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Das Wort zum Sonntag
Die gestrigen Überlegungen zum Thema “Wie viele Fanseiten verkraftet eine Marke” kann auch aus einem anderen Blickwinkel gesehen werden: Die Aufgabe der eigenen Homepage oder auch nur des eigenen Blogs führt zweifelsfrei auch in eine Abhängigkeit. In den letzten Tagen konnte man zahlreiche Meldungen sehen, die alle den selben Tenor hatten: Wir gehen dahin, wo unsere Fans sind. Netzwertig spricht deshalb zu Recht von einer Social Media Blase.
An dieser Stelle picken wir uns willkürlich das Bespiel FHM heraus. FHM verkündete beispielsweise ganz stolz, man gehe dorthin, wo die Leser sind und unterstrich seine “Zukunftsorientierung” indem man die eigene Homepage schließt, weil angeblich Webseiten keine Perspektiven mehr hätten.
Was aber wenn ein amerikanischer Holzhändler nun doch einen Prozess gewinnt und facebook danach aufgrund seiner Geldnöte verscherbelt? Für solche Fälle hält 1&1 oder Strato zwar den Hompage-Bastel-Baukasten bereit, ungeschickt wäre es dennoch und so wundert es nicht, wenn die w&v die Frage stellt, ob diese Aktion innovativ oder hilflos ist. Der “gefällt mir” Daumem der w&v ist auf alle Fälle nicht oben: “Pubertäres Sommerloch-PR-Geplänkel” (dass FHM nicht mehr als 21.245 Leser/Fans hat, bedauern wir an dieser Stelle sehr).
Als sich BMW vor einiger Zeit mit nicht unerheblichen Summen bei Second Life engagierte, hatte das Management trotzdem so viel Weitsicht, dass man die Homepage nicht abgeschaltet hat.
Als Guerilla Marketing Agentur behalten auch wir unsere Homepage, stützen unser Strategien auf Monitoring und Analyse Tools und stürzen uns auf Open Innovation in Kombination mit Phantasie und guten Ideen. Vielfalt statt Einfältigkeit – eMehling und Parties inklusive.
Arrivederci – Wir sehen uns bei facebook
Mit den Worten “Vi aspettiamo online!” beendete am 7. Juli die Redaktion des Desmoblogs (Ducati) ihre journalistische Tätigkeit, die sie im März 2006 aufgenommen hatte.
Die Schließung eines firmeneigenen Blogs ist heutzutage keine Seltenheit, zwingen doch betriebswirtschaftliche Gründe, fehlende Strukturen und fehlende Kompetenz den einen oder anderen Kommunikationskanal zu schließen. Die Frage ist dann, ob ein Social Network, das auf Interaktion ausgelegt ist, den Informationsbedarf ebenfalls abdeckt. Fraglich auch, ob eine Fanseite die SEO Relevanz eines Blogs in der selben Form abdeckt.
Bei Ducati stellt sich zudem die Frage: Wie viele ihrer deutschsprachigen Fans sprechen italienisch? Das italienischsprachige Blog einzustellen, ist sicherlich eine konsequente Entscheidung. Die “gefällt mir ” Reaktionen zeigen, dass die Ducati Fanseite nicht von 193.643 toten Accounts besiedelt wird und dass eine Mehrsprachigkeit der Marke sicherlich gut tut.
Im Gegensatz zu anderen Marken hat es Ducati geschafft, die Bündelung der Markenkraft zu erreichen. Ein Blick auf Kawasaki zeigt das Gegenteil: Über 500 Fanseiten und über 500 Gruppen – einzelne Modelle, lokale Geschäfte, Länder, Fans, Fahrer und und und…
In diesem Fall würde sich eine zentrale Seite (Blog), die von der Firmenseite auf DIE Fanseite verlinkt, als extrem wegweisend und hilfreich erweisen. Die Frage, die sich hieran anschließt: Wie viele Fanseiten verkraftet eine Marke?
Was sagt uns der Ausflug in die Motorradwelt? Ganz einfach: Facebook ist ein Universum für sich und es ist kompliziert…
