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Opel: Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

Nach der gestrigen Zwangsumstellung des Facebook Profils (aus Trotz bis zur letzen Sekunde gewartet), hier noch eine kurzer Rückblick auf weitere Ereignisse vom Wochenende:

Der Caravan Salon hat in Düsseldorf am Samstag sein Tore geöffnet (Expertengespräche und Gedanken hierzu in den nächsten Tagen hier im Guerilla Marketing Blog, Messe-Berichte im Caravan Magazin) UND: Die Bildzeitung hat am Freitag böse zugeschlagen: Jeder 3. Job bei Opel in Gefahr

Ergebnis: Heftige Dementi seitens Opel, wer mag schon seine geheimen Pläne, die es selbstverständlich nicht gibt, in der Bildzeitung lesen…

Bevor es jedoch zum Jobabbau bei Opel kommt, Verlagerung des Missmanagements auf den Steuerzahler: Zum 150. Jubiläum schenkt Opel dem Arbeitsamt 10.000  Kurzarbeiter.

Am Sonntag dann nochmals heftige Dementi vom Opel Betriebsrat (warum haben eigentlich alle Genossen einen Doppelnamen?): Und ich betone vorübergehend…

Zum Wochenanfang nochmals ein Blick auf Opel und beruhigende Worte:

Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu erbauen!  

 

Vodafone im Shitstorm: Marcell D’Avis lebt

In der letzten Woche konnte man überall lesen, dass Vodafone im Shitstorm steckt: “Vodafone- Kundin löst Shitstorm bei Facebook aus“ konnte man beispielsweise bei netzwelt lesen, „Frau löst Shitstorm gegen Vodafone aus“  titulierte Focus online und auch n-tv berichtete, dass Vodafone gegen einen Shitstorm kämpft…

Am Ende der Woche hatte Vodafone den Shitstorm aber wieder weitgehend unter Kontrolle, das Krisenmanagement hatte gegriffen: “Mittlerweile haben wir ein persönliches Gespräch mit Corinna alias „Anni Roc“ geführt. Ihre Fragen und Anliegen konnten zu ihrer Zufriedenheit geklärt werden. Mit der Klärung dieses speziellen Anliegens ist das Thema für uns natürlich nicht abgeschlossen, wir halten Euch auf dem Laufenden. Euer Vodafone Deutschland Team” (O-Ton)

Vodafone Shitstorm

Der Shitstorm der letzten Woche verdeutlichte einmal mehr: Markenaufbau von innen ist so ziemlich das Wichtigste im WIRRklicheitsRAUM. Die besten Markenstrategien helfen nicht, wenn der Callcenter (oder eine Bankfiliale oder ein Autverkäufer etc.) sie mit einem kurzen Anruf /Gespräch mit Anlauf in die Tonne tritt.
So wie beim Shitstorm Beispiel der letzten Woche könnten auch wir das Fass bei Vodafone zum Überlaufen bringen (wir beschränken uns jedoch darauf, den Anwalt die Arbeit machen zu lassen). Dennoch, hier der Stein des Vodafone Anstoßes:
1. Letztes Jahr im Februar: Vertragsverlängerung bei Vodafone, um an ein iPhone zu kommen
2. Nach 15 Monaten dann ein iPhone Schaden: Ankommende Anrufe können nicht mehr gehört werden (Anrufer hingegen hört noch die Stimme der Angerufenen)
3. Verschiedene Reklamationsversuche bei der Vodafone Hotline
4. Das Ergebnis: Ein vom Hersteller empfohlenes Software-Update brachte keine Besserung und ein Telefonanruf bei Vodafone in Düsseldorf brachte die Erkenntnis, dass Vodafone entweder noch nie was vom BGB und Gewährleistung gehört hat oder aber schlecht qualifizierte Mitarbeiter im Callcenter sitzen hat.
5. Verschiedene Telefonanrufe, verschiedene Auskünfte und die Hoffnung schwand doch noch einen einen fähigen Callcenteragent zu kommen (auch ein Verbindungsabbruch wurde registriert, böse Zungen würden jetzt behaupten, dass seitens Vodafone einfach aufgelegt wurde)
6. Die verschiedenen Varianten und Vorschläge der Agents lauteten:
- SIM Karte tauschen (was schon versucht wurde)
- iphone an- und ausschalten (was schon versucht wurde)
- Software-Update holen (was schon versucht wurde)
- das Mobiltelefon zur Überprüfung einzusenden (wurde gerne angenommen)
7. Das eingeschickte Telefon kam binnen einer Woche wieder zurück, die Firma arvato gmbh machte sich im Namen von Vodafone ans Werk. Vermerk auf dem beiliegenden Papier: es konnte kein Fehler festgestellt werden, das iphone sei funktionstüchtig. Die Freude groß, dass man sich doch so irren konnte und die SIM Karte wieder ins Telefon geschoben und der erste Versuch, sich wieder in die bunte Welt zurückzutelefonieren, bei dem es dann auch blieb, es sei denn, man wollte Selbstgespräche führen, denn die Gesprächspartner konnten einen nach wie vor nicht verstehen.
8. Erneute Kontaktaufnahme bei Vodafone. Antwort: Bei Vodafone sei man nicht zuständig, für Gewährleistungs- und Garantieansprüche sei einzig und allein der Hersteller verantwortlich. Ein Blick ins BGB sagt eindeutig anderes aber Callcenteragents von der Falschaussage zu überzeugen ist ungefähr ähnlich aufwendig wie der Versuch einer Hydra den Kopf abzuschlagen.
Erkenntnis:
Der Fisch stinkt immer am Kopf! Und der ist in diesem Fall mehrköpfig und heißt Friedrich Joussen, Jens Schulte-Bockum, Dirk Barnard, Sebastian Ebel, Jan Geldmacher, Hartmut Kremling, Frank Rosenberger und Achim Weusthoff – so zumindest steht es im Impressum der Vodafone Homepage. Vorgeschoben wird jedoch in der Shitstorm Diskussion Daniel Bäumer, das ist der Marcell D’Avis  von Vodafone…
Vodafone Shitstorm

Fazit aus Kundensicht:

Einschalten eines Anwaltes (bereits geschehen), das Ende einer über 10jährigen Kundenbeziehung (Kündigung im Oktober) und weitere Vertragskündigungen aus dem persönlichen und geschäftlichen Netzwerk werden folgen.

Nachdenken scheint nicht die Stärke im Hause Vodafone zu sein!!

Und wem gehört jetzt der Kölner Dom? Überlegungen zu einem Bauwerk, dessen CEO nicht für ein Interview zur Verfügung stand, weil er mal wieder im Himmel war…

Folgt man der Logik von Facebook, müsste auch der Kölner Dom seine Facebook Seite umbenennen, denn erstens ist er in Köln und Köln ist eine Stadt und laut Facebook gehört eine Stadt nun mal niemandem und darf demzufolge auch keine Facebookseite haben oder muss die Stadt wie die gleichnamige Facebookseite benennen.

Zweitens gehört der Kölner Dom dem lieben Gott und den gibt es laut Nietzsche auch nicht, denn Gott ist nun mal tot, es lebe die reine Vernunft als Befreier des von der Kirche geknechteten Individuums.

 Kölner Dom

Die Welt ist ein komplexes System und es ist immer kompliziert, aber in Köln ist alles viel einfacher. Ja, Köln ist eine Stadt und ja, der liebe Gott ist hier nicht persönlich bekannt und hat auch keinen Wohnsitz hier gemeldet, aber ein gleichnamiges Hotel leiht der Kirche nebenan einfach seinen Namen und so kann, dem Dom Hotel sei Dank (es hat ja auch einen ordentlichen Eigentümer), die Kirche am Rhein seine Facebookseite behalten und es droht ihr nicht, wie der Stadt München.de eine Schließung seitens Facebook.

Und wo wir gerade in Köln sind: Um 16.30 Uhr treffen wir uns im Domforum und reden über die Göttin im Sandkasten und ihre Flucht aus Köln Ehrenfeld oder: Warum der Bundestraffic Minister Ramsauer seinen Kampf gegen transnationale Marken verliert und Thomas Gottschalk bald nur noch im Klapprechner sehen kann.

Wann:

26. Juli 2012 

Wo:

DOMFORUM Köln

Domkloster 3

50677 Köln

Einlass:

16.30 Uhr

Beginn:

17.00 Uhr

Anmeldung:

International Digital Forum

Es ist kompliziert: münchen.de oder: Wem gehört eigentlich eine Stadt?

Seit einer gefühlten Ewigkeit kämpfen Stadtväter, dass Bürger von „ihrer Stadt“ sprechen, sich identifizieren, sich einbringen, sich für IHRE STADT einsetzen und jetzt kommt ein amerikanisches Zucker-Burschi und sagt, dass die Stadt niemand gehört…

Diktatorisch, anders kann man das nicht bezeichnen, wird seitens facebook, einfach mal so die Seite der Stadt München geschlossen. Dramatisch für die Politik: Da wollte man bürgernah sein und dann so etwas…

München.de

An dieser Stelle wird deutlich, dass die Politik nicht mehr streitbar ist. Statt sich der eigenen Stärken bewusst zu werden und (parteiübergreifend) die Bürger der Stadt München zu mobilisieren, wird München einfach in München.de umbenannt. Der massive Eingriff eines amerikanischen Unternehmens in die Bayerische Kultur wird nonchalant übergangen. Wo, fragt man sich, ist Herr Seehofer, der mit der selben Inbrunst wie er Gutti zurückholen wollte, jetzt die Landeshauptstadt verteidigt? Statt Presseerklärungen abzugeben, dass er auch in die Oposition gehen würde (wo sind wir nur gelandet, Franz Josef muss sich im Grabe umdrehen…), sollte er lieber die patriotische Faust zum Bayerischen Shitstorm ballen (Übersetzung für Herrn Seehofer: Schleich di, du Zucker-Burschi).  Und wo ist der sonst so wackere Ude? Warum verbieten wir nicht Facebook Mitarbeitern einfach mal so den Besuch des realen Oktoberfestes? Sollen sie doch virtuell in München.de feiern… und auf der Wiesn.de eine virtuelle Maß trinken, die  Saupreißn, die amerikanischen…

Abschließend noch eine kurze Frage: Was wäre eigentlich wenn die Stadt Hamburg beispielsweise mal eben über Nacht das Büro von Facebook schließen würde…?

Wir schalten zurück zum WIRRklichen Leben. Zurück zu einem alten Sponti Spruch:

Stell dir vor, es ist facebook und keiner geht hin…

facebook der neue zockerwert an internationalen börsenplätzen oder: warum zalando bald eine neue abteilung aufmachen muss

Herr Zuckerberg war raffiniert: Zwei-Klassen-Gesellschaft bei Facebook. Wer zur Kaste der Nicht-Bestimmer gehört, kann die Facebook Aktie eigentlich nur als Privat-Wette verstehen – teilhaben geht anders…

Wen wundert es also, dass das Zockerpapier mit WKN gestern nicht aus dem Quark kam und Zalando wohl mit allen Greenshoes des gestrigen Tages einen neue Schuh-Abteilung aufmachen könnte…

FACEBOOK INC.A DL-,000006 OnVista Chart
OnVista – mehr Informationen zur Aktie FACEBOOK INC.A DL-,000…

Crowdguessing Brokerage: Trading für Arme

Die Facebook Aktien, so kann man heute überall lesen, werden für 38 Dollar ausgegeben. Das bedeutet so viel, dass Facebook bzw. Mark Zuckerberg ca. 16 Milliarden Dollar in die Kriegskasse gespült bekommt.

Rechtzeitig zum Börsengang startet das Handelsblatt mit einer „spektakulären Innovation“: Via twitter oder Facebook können User eine Schätzung abgeben, wie viel die Aktie am Ende des Tages Wert ist.

An dieser Stelle kommt dann die irritierte Frage zum Wochenende auf: Gibt es denn die Börse nicht mehr?? Dort konnte man früher solche „Wetten“ gewinnbringend platzieren…

Fazit: Crowdguessing – für alle, die sich nicht mehr trauen, Entscheidungen zu fällen, aber doch noch ein wenig dabei sein wollen…

Trend 7: Leben und Arbeiten im WIRRklichkeitsRAUM

Aufgrund einer Oberleitungsstörung im unteren Gleisbereich verspätet sich die Weiterfahrt des Zuges um wenige Minuten. Übersetzt: Wir wissen nicht wirklich, was los ist, rechnen Sie aber mit dem Schlimmsten…

Die Bahn ist bekannt für wirre Durchsagen, Unpünktlichkeit und wie das nachfolgende Fundstück aus dem Internet zeigt, auch für wirre Symbolik. Was will uns das Hinweisschild der Bahn sagen? Stellen Sie sich vor die Tür und lassen Sie niemand durch? Will die Bahn uns die korrekte Armhaltung für Stehpinkler vorführen? Das würde zumindest den Zustand der Toilette erklären…

Oder: Dies ist das Hundeklo, Menschen müssen leider draussen pinkeln? Wahlweise: Dies ist das Hundeklo, nehmen Sie ihren Hund an die Leine und stellen Sie sich wie abgebildet in die Toilette? Auch das würde den Zustand des Klos erklären, denn die Körperhaltung funktioniert nur bei sehr großen Hunden, kleine würden stranguliert und demzufolge wüst um sich pinkeln, aber das soll hier nicht vertieft werden…

Die Liste könnte beliebig verlängert werden. Das wahllos heraus gegriffene Beispiel zeigt, wie prokrastinationsfördernd die Medien Facebook, Twitter & Co. sein kann, denn mit einem Bild wie dem gerade gezeigten, bekommt man noch nach Tagen Kommentare und „gefällt mir“-Bekundungen , nicht zu reden von den hunderten Benachrichtigungen „Martina findet deinen Pinkelkommentar toll“, „Karin findet Martinas gefällt mir toll“ und „Anne gefällt das mit den ausgebreiteten Armen beim Pinkeln“, und Tina findet das ekelig“ und und und…

Auf die unnötigerweise hinzukommende Inkontinenz von Facebook, das sich keine Mailadressen merken kann und somit die User zusätzlich auf Trab hält, soll an dieser Stelle nicht vertiefend eingegangen werden…

Die klassischen Medien unterstützen den Prozess durch wirklich wichtige Nachrichten wie „in Pakistan ist ein Kleinbus umgefallen“ oder „Südvietnamesische Bürger protestieren gegen den Bau einer Bundesstraße“ (die Sprengung unseres Planeten durch die Vogonen aufgrund eines geplanten Baus einer Hyperraumumgehungsstraße wäre wesentlich nachvollziehbarer…)

Wir sind also angekommen in einem Stadium, das von Neil Postman bereits am Beispiel der Einweihung des Telegrafen beschrieben wurde: Dekontextuierte Kommunikation. Mit dem Telegrafen hatte man eine Technologie erfunden, durch die man eine Nachricht nicht mehr in eine Pferdesatteltasche packen musste, wo sie wochenlang auf Auslieferung wartete, sondern konnte sie jetzt einfach durch den Draht schicken. Die erste, wirklich wichtige Nachricht, die von Ost nach West verschickt wurde: Die Tochter des Gouverneurs hat Schnupfen…

Wir halten also fest:

  1. Dekontextuierte Berichterstattung, reduzierte Kommunikation und zunehmende Vulgarisierung der Sprache- unabhängig davon: Früher hat man den Mussolini getanzt, heute tanzt man sich den Wulff und wartet dann dass Wulff den Köhler macht, weil er das mit dem Guttenbergen übertrieben hat…
  2. Überforderte Politiker, die sich gegenseitig Pöstchen zuschieben und mangels besserer Alternativen oberfränkische Abschreiber mit Profilierungssucht aus den USA zurückholen und Minarette in bayerische Vorgärten bauen wollen - wir werden verwaltet, nicht regiert (von der Verschwendung der Steuergelder soll hier nicht geredet werden)
  3. Unterschichtenfernsehen hat die Rolle der 30er Jahre Revue erfolgreich übernommen. Die Zuschauer der Hartz-IV-Unterhaltung bemerken den geistigen Niedergang der Gesellschaft nicht, sie werden dauerberieselt und dürfen „gefällt mir“ drücken, nehmen also am gesellschaftlichen Leben „aktiv“ als Klickvieh teil, können teilhaben, wie die große Welt den roten Teppich entlang schreitet, während vor ihrer Haustür Besucher der Stadt im gepanzerten Kleinbus durch die ehemaligen Gettos fahren, „keine Sorge dieses Fahrzeug ist gepanzert, hält den Beschuss bis zur Größe einer Panzerfaust aus und bringt sie sicher zurück ins Adlon – zu Ihrer rechten Seite sehen Sie das Hauptquartier der grauen Panther…“

Der Irrsinn, so sagte einst Nietzsche (Jenseits von Gut und Böse) ist bei einzelnen etwas seltenes, aber bei Gruppen, Parteien, Völkern … die Regel. Der Irrsinn, so darf man heute sehen, ist in eine neue Dimension vorgerückt: Er wird zelebriert und kultiviert.

Willkommen im WIRRklichkeitsRAUM!

 .

 

ULD: Stell dir vor es ist facebook und keiner geht hin…

Der Like Button von Facebook ist illegal, so die heutige Meldung von Meedia. Das ULD (Unabhängiges Landeszentrum für Datenschutz Schleswig Holstein) fordert deshalb Webseitenbetreiber dazu auf, ihre Fanpage bei Facebook zu löschen und Plugins wie den “Gefällt mir”-Button auf ihren Internet-Auftritten zu entfernen. Die w&v vermutet zunächst eine Provinzposse, aber der dort grimmig abgelichtete ULD Chef Weichert schaut nicht aus, als ob er nur das Sommerloch stopfen wolle. 50.000 Euro Bußgeld drohen den Unternehmen im worst case.

Ein Blick auf die 100 größten Unternehmen in Schleswig-Holstein relativiert die Drohung jedoch schnell. Platz eins: Freenet, die laut Impressum ihren Firmensitz in Hamburg haben genauso wie Platz drei: Edeka, die ebenfalls in Hamburg sitzen. Platz zwei: Orlen Deutschland hat bei Facebook ohnehin nur 9 Freunde und den Hauptsitz zudem in Polen…

Von den TOP 100 Unternehmen sind zudem knapp die Hälfte verarbeitendes Gewerbe, also B2B und weitere 16 Prozent im Gesundheitssektor, also auch B2B. Nochmals 8 Prozent im Sektor Verkehr und Nachrichtenverarbeitung also nochmals B2B und der Rest mit Firmensitz in Hamburg, Polen oder Dänemark…

Erkenntnis: Schleswig-Holstein braucht neben Datenschutz deutlich mehr umsatzstarke Unternehmen mit Hauptsitz in Schleswig-Holstein und Hamburg darf NICHT annektiert werden…

Unabhängig davon: Als die Alliierten nach dem zweiten Weltkrieg das Fernsehen einführten, war allen Sendern bekannt, dass derjenige, der sendet auch empfangen werden kann. Auch der ICH-Sender moderner Prägung sollte sich im Klaren sein, dass seine Botschaften auch empfangen werden.

Fazit: Moderne Kommunikation ist und bleibt kompliziert

Eselsmühle: Guerilla Seeding der Schwäbischen ART

Der Stuttgarter als solcher ist ja etwas anders, als andere Kleinstädter. Durch die Nähe zur Autoindustrie hat die Stadtverwaltung dereinst alle Straßen autofreundlich ausgebaut, was das Stadtbild erheblich beschädigt hat und heute dazu führt, dass große Teile der Stadt unter die Erde gelegt werden müssen oder zumindest versucht dies ein Teil der Bevölkerung während ein anderer Teil versucht, die Autoindustrie zu verschrecken, was zu Asylangeboten aus dem benachbarten Bayern führt, aber das ist nochmals eine vollkommen andere Sache…

Ansonsten aber ist die Stadt sehr weitläufig (allein schon, damit der Stuttgarter seine Villa besser verstecken kann) und zwischen den scheußlichen Betonbunkern aus den 70ern gibt es sehr viel Platz und Auslauf mit gut ausgebauten Straßen, die einen schnell vergessen lassen, dass man sich doch noch auf Stadtgebiet befindet (zumindest so lange, bis ein helles Licht einen zurück in die die städtische Realität holt).

Und weil die einzelnen Stadtteile so weit auseinander liegen ist Stuttgart die einzige Stadt, in der sich Motorradfahrer auch innerhalb der Stadtgrenzen grüßen. Wen wundert es also, dass der Motorradfahrer in Stuttgart nicht hunderte von Kilometern fährt (der Schwabe als solcher ist ja ohnehin sehr sparsam), sondern einen Kurztrip macht, zum Beispiel ins benachbarte Siebenmühlental. Von Leinfelden-Echterdingen startet die schwäbische Motorradtour über eine motorradfreundliche, kurvenreiche Straße. Die erste Mühle im malerischen Tal lässt der geübte Biker links liegen und steuert gleich, erschöpft vom vielen Motorradfahrergrüßen, die Eselsmühle an.

Die Eselsmühle ist die einzige Mühle im Tal, in der noch heute Getreide gemahlen wird. Im eigenen Laden kann man das Endergebnis dann als leckeres Holzofenbrot in den Rucksack packen. Ansonsten lädt ein idyllischer Garten zum Verweilen ein.

Dort legt der Guerilla erfahrene Biker demonstrativ seinen Helm auf den Tisch und weist via Facebookprofil diverse Marketingleiter darauf hin, dass man DRINGEND einen neuen Helm braucht. Dieser „Hinweis“ wird in einem Motorradmagazin seines Vertrauens dann noch verstärkt.

Hier könnte IHRE Marke liegen...

Guerilla Marketing im Praxistest: Vom hier vorgestellten Guerilla Seeding profitiert die Touristikbranche, in diesem Fall die Eselsmühle und die jeweils inszenierte Marke und im Idealfall kommt man (wie im Fall Seitenbacher Müsli) bei Google auf Seite eins…

Woischt Karle, heut gange mer in d Eselsmühle und hirned über Marketing…

Quarterlife Crisis

Die Überlegungen zum Thema metro-A-sexuelle Frauen haben gezeigt, dass ein Thema getroffen wurde, dessen gesellschaftliche Relevanz gerne übersehen wird: Eine ganze Generation in der Krise, Quarterlife Crisisdauerverpeilt und „unbrauchbar“ für die Gesellschaft oder wie es der Spiegel in Anlehnung an einen Buchtitel formuliert: Jung, erfolgreich, kreuzunglücklich…

Die Reaktionen junger, gebachelter und gebeutelter Frauen auf die Theorie der metro-A-sexuellen Frau haben gezeigt, dass man während einer oberflächlichen Abitur-Deluxe-Ausbildung gerade mal weiß, dass es rechts zum Hörsaal und links zum Klo geht, was danach kommt, steht in den Sternen. Die Dozenten scheinen genauso hilflos wie die Studenten. Männliche Reaktionen auf die metro-A-sexuelle These gab es erwartungsgemäß keine, die Männchen haben sich offensichtlich vollends zurück an die Playstation verzogen oder aber degenerieren vom Typus facebookinkompatibel zur gesellschaftlichen Randgruppe (mit einem Minderheitsanteil von ca. 70%).

Die Bücher zum Thema Quarterlife Crisis sind in der klassischen Buchhandlung bereits vergriffen, Amazon liefert allerdings noch Titel wie Quarterlife Crisis: Die Sinnkrise der Mittzwanziger oder Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will und viele mehr…

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass es eine Fülle von lebensberatender Literatur gibt, die Wege aus der Verpeiltheit anbieten, Flirten leichter machen (wenn man schon keinen Job bekommt, dann soll man doch wenigstens lernen, wie man richtig flirtet, auch wenn man nicht vorhat, durch die Zielgerade zu gehen… ). Fazit: Viele Bücher, die aber nur denen wirklich helfen, die sie schreiben oder verkaufen…

Die Presse greift das Thema Quarterlife Crisis nur recht zaghaft auf. Befragt werden dann Psychologen, die jedoch ohne konkrete Handlungsanweisungen sind und darauf verweisen, dass es in den USA bereits Workshops gibt oder das man doch mal raus an die frische Luft soll. Eigentlich müsste man meinen, dass die Presse Amok läuft, wenn der komplette akademische Nachwuchs nach dem Studium vor dem Nichts steht, wie es die Süddeutsche tituliert.

Auch die Wissenschaft schweigt bis auf wenige Ausnahmen. Bolz weist darauf hin, dass der Mann angesichts feministischer Gleichheitsforderungen in einer Falle steckt, die in der Psychiatrie als Double Bind bezeichnet wird: „Echter Mann“ vs. Reaktion auf Delegitimation der Männlichkeit, was wiederum für die junge Frau zur Folge hat, dass in der dressierten Männermasse keine brauchbaren bösen Spieler zu finden sind, sondern nur noch nach politischer Korrektheit strebende Männchen (Alles Schlampen außer Mutti…). Mit Ritalin und Prozac, so Bolz, erzeugt man politische Korrektheit. Prozac verhilft depressiven Frauen zu Selbstbewusstsein und Ritalin wird hyperaktiven Jungs verschrieben – soziales Lernen qua ärztlicher Verschreibung. Eine Generation wird geistig ruhig gestellt…

Ob in der hier skizzierten Problematik zuerst die Henne oder das Ei da war, soll an dieser Stelle unwissenschaftlich außer Acht gelassen werden. Fact: die metro-A-sexuelle Frau trifft auf verängstigten Mann mit extrem guten Highscores, aber ansonsten unbrauchbar. Kommunikation ist demzufolge nicht zielgerichtet, denn damit können beide Seiten nicht umgehen. Aus Neil Postman´s Klassiker „Wir amüsieren uns zu Tode“ wird „wir Flirten bis zum Umfallen“ (vor Müdigkeit ohne brauchbares Ergebnis).

Es folgt die Erkenntnis, dass zwischen Reden und Kommunizieren ein gewaltiger Unterschied besteht. Darüber hinaus folgt in diesem Zusammenhang die starke Befürchtung, dass wir mit der Quarterlife Crisis einem Modewort aufgesessen sind. Sicherlich, durch die Bildungsmisere gingen viele Werte verloren. Erschwert wird die Diskussion dadurch, dass die Politik aus Menschen mittlerweile Bürgerinnen und Bürger gemacht hat. Festzuhalten ist, dass es der Generation Quarterlife Crisis an Wertewelten und Leitbildern fehlt, was die am Anfang des Jahres aufgestellte Forderung nach dem Aufbruch ins Zeitalter der Charismatiker unterstreicht. Andererseits zeichnet sich unter den weiblichen Vertretern eine deutliche Ritterlichkeitsresistenz ab. Wer einer klassischen Vertreterin der Genration Quarterlife Crisis in den Mantel helfen will, muss damit rechnen, dass sie ein Pfefferspray zückt, weil sie Ritterlichkeit nicht gewohnt ist. Die Autoindustrie unterstützt, indem sie mittels Keyless Systems Sorge trägt, dass der Gentleman alter Prägung der Frau nicht mehr die Türe aufhalten, sondern sie lediglich vor plötzlich aufspringenden Türen retten kann. Die allseits postulierte Zwangsgleichheit führt letztendlich zum Kampf der Geschlechter, beispielsweise wer im Restaurant den Wein als erster verkosten darf, die weiter oben zitierten Flirtanleitungen stoßen hier deutlich an die Grenzen. Das Spiel mit einem Lächeln und einem Augenzwinkern scheint in Vergessenheit geraten zu sein…

Bolz weist darauf hin, dass im Rahmen des Strebens nach politischer Korrektheit dem Gleichheitswahn keine Grenzen gesetzt sind: Wer einen Behinderten nicht als „anders befähigt“ anerkennt, macht sich des Ableism schuldig und wer in der Schönheit einen Verdienst sieht, leidet an Lookism und so kommt es, dass junge Frauen einen verzweifelten Weg in die soziale Phobie antreten, denn wegen ihrer Schönheit soll der edle Ritter sie nicht „beschützen“ und so gehen sie oftmals lieber den einsamen Weg in die Bulimie oder die Anorexie…

Das Ich-Bin-Schon-Gross-Phänomen gibt der junge Frau enorme Freiheiten, die sie jedoch mit einem deutlichen Verlust an Geborgenheit und Aufgehobensein bezahlt. Lernen aus der Sicherheit des beschützten Modus heraus ist in Vergessenheit geraten. Die einstige Idealkombination aus jugendlicher Schönheit und erfahrener Gelassenheit wird auf dem Altar des gleichmacherischen „ich-kann-das-alleine-Aktionismus“ geopfert. Die traditionellen Bande der Ritterlichkeit zwischen dem alten König und der jungen Prinzessin werden jäh zerschnitten. Einsam und alleine kehrt der alte König zurück in sein Ereignisreich und ferngesteuert schwebt die info-picking Schönheit durch den erweiterten möglichkeitsRAUM, setzt sich verzweifelt an die vorstellBAR, ohne sich jedoch in den erlebnisRAUM zu trauen…

Quarterlife Crises, so kann festgestellt werden ist ein weiterer Baustein auf dem Wege zum Konformismus des Andersseins, der in der allgemeinen Facebook-Fröhlichkeit untergegangen ist und am Ende, so viel steht fest, behandeln wir ohnehin wieder die Falschen