Artikel-Schlagworte: „Blind Date“

Beziehungsstatus: Gutes Schwein

Der Orgasmus eines Schweins, so kann man seit Tagen auf facebook lesen, dauert 30 Minuten (dahinter kann man dann in Klammern lesen: Oh. Mein. Gott !!!). In den Folgesätzen der Geschichte kann man dann ebenfalls in Klammern lesen, dass der jeweils Postende die Geschichte mit dem Schwein noch nicht ganz verarbeitet hat  – wen wundert dies, denn so lange alle verpeilt, metro-A-sexuell und/oder Playstation spielend durchs Leben gehen, sind 30 Minuten EXTREM viel – Klammer zu.

Wir versuchen an dieser Stelle (ohne an die 30 Minuten zu denken) gemeinsam (klar, dass alle nur noch an das Schwein und die 30 Minuten denken) eine praktikable Lösung zu finden. Als Forschungsdesign für die 30-Minuten-Studie wird die antiquierte Form Mann (also richtiger) trifft Frau (also nicht metro-A-sexuell). Die entscheidende Frage (vergiss doch bitte jetzt das Schwein) ist: WO trifft der homo social-medialis auf das passende Weibchen/Männchen.

Wenn er bei Facebook stupst, so haben die Forschungen ergeben, ist die Wahrscheinlichkeit, REAL jemanden kennenzulernen gleich NULL (wahlweise könnte man jetzt einfach gezielt nach Profilfotos vorgehen und sich die jeweilige Person in den Freundeskreis „einverleiben“, dann aber steigt statistisch gesehen die Chance, dass facebook den Account sperrt – auch diese Forschungsreihe ist erfolgreich abgeschlossen). Es bleibt also nur der Gruppe „Sex ist okay, aber anstupsen geht dann doch zu weit“ beizutreten und dann den Gang ins reale Leben anzutreten (das ist dort, wo die twitterer nach #kaffee und #duschen jeden Morgen angeblich hingehen – kalt #duschen hilft ihnen vorher, die 30 Minuten mit dem Schwein aus dem Kopf zu bekommen).

Damit die sich der Forschungsansatz (wir lieben Jugend forscht) nicht in der Realität verliert, gilt es Plätze zu finden, die paarungswilligen Einzelmenschen den Kontakt erleichtern. Schwierig, denn die Wiesn ist vorbei (und die Wasn muss noch üben, aber das ist nochmals eine andere Geschichte und es sollen an dieser Stelle mit Sprüchen wie „„Wiesn, wasn sonst“ auch keine alten Wunden aufgerissen werden).

Begeben wir uns also an einen Platz, der für den zivilisierten Menschen EXTREM wichtig geworden ist: Wir gehen zum autorisierten Nespresso Espresso Dealer. Dort, so weiß man, treffen sich jeden Samstag hunderte Espresso-Süchtige, um in der Schlange zu stehen und die wöchentliche Zuteilung zu empfangen (und sich beschimpfen zu lassen, weil die Maschine so lange nicht entkalkt wurde, aber auch das ist nochmals eine andere Sache und würde wieder in die 30-Minuten-Ecke führen, die zwar nicht schweinisch ist, aber extrem kompliziert…).

Der lokale autorisierte Nespresso Espresso Dealer im Breuninger (das ist der Ort, an dem man am Samstag alle Menschen trifft, die von den 30 Minuten sehr beeindruckt sind), erleichtert die Kommunikation nochmals erheblich, indem er das Personal an der Espresso-Probier-Station reduziert. Mann könnte sich also locker über das Management beschweren (nicht über die blonde Bedienung, denn die ist SPITZE und könnte dadurch ebenfalls für Gesprächsstoff sorgen) und so mit der Brünetten, die neben einem steht ins Gespräch kommen. Die ist aber so fixiert auf das Geschehen, dass sie die einzige Bedienung angiftet, weil sie immer noch nicht an der Reihe ist und statt dessen die Dicke vom anderen Ende des Tresens bedient wird, so dass eine Kommunikation mit ihr vollkommen unmöglich wird (ob das Schwein auf 30 Minuten kommt, weil es wesentlich entspannter als die Brünette ist?).

Weitere Kontaktmöglichkeit bzw. Gesprächsstoff: Der neue limitierte Nespresso Espresso des Monats – DHJANA – garantiert nicht FAIR aber limitiert. Die blonde Bedienung zaubert in Windeseile 4 (in Worten vier) limitierte Espressi in 4 (in Worten vier) Gläser und man kann beim ersten Schluck 4 (in Worten vier) entsetzte Gesichter beobachten, die alle SOFORT eine weitere Zuckertüte im Espresso versenken und einen weiteren Schluck nehmen. Es folgen erneut 4 (in Worten vier) entsetzte Gesichter und auch die Milch, die in alle 4 (in Worten vier) Espressogläser geschüttet wird, rettet die Situation nicht. Beruhigend nur, dass die Sorte limitiert ist…

Dank der limitierten Nespresso Espresso Sorte (unfair durch bitteren Geschmack), kommt es also nicht zur erhofften Kommunikation, die erwünschten 30 Minuten rücken wieder in weite Ferne (unfair auch: man darf die blonde Bedienung nicht mitnehmen, die war echt klasse, aber das ist nochmals eine andere Sache)

Zur Neutralisierung des limitierten Espresso Geschmacks begeben wir uns in ein szenebekanntes Schnellrestaurant – nein, kein schottisches, sondern ein szenebekannter Curry-Wurst-Tempel in den der Stuttgarter als solcher gerne pilgert. Da die Ausgabestelle extrem klein ist, sollte man meinen, wenigstens dort ins Gespräch zu kommen, aber auch hier Fehlanzeige: Alle Gäste sind extrem mit den dort servierten Speisen beschäftigt und man sieht, dass jedem der selbe Gedanke durch den Kopf geht (nein, nicht die 30 Minuten, sondern, die Frage wo ist die nächste Apotheke mit Talcid ist). Ansonsten hoffen alle Gäste, dass die blubbernde Sauce, die der unfreundliche „Koch“ über die Curry-Wurst gießt (was nutzen dem armen Schwein die 30-Minuten, wenn es dann in so einer elendigen Curry-Wurst endet…), nicht genau so schlimm schmeckt, wie sie aussieht (auf eine detaillierte Beschreibung wird an dieser Stelle verzichtet, wir hoffen aber, dass es dem Koch bald wieder besser gehen wird).

Zurück zum Forschungsdesign: Wir treten nach missglücktem Praxistest (die Apothekerin, die das Talcid verkauft hat, war zwar auch lecker, aber auch sie musste in der Apotheke bleiben) diversen Facebook Gruppen bei und verweisen vor allem auf die erfolgreiche Mitgliedschaft in Gruppen wie „Richtige Männer drücken Frauen beim Küssen gegen die Wand!“ oder „Mit Frauen spielt man nicht – außer sie sind ans Bett gefesselt!“ und warten ansonsten, ob sich die blonde Nespresso Dealerin aus dem Breuninger meldet. Darüber hinaus sind wir ab Mittwoch in Berlin bei der Preopening Vernissage der Kunstmesse STROKE.

Und was hat die Geschichte nun mit der Überschrift zu tun? Ganz einfach: Gute Schweine genießen länger als nur 30 Minuten…

 

Guerilla Marketing – Blind Date

Dass Männer beim Anblick von schönen Frauen das Blut aus dem Kopf verlieren, ist nichts Neues, das konnten wir mit der vorletzten Aktion verdeutlichen: Die gestern morgen verzeichneten 227 Besucher konnten auf 266 gesteigert werden, wobei 266 ein eher niedriger Wert ist, der zustande kommt, weil wir gestern abend eine weitere Aktion gestartet haben.

Wie schafft man es, in zwei Stunden weitere 189 Personen ohne Foto auf eine Landing Page zu bekommen? Ganz einfach: Mit der Frage “hast du heute schon was verrücktes angestellt”. Von den 189 Personen haben knapp 10 Prozent an einem Voting teilgenommen und/oder persönliche Mails geschrieben. Ergebnis: Blind Dates und andere Spiele sind sehr gefragt.

Aus Sicht einer Guerilla Marketing Agentur ist dies nichts neues. Wir werden aber die Erkenntnisse aus unseren Spielen umsetzen und demnächst mit einer neuen und spannenden Homepage auf den Markt kommen.

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