu tun haben. Eigentlich sollte an dieser Stelle schon am Freitag das Wort zum Sonntag zum Thema DENIC gestanden haben, weil die DENIC einen gar lustigen Film auf dem Markt geworfen hatte.
Dann aber der Schock für die Internetgemeinde: Der lustige Werbspot war plötzlich weg.Offensichtlich war es den Vorständen der DENIC dann doch zu peinlich. Fünf Minuten DENIC Image Film. DENIC für Anfänger…
“Aha, jede Domain ist bei der DENIC registriert…”, “Das Prinzip der Gleichberechtigung gefällt mir, das ist eine faire Sache…”, “wusstest du das .de die größte Länderkennung weltweit ist…”
Wo nur, fragt man sich, haben die die schlechten Schauspieler her? Wer hat das bezahlt?
Wir unterbrechen die spannende Übertragung und überlassen dem geneigten Leser selbst die Beurteilung des filmischen Meisterwerkes:
Was aber hat die DENIC mit Griechenland zu tun? Ganz einfach: Auch dort hat der Beamtenapparat drastisch zugenommen und auch dort hat man die Bürokratie gefeiert. Und auch dort… aber lassen wir das Thema und warten auf den nächsten Imagefilm der GEZ oder der städtischen Müllabfuhr oder welche staatliche Stelle sonst noch auf sich aufmerksam machen will oder muss…
P.S.: Hatten wir eigentlich erwähnt, dass wir auch Filme produzieren….??
Zugegeben, schneller geschnitten…
Markendehnung oder: Die wundersame Wandlung vom Fernsehkoch zum Sternepappkameraden
Wenn man auf der Autobahn unterwegs ist und eine profane Raststätte anfährt, dann grinst er in Übergröße an der Eingangstür: Der Super Schuhbeck! Er empfiehlt das Super Fleischpflanzerl mit Super Kartoffelsalat. Der Geschmackstest ergibt jedoch das Gegenteil eines Sternepflanzerls: Der Ölwechsel der Fritteuse war längst überfällig…
Auch beim Bäcker um die Ecke grinst der Super Schuhbeck und hat sich ein Super Brot einfallen lassen, das dann doch etwas dröge ausfällt, was den Verdacht nahelegt, dass das Restaurant am Platzl doch nicht so gut sein kann, andererseits, da issser ja nicht mehr anzutreffen, denn die Werbung verdeutlicht: Der Super Schuhbeck hilft jetzt bei Mc Donalds aus…
Das wiederum bringt ihn dann gefährlich in die Nähe von Ed Hardy, der bei facebook eine Gruppe ins Leben gerufen hat (natürlich nicht wirklich aktiv): Dank Ed Hardy erkenne ich Vollidioten sofort – die Gruppe „Dank Alfons Schubeck erkenne ich Sodbrandküche auf den ersten Blick“, scheint in greifbarer Nähe…
Denkt man an einen anderen bajuwarischen “Tortensammler” oberfränkischer Natur, dem wir den Begriff „guttenbergen“ verdanken, so sind wir vom „schuhbecken“, als übertünchen schlechter Nahrung nicht allzu weit entfernt…
Markendehnung im Praxistest: Ob Brot, ob Eis, ob Burger, er schuhbeckt fast überall. Auch bei den Gewürzen schuhbeckt er und macht aus ordinären Würzmischungen edle Sternewürze, die dann im Gegenzug von einem namhaften Gewürzhersteller vertrieben wird, was so manchen anderen Koch fuchst, der auch gerne seinen Senf dazu gegeben hätte. Einem solch unbegabten Kochkünstler kann man jedoch nur zurufen:
Dann lafer doch….!
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Anti Aging Marketing oder: Blondes Gift muss nicht zwingend tödlich sein
Vertikale Netzwerke, so kann man im Internet lesen, vereinen kleinere Webseiten mit gleicher thematischer Ausrichtung zu einem Netzwerk, das unter einem großen Dachmarkennamen dann mal so richtig auf den Putz haut. Übersetzt: die Autobild hat laut IVW ca. 60 Mio. PageImpression und 60 mal 1 Mio. ergibt auch 60 Millionen oder anders ausgedrückt: 600 kleine Homepages wie z.B. unser Automagazin (wir entschuldigen uns für die kleine SEO relevante Werbeunterbrechung) ergeben dann auch wieder 60 Mio. PIs. – die kleinere Webseite „verschwindet“ zahlenmäßig hinter der großen Marke und profitiert davon, dass der Vermarkter nun mit einer starken Marke auch an große Agenturnetze herangehen kann. Das Verfahren ist nicht unumstritten, es wird diskutiert, ob der Traffic der Partner-Sites der Dachmarke zugeordnet werden darf wie beispielsweise der IVW oder ComScore tut, aber das muss an dieser Stelle nicht weiter interessieren.
Wichtig ist, wie man dieses Prinzip nun ohne methodische Spitzfindigkeiten auf den Ansatz „Vertikale Frau“ übertragen kann. Fängt man an, in seinem XING Profil nach vertikalen Frauen zu suchen, erreicht man damit fünf Dinge: Man lernt wahnsinnig viele Frauen kennen, die alle neugierig fragen was denn um alles in der Welt vertikale Frauen sind, man lernt zweitens, dass Frauen neugierig sind (wer hätte so etwas gedacht…), man muss überproportional viel Red Bull Suppe kochen (vertikale Frauen lieben Red Bull Suppe und Hanuta-Gemetzel mit Negerkuss-Schleudertrauma) und man kann dann viertens eine „geheime Botschaft“ in deren Profil platzieren was fünftens den Verdacht bestätigt, dass Männer besser schauen als denken können.
Mit vertikalen Frauen, so kann festgehalten werden, kann man Kommunikation neu definieren. Nimmt man exemplarisch die Motorradbranche heraus und betrachtet die Zulassungszahlen der letzten Jahre, dann stellt man (mit Erschrecken) fest, dass der Motorradfahrer ausstirbt. Nicht etwa, weil er sich mit überhöhter Geschwindigkeit um einen Baum wickelt, nein er fällt einfach altersschwach vom Motorrad. Die Branche kann also jetzt anfangen, Strichlisten zu führen, wann der letzte Rentner umfällt oder sie kann auf einen nachrückenden Rollermarkt setzen und hoffen, dass die Jugend nachrückt und der harte Kerl von früher immer weicher wird und lieber bequem auf dem Roller sitzt. Bevor wir jedoch jetzt auf die Typologisierung des schwulen City Cowboys näher eingehen, wenden wir lieber unser frisch erworbenes vertikales Wissen an und bringen eine dritte Alternative in Stellung: Die Anti Aging Variante.
Hierzu nehmen wir eine unschuldig schauende 20jährige Frau und setzen sie auf ein Motorrad. Wichtig: Sie darf nur unschuldig schauen und muss viel Raum für Interpretationen lassen. Dadurch erreicht man drei Dinge: Man hat hat Spaß beim gemeinsamen Motorradfahren, man steigert die Besucherzahlen der jeweiligen Website, wenn die vertikale Frau dann postet und man hat eine erfrischend neue Kommunikationsform, denn mit Motorrädern kann man Hotels anfahren, Regionen präsentieren und natürlich auch Mode und Autos kann man dann auch nehmen und und und…
Der Vorteil des Anti Aging Programms liegt auf der Hand: Die blonde Frau als polarisierende Opinion Leaderin – wer sie nicht „mag“, kann ihr dennoch nicht widersprechen und wer sie „mag“ kann ihr nicht widerstehen. Witzigerweise sind es dann nicht nur die Männer, die 20jährige blonde Frauen toll finden, sondern auch oder gerade Frauen (ok, Männer sabbern mehr). Unser Experiment mit der schönen jungen Frau hat gezeigt, dass vertikale Frauen Social Media tauglich und absolut zeitgemäß sind, dass sie neue, vernetzte Werbeformen initiieren können und wenn sie intelligent sind (wir hatten Glück!), dann sind sie ihre eigene Redaktion (was den Schwaben und den Schotten immer freut).
Fazit: Das Anti Aging Progamm mit vertikalen Frauen macht der Social Media Welt Spaß und liefert Social Media Content. Nachteil für die blonde, intelligente Frau: Wenn sie noch ihren Master oder Doktor macht, kriegt sie nie wieder einen Mann und teilt ihr Schicksal mit der Göttin im Sandkasten, denn junge Männer haben ohnehin schon Panik vor wilden Frauen auf Motorrädern, aber das ist eine andere Sache, die in mindestens eine neue Typologisierung mündet, die wir mit viel Spaß und blonden Frauen erstellen werden…
Wir LIEBEN unseren Beruf…!
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Goodbye 2011
Und wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu. Es war ein spannendes Jahr mit Tsunami und anderen Katastrophen, es war ein schwarzes Jahr für eine gelbe Partei und am Ende überlegt sich Rösler, ob er die FDP nicht in „Sonstige“ umbenennen soll, denn die haben immerhin wesentlich mehr Wähler als die vietnamesische Unternehmerpartei. Erkenntnis in diesem Zusammenhang: Die aus den Geschichtsbüchern bekannte „Abstimmung mit den Füßen“ hat ihren Namen geändert und ist nun eine „Abstimmung mit dem Hintern“, die stärkste Partei des Landes ist die der Nichtwähler. Darüber hinaus durften wir alle lernen, dass der Begriff Volksabstimmung nicht unbedingt als Synonym für die Stimme des Volkes steht, denn protestiert wird in Stuttgart auch nach eindeutigem Voting weiter und lernen konnten wir auch, dass ein kleine Truppe, wenn sie gut organisiert ist, auch schon mal die Demokratie “neu definiert”…
Deutliche Lernkurve auch hinsichtlich veralteter Beziehungsstati. Der Status „Es ist kompliziert“ war hinreichend bekannt, Beziehungsstatus „angestupst“ hingegen war eine neue Erkenntnis…
Und sonst? Das Jahr 2011 hat gezeigt, dass unsere Trends 2011 im Trend waren, dass es in der ach so virtuellen Social Media Welt eine deutliche Tendenz zu „Social Media Anfassen“ gibt, wir konnten das im Rahmen unser Media Lounge Veranstaltungen immer wieder feststellen und werden die Zeit zwischen den Jahren nutzen, um zu eruieren, ob das ein neuerTrend werden könnte oder eine Tendenz bleibt.
Nicht neu aber lustig: Die Tendenz zur Tauschbörse scheint sich fortzusetzen. Wir hatten in diesem Jahr wieder sehr viele Anfragen nach Guerilla Marketing gegen „Naturalien“, aber unser Banker lehnt es nach wie vor ab, dass wir ihm Spirituosen auf den Tresen kippen, statt Geld aufs Konto einzuzahlen und auch Motorräder und Autos sind als Zahlungsmittel noch nicht anerkannt…
Im Rahmen eines Experimentes hatten wir getestet, welche Formate für Zahnärzte in München erfolgreich sein könnten. Hierdurch kamen wir mit dem Begriff „Zahnarzt München“ in Google Rankings sehr weit nach vorne und bekamen zahlreiche „Aufträge“ von Zulieferfirmen, die Zahnärzte in München oder dem Rest der Republik suchten. Hier allerdings konnten wir eine gute Aufklärungsarbeit leisten und über moderne Zahlungsformen aufklären. Guerilla Marketing bedeutet nun mal nicht, dass man für billig Geld die teure Werbung ersetzt. Formulierungen wie „Wir sind gespannt auf Ihre Ideen“ konnten wir mit einem entspannten „wir auch, aber ohne Budget können wir nun mal nicht denken“ beantworten…
Highlight des Jahres 2011: Eindeutig ein Vortrag an der Medienhochschule Mittweida. Beachtlich, was die Studenten hier auf die Beine stellten, beeindruckend der Spirit und erfreulich, wie hochkarätig diese Veranstaltung besetzt und angenommen ist.
Es verbleibt an dieser Stelle also nur, ein schönes Weihnachtsfest und einen guten Rutsch zu wünschen. Zwischen den Jahren werden wir uns zurückziehen und an neuen Trendthesen arbeiten, wir werden forschen, ob die Sprache noch wissenschaftstauglich ist oder ob die sprachlichen Sitten (boahh ey voll krass entgeil) schon so verroht sind, dass ohnehin alles zu spät ist…
Man muss nicht untergehen, wenn man Dingen auf den Grund geht. Unter diesem Motto werden wir uns mit prometheischer Scham, mit Entschleunigung oder dem Gang über die Rest-Risiko-Brücke auseinandersetzen…
Natürlich wünschen wir nicht einfach so ein frohes Fest , sondern tun dies natürlich in zeitgemäßem Media Deutsch:
Merry Xmas und ein happy new Year!
…und ab dem 9. Januar melden wir uns wieder
mit Trends 2012
Stuttgart: Es ist kompliziert
Es ist nicht nur kompliziert, es ist sehr kompliziert: Kommt man nach dem Medienforum in Mittweida (für alle, die es noch nicht wissen: Mittweida war für zwei Tage die Medienhauptstadt der Republik – Mittweida das bedeutet spannende Diskussionen und spannende Vorträge, Mittweida ist aber auch ein Synonym für perfekte Shows, perfekte Abschlussparties und vor allem für PERFEKTE ORGANISATION) in Stuttgart an (das war jetzt ein sehr langer Einschub, aber ein sehr wichtiger) dann stellen sich einem dort ankommenden Münchner viele Fragen:
- Wie komme ich durch die Nikotinmauer unbeschadet aus dem Bahnhofsgebäude? In München muss man zwar auch die Luft anhalten, wenn man zum Zug will, aber verglichen mit Stuttgart ist das gar nichts, denn hier stehen neben den üblichen rauchenden sozialen Randgruppen auch noch die Stuttgart 21 Gegner und qualmen vor ihrem Zelt und vor den Eingängen. Luft anhalten alleine reicht also nicht, die Sauerstoffmaske ist für den Reisenden nach Stuttgart dringend notwendig. Kompliziert das alles und vor allem ungesund…
- Wenn man die Nikotinmauer überlebt hat, dann die nächste Frage: Warum reißen die nicht gleich im Umkreis von einem Kilometer die Betonwüste ab und machen was Schönes aus der Stadt?
- Ebenfalls kompliziert: Wer schützt eigentlich die Reisenden und den Rest der Stadt vor den Parkschützern? Fällt denn niemandem auf, dass es ziemlich schmuddelig im Park aussieht?
- Nicht kompliziert, aber auffällig: Die Stuttgart 21-Gegner reißen die Pro-Stuttgart-21 Plakate nieder oder zerstören sie.
- Kompliziert in diesem Zusammenhang: Die Volksabstimmung wurde „umgedreht“. Wer für Stuttgart 21 ist, muss „NEIN“ ankreuzen und wer dagegen ist sagt einfach JA. Aus bayrischer Sicht nicht nachvollziehbar, aber die Verantwortlichen für diese Aktion scheinen wohl oft Zug zu fahren und die Nikotinmauer hat auch ihnen das Hirn vernebelt…
- Wie aber auch immer die benebelte Aktion ausgeht: Es wird ein Veto gegen das vernebelte Ergebnis geben, also: lieber doch nicht abstimmen??
Fazit: Das Leben ist eigentlich unkompliziert, wenn man nicht gerade in Stuttgart lebt. Wobei: Auch hier könnte es unkompliziert sein, WENN NICHT Warlord Mappus hätte zeigen wollen, dass es noch knallharte Männer gibt die Law & Order aufrecht erhalten und gleichzeitig aber die 68er nicht ihren 27ten Frühling bekommen hätten und deshalb eine rührige Nostalgiewahl veranstaltet haben. Dem schwäbischen Landesverkehrsminister ist Stuttgart 21 ohnehin egal, er konzentriert sich auf wirklich wichtigen Themen wie die Helmpflicht für schwäbische Fahrradfahrer, falls die Bahn irgendwann Stuttgart nicht mehr ansteuert, weil sie den Schadensersatz nicht bekommt. Ob der Schadensersatz nun 1,5 Milliarden Euro oder dann doch „nur“ 350 Millionen Euro beträgt ist dabei unerheblich, denn wie die Vergangenheit zeigte, können schon mal 55 Milliarden auf der falschen Seite der Bilanz landen und der schwäbische Steuerzahler hat es ja. Wichtiger als die Helmpflicht wäre natürlich der Schutz des Nichtrauchers am Stuttgarter Hauptbahnhof gewesen, da aber beim schwäbischen Verkehrsminister das Knie oben am Kopf durchkommt, ist ihm die Kopfbedeckung für alle doch sehr ans Herz gewachsen…
Wie gesagt:
(Ich will wieder nach Mittweida!)
SCHLECKER – Foll Daneben
„For You, Vor Ort“ lautet der neue Claim von Schlecker und die w&v findet ihn doch tatsächlich peinlich. Wir finden ihn eher ein wenig inkonsequent, denn eigentlich müsste es ja heißen: „For You. For Ort“… oder doch „Vor You. Vor Ort“…??
In einer Zeit in der man sich nicht mehr trifft, sondern meetet oder datet (schreibt man das jetzt mit einem englischen „d“ am Ende?), in einer Zeit, in der Medienwirksamkeit wichtiger ist, als geistige Größe und gebachelte und gebeutelte Studenten verängstigt (und meist metro-A-sexuell) mit einem Kompass (den sie Smartphone nennen) durch die Gesellschaft huschen, in dieser Zeit ist eine Claim wie For You. For Ort. absolut zeitgemäß. Das findet dann auch die Schlecker Kommunikation und verweist darauf, dass der Claim durch sein “provokant kalauerndes Denglisch” besonders gut im Gedächtnis bliebe und noch dazu kontroversen Gesprächsstoff liefere. An dieser Stelle schließt der Bundestrafficminister verzweifelt seinen Klapprechner zu und empfiehlt, die Kette in Picky Eater umzutaufen (Schlecker ist der Schwäbische Begriff für jemand, der nur ganz bestimmte Dinge isst, die er mag…).
Doch zurück zur Firma Picky Eater: In diversen Schreiben verteidigt Schlecker den Claim, denn schließlich ist er ja für das niedere bis mittlere Bildungsniveau der Kundschaft gedacht….
Damit liegt Schlecker foll im Trend, denn ein Blick ins Hartz IV Vernsehen unterstreicht die Pisa Schräglage der Gesellschaft follends. Wir halten also vest: Robinson Krösus hat das ungebildete Land ferlassen, die ferbleibende Media Elite hat sich eine eigene Sprache geschaffen, verner gilt: Geil ist Geil statt Geist ist Geil oder wie es Amir Kassei ausdrückte: Aus einem kranken Arsch kommt kein gesunder Furz…
Ganz unten, so zeigt die Firma Schlecker, geht immer noch ein wenig tiefer. Was die Inkonsequenz mit dem For vs. Vor anbetrifft, so stellen wir einen „Gegenvorschlag” ins Netz und wünschen ein schönes Wochenende…
Mind Store Marketing unter den 25 TOP Marketing Blogs
“Alles Leben ist Problemlösen“ sagte schon Karl Popper (für alle gebachelten und gebeutelten Studenten: Das ist NICHT der Erfinder des Computerspiels Bubble Popper, sondern ein Philosoph – das sind die mit den ganzen deutsch Sätzen, die manchmal auch etwas länger werden können) und Problemlösen bedeutet nunmal Kommunikation (das ist das was Nespresso nicht beherrscht - Hello, bitte sehen sie Nespresso Antwort auf das Video von Solidar Suisse, danke schön! – und was die Solidar Suisse dafür umso besser kann…).
Stichwort Kommunikation: Wir freuen uns RIESIG, dass unser Guerilla Marketing Blog unter die 25 besten Marketing und Kommunikations Blogs gewählt wurde. Hier also ein Link zu den 25 TOP Marketing Blogs des Landes, die man nach Meinung der Autorin kennen und lesen sollte…
George Clooney und die Nespresso Espresso Kommunikation
Nach dem Startschuss für den Nespresso Viralclip mit George Clooney können am heutigen Tag drei Dinge festgehalten werden.
Erstens: Die Aktion der Schweizer Organisation Solidar Suisse ist in aller Munde (und seit heute sogar in der Bildzeitung…), sie hat über 20.000 Mails an George Clooney generiert und über 170.000 Videoabrufe auf youtube.
Zweitens: Nestlé, die Erfinder der Unternehmensethik, also theoretisch diejenigen, die den faktischen Zugriff auf das Normative verstanden haben sollten, scheinen dem Thema Kommunikation keinen hohen Stellenwert einzuräumen. Im Fall Kitkat wurde beispielsweise die Greenpeace Attacke durch Aussitzen überstanden – die Facebook Seite wurde einfach abgeschaltet (dass die Medienwelt dies als unprofessionell bezeichnet, interessierte den Konzern wenig).
Im Fall Nespresso fehlt es in Sachen Kommunikation an “echten Menschen, die antworten”, so Klaus Eck. Es kann festgehalten werden, dass nicht individuell angeschrieben wurde, sondern standardisiert und umständlich (Hello, bitte sehen sie Nespresso Antwort auf das Video von Solidar Suisse, danke schön!)
Drittens: WIRKLICH gut an der Nespresso-dann-irgendwann-hoffentlich-Fairtrade-Aktion ist, dass die Diskussion, ob George Clooney vielleicht eventuell möglicherweise schwul ist, endgültig beendet wird. Nach dem Kick mit dem Schild in die Weichteile gibt es keinerlei Raum für Mutmaßungen mehr: Unbrauchbar durch Espresso für beide Seiten…



