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Internet Manifest

Anbei das Internet Manifest mit freundlicher Genehmigung von Stefan Niggemeier

Wir werden die Thesen in den nächsten Tagen diskutieren und den einen oder anderen Gedanken in diese wichtige Diskussion einfließen lassen.

Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.

1. Das Internet ist anders.
Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.
Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.
Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.
Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.

5. Das Internet ist der Sieg der Information.
Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.

6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.
Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.

7. Das Netz verlangt Vernetzung.
Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.

8. Links lohnen, Zitate zieren.
Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.

9. Das Internet ist der neue Ort für den politschen Diskurs.
Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.

10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.
Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.

11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.
Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen – sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.
Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren

13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.
Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.

14. Das Internet kennt viele Währungen.
Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.

15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.
Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.

16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.
Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.

17. Alle für alle.
Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die „Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte – und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.

Internet, 07.09.2009

Markus Beckedahl
Mercedes Bunz
Julius Endert
Johnny Haeusler
Thomas Knüwer
Sascha Lobo
Robin Meyer-Lucht
Wolfgang Michal
Stefan Niggemeier
Kathrin Passig
Janko Röttgers
Peter Schink
Mario Sixtus
Peter Stawowy
Fiete Stegers

Glam Media führt mit Zoom.in TV-Player für Brash und Glam ein

Nur ein Jahr nach dem Start von Glam Media in Deutschland hat sich das Content-Netzwerk in Deutschland vielversprechend etabliert. „Wir haben mit Glam alle unsere Etappenziele erreicht“, sagt Ralf Hirt Geschäftsführer Glam Media Deutschland. „Glam ist die Nummer eins für Frauen und Lifestyle, Brash ist erfolgreich gestartet und nun launchen wir wie angekündigt Glam TV und Brash TV.“

Glam bündelt seine Kompetenzen mit dem internationalen Video-Nachrichtendienst Zoom.in und öffnet eine neue Tür in die Bewegtbild-Werbung: Seit wenigen Tagen binden Glam.de und das Ende Juni gestartete Pendant für Männer, Brash, den TV-Player mit Videos für die verschiedenen Channels ein. Marken- und Werbetreibende können damit auf die Stärken von Bewegtbild in interaktiven Umfeldern mit hohem Involvement zurückgreifen.

Mit dem Einsatz von Video verbindet Glam Media seine thematische Expertise und Reichweite erstmals mit der emotionalen und visuellen Kraft der Bewegtbildkommunikation. In den USA ist Glam mit knapp zehn Millionen Unique Viewers seit Mai in den US Top 20 der Video-Websites vertreten. Das Media-Unternehmen geht bereits den nächsten Schritt: Glam Media baut in den USA das Social Content-Netzwerk tinker.com aus – zur Vermarktung von Nachrichten und Events im Micro-Blogging-Dienst Twitter.

Ralf Hirt sieht in Glam und Brash TV auch die Chance, neue Qualitätsstandards zu formen: “Die Kooperation mit Zoom.in freut uns immens, weil wir Usern das attraktivste Format im Netz für unseren Content anbieten können und unsere Kunden als Werbetreibende meinungsführende Zielgruppen emotional erreichen können.” Sämtliche Publishing-Partner von Glam und Brash können das neue TV-Angebot einfach als Widget in ihre Seiten integrieren und von dem Konzept der „Distributed Media“ profitieren. Unter den ersten Partnern, die dieses Angebot nutzen, sind Glams Fashion-Hot-Spot LesMads.de sowie Baby-Welten.de. Bei Brash TV integrieren das Auto Magazin CARantaine und Bauen-und-Heimwerken.de den Player.

„Unsere Publishing-Partner haben über Glam und Brash TV die Möglichkeit, ihre Online-Angebote durch aktuellen, hochqualitativen und zielgruppenrelevanten Video-Content von Europas führendem Anbieter Zoom.in zu erweitern – das ist für alle beteiligten Parteien ein enormer Mehrwert“, so Ralf Hirt weiter.

Für Dr. Marcel Reichart, der bei Burda die Glam-Beteiligung verantwortet, zeigt die Entwicklung von Glam TV, „dass Glam Media seine Vertical Media-Plattform mit neuen Content- und Erlösformen ausbaut, von denen Publisher, Rechteinhaber, Markenunternehmen und Nutzer profitieren.“ In den USA sei Glam Media damit ein schneller Einstieg in die Topliga der Video-Networks gelungen. „Und hochwertige Videowerbung gewinnt gerade für Markenartikler zunehmend an Relevanz“, so Reichart weiter.

Hamburger Erklärung

Nein, an dieser Stelle soll jetzt nicht nochmals über die Hamburger (Bankrott) Erklärung der Verleger diskutiert werden. Viel Berufenere haben dies an anderer Stelle bereits trefflich getan. Verlink mich nicht, ist deshalb auch der treffende Kommentar von Don Dahlmann und auch Google weist im eigenen Blog zurecht darauf hin, dass niemand gezwungen wird,  zu verlinken.

Was aber veranlasst einen Verleger wie Hubert Burda zu derartigen Verzweiflungstaten? Die Frage ist doch wohl eher nicht, wie vermeintlich geklauter (teurer) Content monetarisiert werden könnte (zahlt Burda so hohe Gehälter?), vielmehr bleibt die Frage nach intelligenter Zweit- und Drittverwertung oder nach intelligenten neuen Modellen wie Content Syndication.

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