Jacques Tati – Von der Umkehrung der Kommunikation

Sonntag, 27. März: Es war Wahlsonntag und die twitter Gemeinde kämpfte sich zaghaft aus den Betten. „Sommerzeit“ und „Zeitumstellung“ waren neben Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz die Trendbegriffe des Tages. Am Nachmittag gesellte sich dann noch „Kuchen“ dazu, kurz vor den ersten Hochrechnungen dann noch „Wahllokal“ und „#LTWBW“ und kurz vor 18.00 Uhr dann auch #hochrechnungen und dann ein weiteres Trendwort die „Grünen“. In guter alter CDU Trauer Tradition dann auch die erste Facebook Gruppe: „wir wollen unsern Mappus wieder“. Kehrtwende dann am frühen Abend, ein neues Zauberwort taucht auf: „Überhangmandat“.

Zwischendrin, und das könnte jetzt für den „Rohrreiniger“ sehr interessant sein, jede Menge „Mapschiedsseiten“ und  Microsites zum Thema „CSU-Restlaufzeiten“ und auch wir haben als Guerilla Marketing Agentur einen Geigerzähler installiert, der exemplarisch zeigt, dass man mit einem Augenzwinkern fast jedes Thema aufgreifen kann – sponsored by Rohrreiniger…

Was aber hat das alles mit Jacques Tati zu tun? Ganz einfach: Man sollte sich gelegentlich in die alte Welt zurück beamen. Das beste Beispiel hierfür ist Tatis Film „Die Ferien des Monsieur Hulot“. Der Film ist alles andere als als Timeline kompatibel, keine Reduktion auf 140-Zeichen-Botschaften und er ist alles andere als schnell geschnitten. Langatmig auf den ersten Blick, dann aber merkt man die Tiefgründigkeit, mit der Tati Bilder malt. Jede Pointe wird mitunter extrem lange aufgebaut und langsam reiht sich Geschichte an Geschichte…

An dieser Stelle fragt man sich, was französisches savoir vivre aus dem Jahre 1958 und Timeline Kompatibilität zu tun hat. Ganz einfach: Nur wer Geschichten erzählen kann, kann faszinieren und nur wer weiß, was den Kunden fasziniert, hat den Kunden verdient…

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