Das Wort zum Sonntag oder warum in der Schweiz und in Lichtenstein zahlreiche Menschen sterben müssen

Es ist Sonntag und man könnte einen Spaziergang machen, einen Spaziergang am Bärensee – so die Grundidee. ABER: Es ist Sonntag in Stuttgart und an diesem Tag joggt ganz Stuttgart am Bärensee. Man könnte den Spaziergang also nur in extrem gepanzerter Ausrüstung durchführen, denn die Jogging Armada ist omnipräsent. Unterstützt wird die joggende Infanterie durch gepanzerte Fahrzeuge namens Mountain Bikes, die ebenfalls um den See patroullieren. Neben Infanterie und Kavallerie muss sich der Spaziergänger noch vor attackierenden Schwertransportern in Acht nehmen, die mit kinderbeladenen Anhängern laut „Achtung“ von hinten schreien und aufgrund ihrer Trägheit und des Erschöpfungsgrades des rotköpfigen Radlers nicht ausweichen können.

Wen wundert es also, dass Stuttgart zweigeteilt ist. Die eine Hälfte fordert, den Bahnhof unter die Erde zu legen, damit die Jogger Armee sich ausdehnen kann und der Spaziergänger endlich ungepanzert spazieren gehen kann, die anderen haben sich an den Krieg am See gewöhnt und demzufolge als nostalgische 68er die Grünen gewählt – ätsch!

Jetzt aber bekommt das Ländle endlich Rückendeckung aus dem Nachbarland: Mehr Platz für Spaziergänger fordert der CSU (Carnevalistisch Sociale Union) Generalsekretär Alexander ohne Minarett im Vorgarten Dobrindt beschimpft aus dem sicheren Bayern heraus die Grünen als „politischen Arm von Krawallmachern, Steinewerfern und Brandstiftern“. Auch der designierte Ministerpräsident wird von  Alexander der Mann fürs Brachiale Dobrinth als Fehlbesetzung bezeichnet, statt entspannt zu warten, bis Winfried voll zwischen den Stühlen Kretschmann den ersten grünen Wasserwerfereinsatz anordnen muss.

Und im selben Zeitungsgespräch dann auch DAS Angebot: Asyl für Baden-Württembergische Autobauer und Industriefirmen im benachbarten Bayern. Und an dieser Stelle dann das Drama: Tote in der Schweiz, in Lichtenstein und anderen Steueroasen, die sich über den Vorschlag von Alexander weit aus dem Fenster lehnend Dobrinth tot lachen…

Und am Ende die Erkenntnis: Wir leben und arbeiten in einem WIRRklichkeitsRAUM und die Welt ist ein Dorf und manche schreien etwas lauter und manche halt nicht und andere wiederum wissen, dass es eine objektive Wahrheit ohnehin nicht gibt…

es ist kompliziert

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