Das Verschwinden alter Bräuche oder: Von einer, die auszog, die Scheidung in Buchform einzureichen

Die Spezies Mensch, so stellt Baudrillard fest, ist zweifellos die einzige, die einen spezifischen Modus erfand, der nichts mit dem Naturgesetz zu tun hat. Vielleicht sogar eine Kunst des Verschwindens. Baudrillard biegt an dieser Stelle rechts ab und beschäftigt sich mit dem Verschwinden des Realen bzw. stellt fest, dass man die Frage, wann das Reale begonnen haben könne, eigentlich nie gestellt hat, aber das ist nochmals eine andere Sache…

Wir biegen an dieser Stelle nach links ab und stellen fest, dass die Kunst des Verschwindens auch andere Teile des menschlichen Gehirns erreicht hat. Verschwunden ist in den letzten Tagen die Wertewelt alter Prägung. Ein Christlich Sozialer Recke verlässt die geheiligte Familie, heiratet eine tätowierte Blondine, macht sie nicht nur zur First Lady seines Herzens, sondern auch gleich der ganzen Nation dazu und muss sich nun in aller Öffentlichkeit als Therapiefall beschimpfen lassen. Der Zorn des Volkes ist damit entfacht.

Konnte man bis hierhin mit Sloterdijk davon ausgehen, und damit wechseln wir nochmals die Richtung und biegen nach rechts ab, dass man sich seinen Zorn nur merken kann, wenn man ihn in Hasskonserven aufbewahrt, so kann man seit dieser Woche die Erfahrung machen, dass zornige Energie (Sloterdijk) theoretisch auch in Buchform konserviert werden kann, zumindest hat Bettina Wullf dies versucht vorzuexerzieren, womit sie des Volkes Zorn nochmals dramatisch auf sich zog.

Wir haben in dieser Woche darüber hinaus gelernt, erneuter Richtungswechsel, dass der Streisand-Effekt nur bedingt funktioniert, dass Google verklagt wurde, während amazon ungeschoren bliebt, dass sich das Teenie Tagebuch bei amazon wohl gut verkauft während der Buchhandel kotzt  und wir haben in diesem Zusammenhang ein neues Wort gelernt: „Passionsliteratur“ bzw. „Mitleidsliteratur

Darüber hinaus haben wir noch drei weitere Dinge gelernt: Erstens, es gibt neben der multiplen Monogamie auch noch eine multiple Exklusivität, wir müssen uns zweitens unbedingt mit dem radikalen Konstruktivismus auseinandersetzen (was wir im Marketing Buch auch tun werden), damit wir uns vor Augen führen, dass die individuellen Wirklichkeitskonstruktionen nicht zwingend im Einklang mit einer objektiven und intersubjektiv nachvollziehbaren Realität stehen (wir sprechen in diesem Zusammenhang vom WIRRklichkeitsRAUM). Hierzu könnte man sich exemplarisch die Watzlawick´sche Frage wie wirklich die Wirklichkeit ist erneut vor Augen führen oder mit dem eingangs zitierten Baudrillard in die Tiefe gehen (Richtungswechsel abgeschlossen).

Drittens, und damit soll der Zickzack-Kurs auch beendet werden: Wer seine Leser so richtig irritieren will, muss nur genau das tun, was hier gerade demonstriert wurde. Man fordert den Leser auf: Finde den Fehler!

Und damit das Wochenende nicht unentspannt wird, hier auch gleich die Lösung:

Jeder Leser hat sich bis hier gefragt, wie es sein kann, dass Philosophen wie Baudrillard, Sloterdijk und Watzlawick in einem Atemzug genannt werden mit Bettina Wulff…

Wir hoffen, dass wir wegen dieser Beleidigung keine Abmahnungen bekommen und wünschen allen Lesern ein schönes Wochenende….

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