Göttin im Sandkasten

PowerNerdPrinzessin, ihr Schloss und das Horse vom Prinzen davor

Hibbelinchen ist hinreichend bekannt, was aber WTF ist eine PowerNerdPrinzessin?? Irgendwann mal scheint jemand auf die Idee gekommen zu sein, eine PowerNerdPrinzessin zu küren. Die Idee, so kann man erahnen, war es wohl ursprünglich gewesen, die PowerNerdPrinzessin RICHTIG groß rauszubringen, denn es gibt eine PowerNerdPrinzessin FacebookSeite (mit drei Fans –  das war wohl die Sekretärin des Ideengebers und deren zwei beste Freundinnen), es gibt einen (abgekackten) PowerNerdPrinzessin Blog  einen Hashtag #PNP und einen ebenfalls abgekackten wikipedia-Eintrag (dass wikipedia nicht alles versteht und einen Trend erst aufnimmt, wenn er schon längst über den Berg ist, ist hinreichend bekannt, aber das ist nochmals ein anderes Thema).

Bei Google taucht die PowerNerdPrinzessin zum Zeitpunkt der Recherche lediglich vier Mal auf. Schade eigentlich, denn sie könnte eine relevante Leitfigur in der heutigen Zeit werden, eine Mischung aus der Göttin im Sandkasten, der metro-A-Sexuellen Frau und ein wenig Inked Girl könnte auch in ihr stecken.

PowerNerdPrinzessin Schloss

Schloss von PowerNerdPrinzessin mit Horses vom Prinz davor (Prinz aber weg)

Wer Lust hat, die Typologie der PowerNerdPrinzessin mit uns zu entwickeln (und vielleicht sogar in die Rolle einer solchen zu schlüpfen), kann uns gerne eine Mail schreiben (könnte vielleicht ja auch in unser neues Musikmagazin passen?!)

Wer lieber in die Rolle der Bauhaus-Amazone schlüpfen mag, ist ebenfalls herzlich willkommen…

genauso wie hyperaktiv-dement-sexuelle Frauen…

Die Göttin im Sandkasten und der WIRRklichkeitsRAUM oder: Warum TOP Manager ihr Social Media Know-How von 14jährigen Töchtern beziehen

Wer wissen will, wer die Göttin im Sandkasten ist, könnte dies bereits hier im Blog erfahren. Wer wissen will, was ein WIRRklichkeitsRAUM ist, könnte dies im Marketing-Buch mit dem unautonomen Angstgartenzwerg nachlesen. Wer wissen will, was Markenaufbau von innen ist, der müsste allerdings heute abend ins Mercedes-Benz Museum kommen. Dort wird gibt es heute ab 19.00 Uhr den Vortrag “Die Göttin im Sandkasten und der WIRRklichkeitsRAUM oder: Warum TOP Manager ihr Social Media Know-How von 14jährigen Töchtern beziehen”.

Erklärt wird, was ein WIRRklichkeitsRAUM ist, wie man auf veränderte Kommunikationswelten reagieren und wie man sie für sich nutzen kann. Gezeigt wird, dass authentisches Verhalten besser ist als zeitnahes Management und dass es auch anders geht…

Erklärt werden zentrale Begriffe wie “timeline kompatibel”, “edgerank konform” und “Echtzeitkommunikation” (wer diesem Link folgt, kann bis Ende der Woche noch an einer aktuelle Studie teilnehmen.)

Achtung: Die Studie zum Thema Echtzeitkommunikation hat nichts mit der Studie “Bettina Wullf und  die Echtzeitkommunikation” zu tun (diese Studie wird in den nächsten Wochen separat erstellt)…

Ansonsten (auch wenn es im Mercedes Benz Museum ist): Provozierendes Infotainment

Termine, Termine, Termine…

Nachdem gestern Bettina gewulfft hatte und nochmals Promotion für ihr Buch machen musste, haben wir unsere Idee, die ersten Termine 2013 bekannt zu geben,  um einen Tag verschoben…

1. Vorträge

9.1.

Vortrag Mercedes-Benz Museum, Stuttgart (Titel: Die Göttin im Sandkasten und der WIRRklichkeitsRAUM oder: Warum TOP Manager ihr Social Media Know-How von 14jährigen Töchtern beziehen)

24.1.

Vortrag BSK Nürnberg (Titel: Robinson Krösus Flucht aus Erlenstegen oder: Warum die Marke unbedingt Teil der Lebens-Fernbedienung werden muss, sich die Kommunikation verändert und der Bundestrafficminister Ramsauer Jopi Gottschalk bald nur noch im Klapprechner sehen kann)

30.1.

Vortrag im Rahmen des ManagenmentTrendForum Schloss Monrepos (tba.)

31.1.

Vortrag in Zürich (Kundenevent)

5./6.2.

Vortrag auf der email-expo in Frankfurt (tba.)

 

2. Studien:

Ein Gespenst geht um: “Echtzeitkommunikation”

Untersucht wird die Frage, wo Social Media Kommunikation in Unternehmen aufgehängt ist, ob Social Media Teil der Unternehmensstrategie ist und ob sich die klassische PR verändert hat. Die Teilnahme an unserer UMFRAGE ist noch ein paar Tage möglich. Derzeit haben schon über 100 Kommunikationsexperten teilgenommen.

Bettina Streisand Wulff – Echtzeitkommunikation neu definiert

Die Studie beinhaltet eine Dokumentation der kommunikativen Meilensteine sowie eine Analyse der Buchpräsentation. Auch hier wird in Kürze eine Umfrage zur Person Bettina Wulff sowie der Einschätzung ihrer Vorgehensweise gestartet.

Mobile Living

Die Studie wird mittels einer Umfrage mobile Gewohnheiten untersuchen und bewerten. Auf den M-Days in Frankfurt werden zudem Expertengespräche geführt

Nomophobie

Jeder kennt den “Phantom-Schmerz” wenn er sich einbildet, das Handy habe geklingelt. Jeder kennt die Panik, wenn das Handy zuhause oder wo auch immer vergessen wurde. Wie stark ist das Phänomen Nomophobie wirklich ausgeprägt? Wie stark beeinflusst es unser tägliches Leben? Auch hier werden wir eine Umfrage starten.

 

3. Thesen:

In den nächsten zwei Wochen starten wir mit eine neuen These, die wir im Rahmen von Vorträgen und Trendtagen mit unseren Kunden diskutieren wollen:

Wachstum durch Downsizing: Schuld an allem ist die Tütensuppe

Möge die Macht mit euch sein und die Informationsintensität auf eurer Seite…

Nachdem sich eine uns allen bekannte Familie wieder in ihre Doppelhaushälfte zurückgezogen hat kann man sich wieder wichtigeren Themen zuwenden:

Das Thema Leistungsschutzrecht wurde von einer blonden Dame ziemlich in den Hintergrund gedrängt, deshalb hat sich unser Medienanwalt heute auch Gedanken zu diesem Thema gemacht.

Der “Leistungsschutz“, so wissen wir von Virilio, ist so neu nicht. In den dreißiger Jahren beispielsweise, als die Werbeeinnahmen der Zeitungen plötzlich drastisch zurückgingen , während die der drahtlosen Telegraphie weiter Zuwächse verzeichneten, erklärten die großen Zeitungen dem Radio den Krieg, die Presseagenturen entschlossen sich dazu, keine Informationen mehr an Radiostationen zu verkaufen. Virilio weist darauf hin, dass man allerdings das Freisetzungspotential der Kommunikationstechniken deutlich unterschätzt hatte. Die Radiosender „konterten“ mit der ersten Radio-Konferenzschaltung und sendeten die Verhandlungen zwischen den Westmächten und Hitler am Vorabend des Zweiten Weltkrieges. Die Korrespondenten von CBS berichteten von Rom, Berlin und Paris. Die Zeitungspresse hatte damit das Rennen um die Informationsintensität verloren (Virilio, S. 58)

Die Informationsintensität ist ein Begriff, den es in den nächsten Tagen in Zusammenhang mit der differenzierten Betrachtung (kann man das?) des mediatisierten Menschen (Virilio S. 73) im WIRRklichkeitsRAUM zu betrachten gilt (hatten wir erwähnt, dass wir ein Buch rausbringen?).

Das Thema Medien (mit Ausprägungsstufen Parallelnutzung, Echtzeitkommunikation, Timeline Kompatibilität etc.) wird am 12. November auf alle Fälle in Nürnberg vertieft (weitere Infos in Kürze).

Social Media und die Rolle der Verlage und Medienkonzerne wird schon vorher diskutiert: Am 6. November geht es im Rahmen der 2. Social Media Konferenz der Akademie des deutschen Buchhandels  um das Thema „Die Göttin im Sandkasten an der ansprechBAR oder: Warum Verlage neue Markenstrategien und Vertriebswege brauchen könnten“ (nähere Infos auch hierzu in Kürze).

Alle Termine im Überblick:

28.09.

Media für den Mittelstand in Owen (Nähe Stuttgart)

11.10.

Virales Marketing in Owen (Nähe Stuttgart)

16.10.

Der Unternehmer im Spannungsfeld zwischen Social Media und persönlichem  „Körpereinsatz“ – Workshop mit dem Social Media Monitoring Spezialisten, IT-Profis und der Forderung nach mehr zornigen Managern

Ort: Schloss Monrepos, Ludwigsburg

29.10.

Vortrag Medienforum Mittweida: “Die Flucht der Göttin im Sandkasten aus dem automobilen WIRRklichkeitsRAUM oder: Warum die Marke unbedingt Teil der Lebens-Fernbedienung werden muss, um den multioptionalen Ich-Sender begeistern zu können und der Bundestraffic Minister Ramsauer Thomas Gottschalk bald nur noch im Klapprechner sehen kann

Medienforum Mittweida

06.11.

Vortrag (Social Media Schwerpunkt) Akademie des deutschen Buchhandels

Ort: München

12.11.

Vortrag (Media Schwerpunkt): “Robinson Krösus Flucht aus Erlenstegen oder: Warum die Marke unbedingt Teil der Lebens-Fernbedienung werden muss, sich die Kommunikation verändert und der  Bundestrafficminister Ramsauer Jopi Gottschalk bald nur noch im Klapprechner sehen kann”

Nürnberg zusammen mit dem

Kommunikationsfachverband CommClubs Bayern e. V

15.11.

Buchvorstellung im kleinen Kreis (Schwerpunkt: Immobilien Marketing)
Ort: Areal-7, Stuttgart

 

Mind Store Marketing wünscht einen guten Start in die neue Woche!

 

International Digital Forum Köln : Die Göttin im Sandkasten und ihre Flucht aus Köln Ehrenfeld.Oder: Warum der Bundestraffic Minister Ramsauer seinen Kampf gegen transnationale Marken verliert und Thomas Gottschalk bald nur noch im Klapprechner sehen kann.

Mind Store Marketing ist am 26. Juli auf dem International Digital Forum in Köln mit der ortsbezogenen Keynote: Die Göttin im Sandkasten und ihre Flucht aus Köln Ehrenfeld.Oder: Warum der Bundestraffic Minister Ramsauer seinen Kampf gegen transnationale Marken verliert und Thomas Gottschalk bald nur noch im Klapprechner sehen kann.

Ein Kennzeichen unserer Keynotes / Trendtage ist ohne Zweifel die etwas längere Überschrift, die aber in aller Regel im Laufe eines Vortrages „aufgelöst“ wird. Wichtig anfänglich nur: Sie macht neugierig…

Wer also wissen will, warum der Bundestraffic Minister Ramsauer seinen Kampf gegen transnationale Marken verliert, muss am 26. Juli unbedingt ins DOMFORUM Köln, Domkloster 3 kommen. Dort wird er konfrontiert mit provozierendem Infotainment, er muss mitdenken (Querdenker können erfahrungsgemäß leichter folgen), wenn es um Typologisierungen geht wie die Göttin im Sandkasten (in Verbindung mit Ritterlichkeitsresistenz und De-Heroisierungsprozessen), Robinson Krösus oder die metro-A-sexuelle Frau.

Untersucht wird in Köln der crossmediale WIRRklichkeitsRAUM im Spannungsfeld transnationaler Marken. Darüber hinaus wird eine sozio-virtuelle Typologisierung als Orientierung für das Marketing skizziert.

Basis für den Vortrag sind wie immer Social Media Analysen, empirische Forschungen, Einzelexplorationen, Expertengespräche und Geomarketing Ansätze.

Wann:

26. Juli 2012 

Wo:

DOMFORUM Köln

Domkloster 3

50677 Köln

Einlass:

16.30 Uhr

Beginn:

17.00 Uhr

Anmeldung:

International Digital Forum

 

 

 

 

 

 

Anti Aging Marketing oder: Blondes Gift muss nicht zwingend tödlich sein

Vertikale Netzwerke, so kann man im Internet lesen, vereinen kleinere Webseiten mit gleicher thematischer Ausrichtung zu einem Netzwerk, das unter einem großen Dachmarkennamen dann mal so richtig auf den Putz haut. Übersetzt: die Autobild hat laut IVW ca. 60 Mio. PageImpression und 60 mal 1 Mio. ergibt auch 60 Millionen oder anders ausgedrückt: 600 kleine Homepages wie z.B. unser Automagazin (wir entschuldigen uns für die kleine SEO relevante Werbeunterbrechung) ergeben dann auch wieder 60 Mio. PIs. – die kleinere Webseite „verschwindet“ zahlenmäßig hinter der großen Marke und profitiert davon, dass der Vermarkter nun mit einer starken Marke auch an große Agenturnetze herangehen kann. Das Verfahren ist nicht unumstritten, es wird diskutiert, ob der Traffic der Partner-Sites der Dachmarke zugeordnet werden darf wie beispielsweise der IVW oder ComScore tut, aber das muss an dieser Stelle nicht weiter interessieren.

Wichtig ist, wie man dieses Prinzip nun ohne methodische Spitzfindigkeiten auf den Ansatz „Vertikale Frau“ übertragen kann. Fängt man an, in seinem XING Profil nach vertikalen Frauen zu suchen,  erreicht man damit fünf Dinge: Man lernt wahnsinnig viele Frauen kennen, die alle neugierig fragen was denn um alles in der Welt vertikale Frauen sind, man lernt zweitens, dass Frauen neugierig sind (wer hätte so etwas gedacht…), man muss überproportional viel Red Bull Suppe kochen (vertikale Frauen lieben Red Bull Suppe und Hanuta-Gemetzel mit Negerkuss-Schleudertrauma) und man kann dann viertens eine „geheime Botschaft“ in deren Profil platzieren was fünftens den Verdacht bestätigt, dass Männer besser schauen als denken können.

Mit vertikalen Frauen, so kann festgehalten werden, kann man Kommunikation neu definieren. Nimmt man exemplarisch die Motorradbranche heraus und betrachtet die Zulassungszahlen der letzten Jahre, dann stellt man (mit Erschrecken) fest, dass der Motorradfahrer ausstirbt. Nicht etwa, weil er sich mit überhöhter Geschwindigkeit um einen Baum wickelt, nein er fällt einfach altersschwach vom Motorrad. Die Branche kann also jetzt anfangen, Strichlisten zu führen, wann der letzte Rentner umfällt oder sie kann auf einen nachrückenden Rollermarkt setzen und hoffen, dass die Jugend nachrückt und der harte Kerl von früher immer weicher wird und lieber bequem auf dem Roller sitzt. Bevor wir jedoch jetzt auf die Typologisierung des schwulen City Cowboys näher eingehen, wenden wir lieber unser frisch erworbenes vertikales Wissen an und bringen eine dritte Alternative in Stellung: Die Anti Aging Variante.

Hierzu nehmen wir eine unschuldig schauende 20jährige Frau und setzen sie auf ein Motorrad. Wichtig: Sie darf nur unschuldig schauen und muss viel Raum für Interpretationen lassen. Dadurch erreicht man drei Dinge: Man hat hat Spaß beim gemeinsamen Motorradfahren, man steigert die Besucherzahlen der jeweiligen Website, wenn die vertikale Frau dann postet und man hat eine erfrischend neue Kommunikationsform, denn mit Motorrädern kann man Hotels anfahren, Regionen präsentieren und natürlich auch Mode und Autos kann man dann auch nehmen und und und…

Der Vorteil des Anti Aging Programms liegt auf der Hand: Die blonde Frau als polarisierende Opinion Leaderin – wer sie nicht „mag“, kann ihr dennoch nicht widersprechen und wer sie „mag“ kann ihr nicht widerstehen. Witzigerweise sind es dann nicht nur die Männer, die 20jährige blonde Frauen toll finden, sondern auch oder gerade Frauen (ok, Männer sabbern mehr). Unser Experiment mit der schönen jungen Frau hat gezeigt, dass vertikale Frauen Social Media tauglich und absolut zeitgemäß sind, dass sie neue, vernetzte Werbeformen initiieren können und wenn sie intelligent sind (wir hatten Glück!), dann sind sie ihre eigene Redaktion (was den Schwaben und den Schotten immer freut).

Fazit: Das Anti Aging Progamm mit vertikalen Frauen macht der Social Media Welt Spaß und liefert Social Media Content. Nachteil für die blonde, intelligente Frau: Wenn sie noch ihren Master oder Doktor macht, kriegt sie nie wieder einen Mann und teilt ihr Schicksal mit der Göttin im Sandkasten, denn junge Männer haben ohnehin schon Panik vor wilden Frauen auf Motorrädern, aber das ist eine andere Sache, die in mindestens eine neue Typologisierung mündet, die wir mit viel Spaß und blonden Frauen erstellen werden…

 Wir LIEBEN unseren Beruf…!

 .

 

Trend 2: Intuitive Ballistik – Das Ende der Zielgruppen und die Entdeckung einer neuen Bescheidenheit

Die Grundidee einer Typologie ist „alt“ und einfach formuliert: Wir reden von einer Segmentierung eines heterogenen Gesamtmarktes in möglichst homogene Segmente, die in einem weiteren Schritt eine gezielte Marktbearbeitung erlauben. Hierbei gibt es je nach der erhebenden Institution und dem verfolgten Untersuchungsansatz bzw. dem Ziel unterschiedlichste Herangehensweisen. Die gängigen Ansätze untersuchen stets neben dem beobachtbaren Käuferverhalten soziodemografische und sozioökonomische Variablen et al..

Die bekanntesten Typologisierungsansätze sind z.B. die GfK Roper Consumer Styles (vorm. Euro-Styles), die auf Life-Style-Statements beruhen, aber auch Verbrauchsverhalten, Kauf- und Medienverhalten integrieren, die Sinus-Milieus, die einen Fokus auf Wertewandel und sozialer Lage legen sowie die ähnlich ausgerichteten Sigma-Milieus (siehe hierzu exemplarisch: brandeins 08/05 Milieus )

Darüber hinaus gibt es weitere Typologisierungen von Verlagen und Agenturen, die alle eines gemeinsam haben: Es sind Käufertypologisierungen (die natürlich Medienverhalten und auch psychologische Aspekte berücksichtigen, aber dennoch das Kaufverhalten priorisieren und den Mensch als solchen mit all seinen menschelnden Aspekten mitunter außen vor lassen).  Will man nun die deskriptive Ebene verlassen, und sich nicht auf Verlagerungen vom z.B. Hedonisten zum modernen Performer konzentrieren, gilt es über neue Variablen und vor allem Wertedimensionen nachzudenken.

Unser Typologisierungsversuch startet mit der Ausgangsthese: Die Opferung der bürgerlichen Mitte auf dem Altar der Mittelmäßigkeit. Aufbauend auf den Überlegungen zur prometheischen Scham des 21. Jahrhunderts und dem Gang über die Rest-Risiko-Brücke (tbd.) werden auf der Y-Achse die bestehenden Milieuklassifizierungen ersetzt durch eine Verknüpfung zwischen Bildung und deren aktivem Anwendungsgrad sowie dem Medienverhalten, unterteilt in prokrastinationsfördernde Medien und informationsgebende Medien auf der X-Achse.

Die bekannte Schichtenklassizifierung wird ersetzt durch ein neues Bevölkerungscluster „Die Jäger des verlorenen Mittelstandes“ mit den beiden Extrem-Polen „multi-optionaler Sozialautist“ und „doppel-codierter Ich-Sender“. Ebenfalls in diesem Cluster enthalten, ist der kommunard-nostalgische Wutbürger. Entgegen der ursprünglichen Definition vom Wutbürger  wird hier nicht vom letzten Aufbäumen der 68er Generation ausgegangen, bevor sie in die Rentner Kommune einrückt, der kommunard-nostalgische Wutbürger wird auch nicht als egoistisch eingestuft, wie in manchen Publikationen, vielmehr wird ihm in Anlehnung an die prometheische Scham eine große Hilflosigkeit gegenüber einem unhinterfragten Fortschrittswahn, einem blinden Technologiegehorsam und vor allem einem zu starken Lobby-System attestiert, die ihn in Verbindung mit seinem Gang über die Rest-Risiko-Brücke zu einer für ihn außergewöhnlichen Verzweiflungstat treibt. Der ansonsten bieder und konservativ angehauchte Bewahrer der Gartenzwergkultur, im Hauptberuf ist er Lehrer oder Beamter etc., geht laut skandierend auf die (Stuttgarter) Straßen und verbrüdert sich mit Menschen, die er bis dahin extremst gemieden hat, diejenigen vor denen er seine Kinder stets gewarnt hat. Den Umgang mit diesen Menschen hat er ihnen natürlich auch stets untersagt, man weiss ja wie die drauf sind…

Mit dem Volksentscheid in Stuttgart und dem Niedergang der Vietnamesischen Unternehmer Partei (auch die hätte kommunard-nostalgischen Wutbürgern eine Heimat bieten können) hat diese Bevölkerungsgruppe zwar politisch an Bedeutung verloren, für das Marketing stellt die technikverweigernde Peter-Pan-Truppe eine extreme Herausforderung dar, denn nicht jedes Produkt kann marketingtechnisch in Verbindung mit Jute oder Juchtenkäfer gebracht werden.

Als diametralen Gegenpol zum kommunard-nostalgischen Wutbürger kann der sozial-phlegmatische Schunkel-Zombie angesehen werden. Er erfreut sich am Mutanten Stadl und hofft inständig, dass Wetten-Dass in die Verlängerung geht. Die jüngeren Vertreter dieser Spezies nutzen twitter und facebook als prokrastinationsförderndes Tool, um dem Rest der Gemeinde mitzuteilen, dass sie gerade  #BSF,  #GZSZ oder #GNTM sehen. Für die Erforschung der Parallelnutzung von Medien ist dieser Cluster von großer Bedeutung, der Forscher muss jedoch sehr aufpassen, nicht in den prokrastinationsfördernden Sog der verbalen Belanglosigkeiten zu geraten.

Der doppel-codierte Ich-Sender wird in der nächsten Zukunft deutlich an Bedeutung gewinnen. Aus der Bolz´schen Doppelcodierung des Konsums (was bei Aldi gespart wurde, konnte bei Armani ausgegeben werden) ist ein Zweiweltenlebensmodell geworden. Konnte sich der doppel-codierte Konsument früher nicht entscheiden, ob es ein Cabrio oder ein SUV wurde und es demzufolge ein Cabrio und ein SUV, eine Stadtwohnung und ein Landhaus etc. wurde, so ist es heute entweder das Cabrio oder der SUV, aber der Lebensmittelpunkt auf dem Lande (zurück zu den Wurzeln), am liebsten noch mit autonomer Energieversorgung. Neu ist allerdings, dass auf dem Lande investiert wird, was in den Metropolen verdient wurde. In manchen Fällen ist das „Land“, dann auch auf einer vom Concierge abgeschirmten Dachterrasse. Im Trend liegen hier Objekte wie z.B. die Nymphenburger Höfe in München. Derartigen Immobilienkonzepte erlauben es dem doppel-codierten Ich-Sender auch auf das Auto zu verzichten und auf zeitgemäße Car-Sharing Modelle zuzugreifen. Der Concierge verhindert ungefragten Besuch, so lange der doppel-codierte Ich-Sender noch fit und gesund ist, geht er von der Dachterrasse hinunter zu Apotheke, später dann kommt die Apotheke nebst Pflegedienst auf die Dachterrasse. Durch Verzicht auf Statussymbole signalisiert der doppel-codierte Ich-Sender eine neue Bescheidenheit nach außen, die aber im Innenverhältnis durch höhere Qualitätsmaßstäbe und ein gesteigertes Umweltbewusstsein definiert ist. Über diese erste Grobanalyse kann man dann bereits bekannte Typologisierungen wie die Göttin im Sandkasten oder Robinson Krösus et al. legen, um eine Ansprache geclusterter Zielpersonen zu ermöglichen.

Wichtige Anmerkung an dieser Stelle: Die hier getroffenen Typologisierungen haben nicht das Ziel, mit bestehenden Ansätzen oder Modellen in Konkurrenz zu treten vielmehr dienen die vorliegenden Kategorisierungen als Diskussionsgrundlage für unsere Trendtage und Kreativitätsworkshops. Sie unterstützen Strategieprozesse und erleichtern die Ansprache von Zielpersonen, die auf dem klassischen Weg unerreichbar sind.

Robinson Krösus Flucht aus Grünwald oder: Warum Erik Ode doch Recht hatte und es für die Medien immer schwieriger wird, den Konsumenten zu erreichen

„Robinson Krösus Flucht aus Grünwald oder: Warum Erik Ode doch Recht hatte und es für die Medien immer schwieriger wird, den Konsumenten zu erreichen“, das ist der Titel des Vortrages, den ich am 15. November im Medienforum Mittweida halten werde.

Was aber, so war die Frage der Studenten, wollen Sie uns damit sagen? Zugegeben der Titel ist schon etwas verwirrend, aber wir leben und arbeiten nun mal im WIRRklichkeitsRAUM und da darf man keine langweiligen Titel verwenden – die würden sonst nicht zu den Trendtagen passen, die wir veranstalten und wären auch nicht timeline kompatibel, aber das ist nochmals eine ganz andere Geschichte…

Zurück zur Überschrift und somit zur Aussage zwei: Mind Store Marketing vertritt die These, dass die klassischen Zielgruppen der Vergangenheit angehören. Deshalb arbeiten wir mit Typologisierungen. Die erste Typlogisierung war die Göttin im Sandkasten, die auf einer Aussage einer Freundin,  einer blonden Studentin resultierten: „ich bin blond und intelligent und wenn ich jetzt noch promoviere, bekomme ich überhaupt keinen Mann mehr ab, die haben nämlich jetzt schon Angst vor mir“. Die Göttin im Sandkasten ist aber nicht nur für die verängstigte  Männerwelt schwer zu erreichen, sondern auch für die Marketingabteilungen. Zur Göttin im Sandkasten würde, und damit schließt sich der Kreis zur Überschrift, Robinson Krösus gut passen, wenn er nicht das Land verlassen hätte, um auf einer Schweizer Insel zu leben und somit weder für Frauen noch für Marketeers zu erreichen ist. An dieser Stelle ein kurzer Warnhinweis für alle Studenten am 15.11.: Den Teil mit den Playstationspielern werde ich natürlich NICHT auslassen und freue mich vielmehr auf eine heftige Diskussion…

Warum aber dann Flucht aus Grünwald? An dieser Stelle sei kurz angedeutet, dass dies etwas mit Christian Louboutin zu tun hat und mit unseren Trendtagen für die Immobilienbranche, aber dass natürlich vorab nicht ALLES verraten werden kann…

Und warum wird es für die Medien immer schwerer? Auch das wird vorab natürlich NICHT verraten. Aus Gründen der Fairness so viel schon jetzt: Es hat etwas mit Parallelnutzung von Medien zu tun, mit Echtzeitkommunikation und mit dem Thema sozial-kognitive Dissonanz (Frage an de Hochschule: ist das Bestandteil eines modernen Lehrplans?)

So, und jetzt wird es nochmals spannend. Frage an die Jugend: Wer war eigentlich Erik Ode? So viel vorab: Als er im Fernsehen lief, war es noch schwarzweiss (und, Achtung jetzt kommt´s: Es gab nur drei Programme!), Raider hieß noch Raider und nicht twix, es gab noch jede Menge Plattenspieler (nein, die Rede ist nicht von DJs) und die Parkuhren haben noch 10 Pfennig gekostet…

An dieser Stelle wird eingeräumt, dass sich der eine oder andere Leser jetzt RICHTIG alt fühlt, aber genau DAS gehört zum Vortrag in Mittweida: Er reicht die Hand über Generationen und bietet das, was wir am besten können:

Provozierendes Infotainment.


Robinson Krösus oder: Wie man lernt in Zeiten dekontextuierter Kommunikation mit verbaler Cholera umzugehen

Er ist zwischen 34,3 und 53,7 Jahre alt, hatte früher eine Führungsposition in einem globalen Konzern inne oder war Vordenker eines Internet Startups und konnte seine Anteile erfolgreich versilbern. Neudeutsche Berufsbezeichnung: Entrepreneur. Er ist als interessierter Zuhörer anzutreffen auf diversen VC Veranstaltungen, als Keynote Speaker auf diversen Media Kongressen und ansonsten pendelt er zwischen verschiedenen Wohnsitzen in Hamburg München, Mallorca oder Dubai. Wir nennen ihn Robinson Krösus und stellen fest, dass er jede Göttin im Sandkasten zum Weinen bringt, denn er ist für diese Bevölkerungsgruppe unwiederbringlich verloren (es sei denn, sie gehört bereits als „Königin Mutter“, i.e. die Mutter seiner Kinder, zu seinem Hoftross oder leitet als Managing Director eine seiner Beteiligungen, was dann nicht bedeutet, dass sie metro-A-sexuell ist, sondern seine Ex).

Während sich Robinson Krösus auf der Schweizer Insel einen Sonnenbrand holt, bekommt der Mittelstandsbürger oder was von der schwindenden Bevölkerungsgruppe noch nicht abgerutscht ist in Berlin einen Autobrand. Die Hartz IV Meute fackelt Autos ab – zumindest der sozial-akademisch vorgebildete Teil dieses Bevölkerungssegmentes (der Rest ist unpolitisch und setzt die Stütze in Alk und Zigaretten um und hat für derartige Spielchen keine Zeit) – 190 brennende Autos sollten es vor kurzem laut Welt Online mittlerweile gewesen sein und wen wundert, dass Google Adword „Kreuzfahrten in sichere Gefilde“ und Sixt „0% Selbstbeteiligung und 100% Vollkaskoschutz“ einblendet und wer hätte gedacht, dass die Politik der jeweils nicht betroffenen Länder / Couleur eine härtere Gangart fordert. Früher war halt doch alles viel besser (da sind die Russen mit Panzern einmarschiert und es gab noch Bahnsteigkarten – das waren die Karten, die man kaufen musste, wenn man jemanden zum Zug bringen wollte und von denen Lenin sagte, dass die Deutschen erst dann eine Revolution anfangen würden, wenn sie vorher eine Bahnsteigkarte gekauft hätten)

Bellende Hunde aber beißen nicht: Die Politik scheint auf dem Rückzug. Oliver Lepsius (der Guttenberg Jäger) spricht von einer Entpolitisierung. Schillernde Persönlichkeiten auf der einen Seite und sich selbst verwaltende Bürokraten auf der anderen Seite. Das Volk schreit nach Brot und Spielen und ein vermeintlicher Volksheld mit Adelstitel verspricht ein neues bunteres Leben – wir, die wir nicht wie Robinson Krösus das Land verlassen können, sind wieder wer…

Diese neue Anti-Politik hat in Lepsius Augen einen paradoxen Effekt: Guttenbergs Mischung aus Glamour und medialer Volksnähe hat viele unpolitische Menschen für Politik interessiert, aber dieses Interesse zugleich auf unpolitische Themen gerichtet. Eine politische Lösung bleibt aus. Robinson Krösus verlässt das Land nun endgültig – Gutti zwar auch, aber das ist eine andere Sache, denn er tut das ja nicht wirklich freiwillig, denn er will geläutert als Robinson Gutti zu Krösus und geschlechtsumgewandelt als neue Kanzlerkandidatin zurückkehren…

Halten wir an dieser Stelle für die Marketing Abteilungen dieses Landes fest:  Der Politikapparat wird immer größer aber nicht unbedingt wirkungsvoller. Die Politik verwaltet sich erfolgreich selbst und ist nur in Wahljahren einigermaßen präsent. Der internationalen Finanzwelt (und hierzu zählt sich auch Robinson Krösus) ist es relativ egal, wer unter ihr regiert (die geplante Börsensteuer zeigt exemplarisch, dass sich die Märkte ihre Absatzwege abseits der politischen Lösungen suchen). Wenn der zahlungskräftige Robinson Krösus das Land verlässt, werden nationale Marketing Kampagnen obsolet, Hartz IV Fernsehen spricht keine zahlungskräftige Klientel an, lausiger Journalismus vergrault die verbleibende Bildungselite und steigende Parallelnutzung treibt die Marketingkosten ins Unermessliche.

Wer aber bleibt als lohnendes Ziel für die Marketingabteilungen dieses Landes? Die klassische Zielgruppe , dies wurde bereits an anderer Stelle festgehalten, gehört definitiv der Vergangenheit an. Der Mittelstand, wie ihn dereinst Loriot so trefflich skizzierte, schrumpft kontinuierlich, Robinson Krösus wandert auf die Schweizer Insel ab, der Rohstoff Intelligenz wächst zwar zaghaft nach,  wird von einem kontinuierlich schlechter werdenden Bildungssystem schwer gebachelt und gebeutelt, so dass eine kaufkräftige neue Elite nicht nachwachsen kann. Wen wundert, dass eine schwindende politische Minderheit kurz vor dem Absinken unter die 5%-Hürde (Sorry wg. Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern und jetzt noch Berlin…) nochmals den Aufstand probt und die Insolvenz Griechenlands fordert. Robinson Krösus, der sich gerne liberal, weltoffen und tolerant gibt, war früher ein überzeugter Stamm-Wähler der vietnamesisch liberalen Unternehmerpartei, muss aber jetzt seine Yacht woanders parken…

Wir halten an dieser Stelle fest:

  1. Robinson Krösus als treibende Kraft des Landes amüsiert sich an geistig wärmeren Orten.
  2. Parallelnutzung von Medien zündet gnadenlos zahlreiche Marketingbudgets an (vernetzt denkende Marketingleiter bringen ihre Marken zwar nachhaltig in die richtige Pole Position, nicht jedoch ihre eigene Karriere, denn die Gaußsche Normalverteilung verhindert, dass der vom Aufsichtsrat gejagte Vorgesetzte den Weitblick beurteilen kann – was unsere These, dass wir mehr Charismatiker brauchen, drastisch unterstreicht, aber das ist nochmals ein anderes Thema…)
  3. Die Kommunikation (oder was von ihr übrig geblieben ist) wird zunehmend dekontextuierter und ist fast schon fraktal geworden, i.e. die Verkettung vieler 140-Zeichen Postings ergibt eine neue Botschaft

Wir kommen dann zu folgender Lösung: Robinson Krösus muss qua Werbekunstfigur als verloren gegangener Opinion Leader simuliert werden und Marken-Kommunikation muss auf neue Füße gestellt werden. Neben der bereits bekannten intuitiven Ballistik gilt es vor allem skalierbare Tools zu entwickeln, die situationsgerecht und budgetkonform in Stellung gebracht werden können.